
UNOS fordern: Jetzt ist der Zeitpunkt für einen Neustart der Wirtschaftskammer
UNOS Bundessprecher Bernhard: „Die Gehälterdebatte war nur das Symptom eines Systems, das sich selbst verwaltet.“
Nach den jüngsten Diskussionen rund um die Gehälter in der Wirtschaftskammer fordern UNOS – Unternehmerisches Österreich einen umfassenden Neustart der Institution. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag im Café Museum in Wien präsentierten UNOS Bundessprecher Michael Bernhard und der stellvertretende UNOS Bundessprecher Markus Hofer ihre Vorschläge für eine nachhaltige Reform der WKO.
„Die Gehaltsdiskussion war nicht das eigentliche Problem. Sie war das sichtbare Symptom eines Systems, das sich in Intransparenz und Selbstverwaltung verstrickt hat. Wir brauchen eine Wirtschaftskammer, die wieder im Sinne ihrer Mitglieder arbeitet, nicht für ihre eigenen Strukturen“, betonte Michael Bernhard.
UNOS fordern deshalb fünf konkrete Schritte für eine moderne, demokratische und effiziente Wirtschaftskammer:
1. AUS NEUN LÄNDERKAMMERN SOLLEN DREI MODERNE REGIO-WIRTSCHAFTSKAMMERN WERDEN:
Derzeit gibt es in Österreich zehn Wirtschaftskammern mit insgesamt zehn Präsident:innen, 45 Vizepräsident:innen und rund 10.000 Funktionär:innen in 865 Fachorganisationen. Diese stark nach innen gerichtete Struktur bindet erhebliche personelle und finanzielle Ressourcen – darunter auch einen großen Teil der rund 5.800 Mitarbeiter:innen – ohne den Mitgliedsunternehmen einen entsprechenden Mehrwert zu bieten.
UNOS fordern daher die Zusammenführung der neun Landes-Wirtschaftskammern zu drei Regional-Wirtschaftskammern, gegliedert in West (Sitz in Innsbruck), Zentralraum (Sitz in Linz) und Südostregion (Sitz in Graz). So soll sichergestellt werden, dass neben dem Sitz der Bundeskammer in Wien auch die Länder weiterhin ausreichend Gewicht haben, während die Organisation deutlich effizienter und schlanker wird. Die neue Struktur würde eine deutliche Reduktion der Funktionärsebene bringen: Sechs Präsident:innen und mindestens 30 Vizepräsident:innen und über 500 Fachorganisationen inklusive der dazugehörigen Struktur könnten eingespart werden. Das bedeutet weniger Bürokratie und mehr Fokus auf Service unter Unterstützung der Unternehmer:innen.
2. BEITRAG ZUR STÄRKUNG DES WIRTSCHAFTSSTANDORTS: ABSCHAFFUNG DER KAMMERUMLAGE 2:
Die Kammerumlage 2 (KU2) ist Teil der Lohnnebenkosten und stellt mit einem Gesamtaufkommen von rund 440 Millionen Euro im Jahr 2024 eine erhebliche Belastung für alle Unternehmen und den Faktor Arbeit dar. Besonders exportorientierte Betriebe sind dadurch im internationalen Wettbewerb benachteiligt.
UNOS fordern daher eine schrittweise Abschaffung der KU2: Zwischen 2026 und 2028 soll sie zunächst halbiert werden, um den neu strukturierten, effizienteren Wirtschaftskammern ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Die dadurch entstehenden geringeren Einnahmen können durch einen Teil der bestehenden Rücklagen von derzeit rund 2,2 Milliarden Euro (2024) ausgeglichen werden. Ab 2029 soll die Kammerumlage 2 zur Gänze entfallen. Die Reduktion und spätere Abschaffung der KU2 wäre ein wesentlicher Impuls für den Standort und würde der Bundesregierung die Möglichkeit geben, diese Effekte zu verstärken, sobald es die Staatsfinanzen wieder erlauben.
3. FAIRE OBERGRENZE STATT MEHRFACHBELASTUNG: KAMMERUMLAGE MIT DECKEL
UNOS – Unternehmerisches Österreich
Mag. Lena Nagl
Telefon: +4367683414446
E-Mail: lena.nagl@unos.eu
Website: https://www.unos.eu
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