
Riesenandrang bei 2€-Aktion von ÖH und HTU Wien: Studierende fordern leistbare Mensen
Steigende Mensapreise machen ein warmes Mittagessen für viele Student_innen unleistbar. Die Botschaft ist klar: Das Angebot muss rauf, die Preise runter!
Am Freitag konnten sich Studierende an der Mensa im Freihaus der TU Wien ein Menü um nur 2Ꞓ abholen. Finanziert wird das Angebot von der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) sowie der Hochschüler_innenschaft an der TU Wien (HTU Wien). Die Mensa wurde regelrecht überrannt: Schon lange wurden in der Freihaus-Filiale nicht mehr so viele Menüs an einem Tag ausgegeben. Die hohe Nachfrage zeigt: Studierende gehen in die Mensa, wenn das Angebot stimmt.
FLÄCHENDECKENDES 3Ꞓ MENÜ UND MEHR STANDORTE GEFORDERT
Die Österreichische Hochschüler_innenschaft kritisiert, dass Mensen immer stärker nach marktwirtschaftlichen Prinzipien geführt werden. Dabei sind sie ein wichtiger Teil der sozialen Grundversorgung an Hochschulen. Gleichzeitig kommt es zu Schließungen von Mensen und deutlichen Preissteigerungen. Dafür trägt auch die Bundesregierung Verantwortung, die keine ausreichenden Mittel für leistbare Studierendenverpflegung bereitstellt. Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitzteam betont: „Selbst die Mensen, die eigentlich entlasten sollten, werden zunehmend zum sozialen Ausschlussfaktor. Leistbare Mahlzeiten sind keine Randfrage, sondern eine zentrale Voraussetzung für soziale Durchlässigkeit und echte Chancengerechtigkeit. Ohne sie bleibt die gleichberechtigte Teilnahme am Hochschulalltag für viele Studierende bloß ein Anspruch auf dem Papier.“ Die ÖH fordert, dass an den Standorten der staatseigenen Mensen-GmbH österreichweit Mensa-Menüs um maximal 3Ꞓ angeboten werden.
Die aktuelle Situation zeigt, dass hohe Preise für viele Studierende eine große Belastung sind. Schon jetzt müssen sie einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Gerade im Studienalltag fehlt es daher an leistbaren Angeboten an den Hochschulen. Wichtig ist dabei nicht nur der Preis, sondern auch die Qualität des Essens. Studierende brauchen ein nachhaltiges, ausgewogenes Angebot mit mehr pflanzlichen Gerichten. Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitzteam sagt dazu: „Studierende müssen sich gesund und leistbar ernähren können. Wenn die Mensa keine Entlastung mehr bietet, steigt der Druck im Studienalltag. Ein niederschwellig verfügbares, warmes Mittagessen liefert dringend benötigte Energie in einem Umfeld, das zunehmend von Stress und Leistungsdruck geprägt ist.“
Auch vor Ort wird der Handlungsbedarf deutlich. Astrid Albrecht-Kramreiter, Vorsitzende der HTU Wien betont: „Die Mensa muss mehr sein, als nur ein Ort zum Essen: Es braucht einen Ort, an dem Studierende verweilen, sich austauschen sowie gut und leistbar essen können. Moderne Universitäten dürfen sich nicht als reine Arbeitsplätze verstehen, sondern müssen bewusst Räume schaffen, die interdisziplinäre Begegnung und Austausch unter Studierenden und Forschenden ermöglichen. Nur so stärken wir eine kritische Gesellschaft und fördern wissenschaftliche Innovation.“
Die ÖH fordert daher ein flächendeckendes, öffentlich finanziertes Mensasystem mit klaren sozialen Mindeststandards. Dazu gehören ein leistbares Drei-Euro-Standardmenü an allen Standorten, eine ausreichende Grundfinanzierung der Mensen durch den Bund sowie verbindliche Mitbestimmung von Studierenden und Beschäftigten. Leistbare Mensen sind kein freiwilliges Zusatzangebot, sondern ein notwendiger Bestandteil einer gerechten Hochschulpolitik.
_Fotos der Aktion können unter diesem __Link__ frei entnommen werden._
Bianca Ivan
Pressesprecher_in
ÖH – Österreichische Hochschüler_innenschaft
Telefon: +43 676 888522 21
E-Mail: bianca.ivan@oeh.ac.at
Website: www.oeh.ac.at
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