
LH Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Pernkopf stellten „Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+“ vor
„Investitionen in Forschung von heute sind Arbeitsplätze und Wohlstand von morgen“
150 Millionen Euro investiert das Land Niederösterreich pro Jahr in Wissenschaft und Forschung – ein Spitzenwert unter allen Bundesländern. Heute wurde dazu von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf im Zuge einer Pressekonferenz an der USTP (University of Applied Sciences St. Pölten) die neue „Hochschulstrategie Niederösterreich 2030+“ präsentiert. „Wenn ein Land in Bildung und Wissenschaft investiert, entstehen neuen Chancen, neue Perspektiven und Leistungsträger der Zukunft“, zeigte sich dabei die Landeshauptfrau überzeugt.
Noch vor etwas mehr als 30 Jahren gab es in Niederösterreich keine Universitäten und Fachhochschulen. Niederösterreich habe es aber verstanden, die mit dem EU-Beitritt Österreichs verbundenen Chancen zu nutzen und habe sich u. a. zu einem modernen Hochschul- und Forschungsstandort entwickelt, so Mikl-Leitner: „Heute sind wir regional verankert und international vernetzt. Mit 15 Hochschulen, mehr als 31.000 Studierenden und etwa 8.000 Lehrenden und Forschenden.“ Allein in den letzten fünf Jahren sei die Zahl der Studierenden an den Fachhochschulen um rund 15 Prozent, an Pädagogischen Hochschulen um über 40 Prozent und an Privatuniversitäten um mehr als 70 Prozent gestiegen. „Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen und Investitionen des Landes“, betonte die Landeshauptfrau. Heute seien die Hochschulen „ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Niederösterreich“, so seien etwa in Krems rund 18 Prozent aller Arbeitsplätze direkt oder indirekt mit Hochschulen verbunden. 18 Monate nach dem Abschluss seien nur rund zwei Prozent der Absolventinnen und Absolventen arbeitslos. Aber auch volkswirtschaftlich gebe es viele Effekte, hielt Mikl-Leitner fest: „Laut WIFO lösen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Studierende eine Wertschöpfung von rund 950 Millionen Euro in Niederösterreich aus. Das ist Bildung, die Wirkung zeigt.“
Besonders wichtig sei darüber hinaus auch der Wissens- und Technologietransfer, denn Hochschulen seien „nicht nur Orte des Wissens, sondern auch Motoren für Innovation, Gründungen und neue Technologien“, sagte die Landeshauptfrau weiters: „Investitionen in Forschung von heute sind Arbeitsplätze und Wohlstand von morgen.“ Hier setze auch die „Mission Nobelpreis“ an, betonte sie: „Es geht uns hier nicht um einen Pokal im Regal. Es geht darum, optimale Rahmenbedingungen für Wissenschaft und Forschung zu schaffen.“
Die neue Hochschulstrategie bestehe aus sechs Säulen, informierte die Landeshauptfrau, von attraktiven Studienangeboten über starke Forschung bis hin zu Hochschulen als verlässlicher Partner der Wirtschaft. Als einen wichtigen Schwerpunkt hob sie die Workshopreihe „Unternehmerische Hochschulen in Niederösterreich“ heraus, wo es in Zusammenarbeit mit tecnet vor allem um den Erfahrungsaustausch zwischen den Hochschulen gehe: „Wir wollen eine Brücke schlagen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.“ Zweitens ging Mikl-Leitner auf den Europacampus Hainburg näher ein, den sie als „Leuchtturmprojekt“ bezeichnete. Durch institutionenübergreifende Zusammenarbeit, internationale Kooperationen und interdisziplinäre Forschung und Lehre sollen hier vor allem Zukunftsfelder wie Grüne Technologie, Nachhaltigkeit und Entrepeneurship bearbeitet werden.
„Für mich ist klar: Hochschulpolitik ist Standortpolitik, Wirtschaftspolitik und Zukunftspolitik“, so die Landeshauptfrau.
„Wissenschaft schafft Zukunft für unser Land, unsere niederösterreichischen Hochschulen sind nicht nur Ausbildungsstätten, sie sind Werkstätten der Zukunft“, zeigte sich LH-Stellvertreter Pernkopf überzeugt.
Er fasste die sechs Leitlinien der neuen Hochschulstrategie zusammen: „Erstens wollen wir in Niederösterreich ein attraktiver Studienort sein.“ Deshalb investiere man in den kommenden drei Jahren im Zuge einer FH-Offensive 41 Millionen Euro in den Ausbau, wodurch die Anzahl der Studienplätze von 13.000 auf 15.000 steigen soll. Die zweite Leitlinie lautet „Gut studieren – Zugang ermöglichen, Abschluss sichern“. „Dafür vergeben wir jährlich 1.100 Stipendien im Umfang von 2,7 Millionen Euro“, so Pernkopf dazu. Der dritte Punkt lautet „Gelebte Internationalität“, so würden pro Jahr rund 500 Auslandsaufenthalte ermöglicht. Vierter Schwerpunkt sei es, Niederösterreich etwa durch Forschungsfinanzierung als starken Hochschulstandort weiter zu festigen, fünfter Punkt seien die „Hochschulen als Partner der Wirtschaft“, und sechstens sei es wichtig, „gesellschaftliche Verantwortung zu tragen und Wissen zu vermitteln“, erwähnte Pernkopf in diesem Zusammenhang Formate wie die Science Academy, das Science Center in Tulln oder den Wissenschaftsheurigen „Heurika“. Abschließend betonte Pernkopf auch die Bedeutung des Promotionsrechts für die Fachhochschulen für die Weiterentwicklung dieser Einrichtungen.
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