Finale des neuen „kreuz und quer“-Dreiteilers „Mit Gott an die Macht“

„Demokratie in Gefahr: Die Evangelikalen und die US-Wahl“ am 23. April um 22.35 Uhr in ORF 2; danach: „Ein Fenster zur Vernunft – Die Katholische Aufklärung“

Wien (OTS) – Die politische Agenda der Evangelikalen wird ausgerechnet in den Vereinigten Staaten, einem Mutterland der modernen Demokratie, zu einer Gefahr für eben diese. Im dritten Teil der dreiteiligen Dokumentation „Mit Gott an die Macht“ von Thomas Johnson und Philippe Gonzalez (ORF-Bearbeitung: Sabine Aßmann) über den weltweiten Siegeszug der evangelikalen Christen widmet sich „kreuz und quer“ am Dienstag, dem 23. April 2024, um 22.35 Uhr in ORF 2 den drastischen Auswirkungen jener zunehmenden politischen Machtergreifung im Namen Gottes – in den Vereinigten Staaten selbst, aber auch im Ausland. So wird anhand des Nahost-Konfliktes gezeigt, wie massiv religiöse Vorstellungen außenpolitische Entscheidungen beeinflussen. Doch auch in den Reihen der evangelikalen Bewegung regt sich Widerstand. Um 23.25 Uhr folgt der Film „Ein Fenster zur Vernunft – Die Katholische Aufklärung“ von Martin Betz.

„Mit Gott an die Macht“ – Teil 3: „Demokratie in Gefahr: Die Evangelikalen und die US-Wahl“

Mit Donald Trump kommt die evangelikale Bewegung in den Vereinigten Staaten an die Macht. Unter seiner Präsidentschaft geht ein eigenes evangelikales Beratergremium im Weißen Haus ein und aus. Im Einklang mit den Wünschen seiner christlich-konservativen Gefolgschaft setzt der US-Präsident immer wieder auch außenpolitische Schritte mit großer Symbolkraft und potenzieller Sprengkraft. Im März 2019 erkennt er etwa die Golanhöhen formell als israelisches Staatsgebiet an. Von der internationalen Gemeinschaft wurde die Annexion des ursprünglich syrischen Gebiets bis heute nicht ratifiziert. Die Gründe hierfür sind weniger außenpolitischer als vielmehr religiöser Natur. „Evangelikale haben die Notwendigkeit, Israel zu unterstützen, verinnerlicht“, erklärt der israelische Politiker Robert Ilatov in der Dokumentation. „Es ist eine theologische Verpflichtung, die auf ihrem Bekenntnis zum Alten und Neuen Testament beruht.“
Auch der Jurist Daniel Seidemann kommt zu Wort. Er engagiert sich seit Jahrzehnten in Israel für tragfähige Lösungen und sieht die evangelikale Unterstützung für das Land sehr kritisch. Religion werde zu einer „zunehmend dominanten Waffe“, kritisiert Seidemann. Doch vor allem auch in den Vereinigten Staaten selbst sorgen moralisch und religiös begründete Identitätsfragen für große Spannungen. Im Sommer 2020 stirbt der Schwarze George Floyd während seiner Verhaftung durch weiße Polizisten. Die Black-Lives-Matter-Bewegung geht auf die Straßen. Es kommt zu Ausschreitungen.
Ihren Höhepunkt nimmt die Entwicklung schließlich 2021 beim Angriff auf das Kapitol, als Donald Trump und seine Anhänger die Wahl Joe Bidens zum neuen US-Präsidenten nicht anerkennen wollen. Mehr als 2.000 Protestierende stürmen die Regierungsgebäude – viele von ihnen beten.
Auch innerhalb der evangelikalen Bewegung regt sich angesichts dieser Bedrohung der amerikanischen Demokratie Widerstand. Progressive Akteure melden sich zu Wort, einflussreiche Evangelikale gehen neue Wege und wenden sich gegen die fundamental-konservative Auslegung ihres Glaubens. Der Kampf um die Identität der modernen westlichen Gesellschaften scheint eröffnet – auch auf europäischem Boden.

„Ein Fenster zur Vernunft – Die Katholische Aufklärung“

Die katholische Kirche gilt als Feindin der Aufklärung – und vielfach als Bremserin aller Erneuerung. Doch der Befund historischer Entwicklungen ist überraschend: Die Aufklärung im 18. Jahrhundert war sogar wesentlich von katholischen Männern und auch Frauen mitgetragen. Erst mit der Französischen Revolution und ihren Folgen erklärte sich die katholische Kirche im 19. Jahrhundert zur leidenschaftlichen Bekämpferin aufklärerischer Ideen. Der Film von Martin Betz zeigt diese Entwicklung – und bildet so auch einen Verständnishorizont für die heutigen Grabenkämpfe zwischen katholischen Reformern und Traditionalisten.

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