Neue Kombinationstherapie gegen häufige Form von Lungenkrebs

Studie identifiziert Schwachstelle von Krebszellen als therapeutische Perspektive

EIN FORSCHUNGSTEAM DER MEDIZINISCHEN UNIVERSITÄT WIEN HAT EINEN NEUEN ANSATZ GEGEN EINE BESONDERS HÄUFIGE UND SCHWER BEHANDELBARE FORM VON LUNGENKREBS ENTDECKT. DIE STUDIE ZEIGT, DASS EINE KOMBINATION AUS ZWEI BEREITS GUT UNTERSUCHTEN WIRKSTOFFKLASSEN – ERBB-HEMMERN UND AURORA-KINASE-HEMMERN – KRAS-MUTIERTE LUNGENADENOKARZINOME DEUTLICH WIRKSAMER BEKÄMPFT ALS BISHERIGE THERAPIEN. DAMIT ERÖFFNET DIE AKTUELL IM FACHMAGAZIN „NPJ PRECISION ONKOLOGY“ PUBLIZIERTE FORSCHUNGSARBEIT EINEN NEUEN, VIELVERSPRECHENDEN WEG FÜR PATIENT:INNEN, FÜR DIE ES DERZEIT NUR BEGRENZT BEHANDLUNGSMÖGLICHKEITEN GIBT.

KRAS-Mutationen treten bei rund einem Drittel aller Lungenadenokarzinome auf und betreffen vor allem Raucher:innen. Zwar stehen inzwischen zielgerichtete Medikamente wie der KRAS-G12C-Inhibitor Sotorasib zur Verfügung, doch der Behandlungserfolg ist häufig nur von kurzer Dauer. Viele Tumoren entwickeln innerhalb weniger Monate Resistenzen, indem sie alternative Signalwege aktivieren – eine Besonderheit, die das Forschungsteam um Iris Uras Jodl (Zentrum für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien) zur neu identifizierten Therapieperspektive führte.

„Obwohl KRAS-mutierte Tumoren alternative Signalwege nutzen, um Therapien zu umgehen, bleiben sie auf bestimmte Moleküle – ERBB-Rezeptoren und Aurora-Kinasen – angewiesen, um zu überleben und weiter zu wachsen. Genau diese Abhängigkeit stellt eine Schwachstelle dar, die sich gezielt therapeutisch nutzen lässt“, fasst Iris Uras Jodl den Kern der Erkenntnisse zusammen. Aurora-Kinasen steuern zentrale Abläufe der Zellteilung, während ERBB-Rezeptoren Wachstumsreize von außen in die Zelle weiterleiten. Zusammen sichern diese Systeme das Überleben der Krebszellen – selbst wenn KRAS bereits durch eine Therapie blockiert wird.
KOMBINATION AUCH BEI RESISTENTEN TUMOREN WIRKSAM

Mag. Johannes Angerer
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