
Internationaler Holocaust-Gedenktag: Bildungsministerium und Yad Vashem setzen neue Impulse
Bildungsminister und Vorsitzender von Yad Vashem bekräftigen Zusammenarbeit.
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages fand heute im Bildungsministerium ein Arbeitsgespräch zwischen Bundesminister Christoph Wiederkehr und Dani Dayan, Vorstandsvorsitzender der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem, statt. Die enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Yad Vashem ist wesentlich für die Holocaust Education im österreichischen Bildungssystem. Seit 1999 haben bereits mehr als 1.000 Lehrkräfte aus Österreich Weiterbildungen in Yad Vashem absolviert. Die gemeinsam entwickelten Unterrichtsmaterialien leisten einen nachhaltigen Beitrag, um die Geschichte des Holocaust an die nächsten Generationen zu vermitteln“, so Bildungsminister Christoph Wiederkehr.
„In ganz Österreich veranstalten Schulen eigene Gedenkveranstaltungen rund um den Internationalen Holocaust-Gedenktag oder nutzen die Angebote des OeAD-Programms ERINNERN:AT und Yad Vashem für eine zeitgemäße Geschichtsvermittlung. Damit setzen unsere Schulen ein starkes Zeichen für unsere Demokratie, eine lebendige Erinnerungskultur und gegen Antisemitismus „, betonte der Minister weiters.
„In diesem Jahr werde ich den Internationalen Holocaust-Gedenktag in Wien durch eine Reihe bedeutender Veranstaltungen und Sitzungen begehen. Der Holocaust ist Teil der Geschichte des jüdischen Volkes und der gesamten Menschheit, und die Erinnerung daran und die Lehren daraus begleiten uns bis heute. Die Rede, die ich am UNO-Hauptquartier in Wien halten werde, sowie meine Gespräche mit dem österreichischen Bundeskanzler, dem Bildungsminister und weiteren hochrangigen Beamten, werden dies widerspiegeln. Die Verantwortung, die wir alle als Nachfahren sowohl der Täter als auch der Opfer gemeinsam tragen, bringt dies auch zum Ausdruck. Es ist unsere Aufgabe, dieses Gedenken weiterzutragen und die Phänomene zu bekämpfen, die den Holocaust ermöglicht haben: Hass und Antisemitismus,“ so Dani Dayan, Vorsitzender von Yad Vashem anlässlich seines Besuches bei Bildungsminister Wiederkehr.
Neue Impulse setzt das israelisch-österreichische Schulaustauschprogramm, es wird 2026 in die Pilotphase starten: Zwei Schulen aus Jerusalem planen im Juni 2026 Partnerschulen in Österreich zu besuchen. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage in der Region findet der Austausch vorerst nur von Israel nach Österreich statt. Das israelisch-österreichische Schulaustauschprogramm wird vom Nationalfonds der Republik Österreich gefördert und in Kooperation mit dem BMB und dem OeAD umgesetzt.
Die beliebten Fortbildung-Seminare für österreichische Lehrkräfte in Yad Vashem mussten seit Oktober 2023 pausieren, eine Wiederaufnahme ist für den Sommer 2027 geplant. Als Alternative bietet das Bildungsministerium 2026 gemeinsam mit Yad Vashem, dem OeAD und der PH Oberösterreich eine Studienfahrt für Lehrkräfte nach Polen zu Holocaust-Gedenkstätten an.
Im Rahmen des Termins wurde das Dialogprogramm der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, LIKRAT vorgestellt. LIKRAT, das Dialogprogramm der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, bringt jüdische und nicht-jüdische Jugendliche im direkten Dialog zusammen, um Verständnis zu fördern und um Antisemitismus zu überwinden. Minister Wiederkehr würdigte das Engagement: „LIKRAT ist ein einmaliges Programm, das jüdische Schülerinnen und Schüler stärkt, Freundschaften entfaltet und Vorurteile abbaut. Als Bildungsministerium setzen wir dem Antisemitismus hochwertige Bildung entgegen“.
LIKRAT- Programmverantwortliche Beatrice Kricheli: „LIKRAT ermöglicht authentische Einblicke in junges jüdisches Leben der Gegenwart. Im Dialog entsteht zugleich ein Raum, in dem Erinnerung, Gedenken und heutige Verantwortung miteinander verbunden werden.“
Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag kündigt das BMB zudem eine neue Handreichung zur Antisemitismus-Prävention an: Die praxisorientierte Publikation „Antisemitismus – Gesellschaftliche Herausforderung und pädagogisches Handeln“ bietet Lehrpersonen eine kompakte Einführung in Geschichte, Erscheinungsformen und Funktionen von Antisemitismus. Sie unterstützt Lehrerinnen und Lehrer dabei, antisemitische Vorfälle im Schulalltag zu erkennen, zu benennen und pädagogisch angemessen zu reagieren. Die 53-seitige Broschüre wurde von ERINNERN:AT, dem vom BMB beauftragten Holocaust Education Programm des OeAD, vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der PH Salzburg entwickelt und wird am 4. Februar am Stefan Zweig Zentrum in Salzburg vorgestellt.
BMB
Susanne Leiter
Pressesprecherin
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