
Mandl in Bangladesch zur Beobachtung der größten Wahl des Jahres 2026
Mandl unterstützt EU-Stellungnahmen, sieht Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen als Hemmschuh für die Entwicklung und thematisiert Desinformation
Der österreichische Europaabgeordnete Lukas Mandl war diese Woche Teil einer Mission des Europäischen Parlaments zur Beobachtung der Parlamentswahlen in Bangladesch. Angesichts der Einwohnerzahl des südasiatischen Landes von rund 174 Millionen handelte es sich um die weltweit größte Wahl des Jahres 2026. Gleichzeitig wurde eine Volksabstimmung über Reformen des Staates abgehalten. „Die Wahlbeobachtung war sinnvoll zur Unterstützung von Demokratie und Stabilität in diesem großen Land. Das ist auch für uns in Europa wichtig! Die Mission war auch eine hervorragende überparteiliche Aktivität in bestem europäischem Geist, getragen von Christdemokraten und Sozialdemokraten, Konservativen und Liberalen sowie Grünen: Es waren die fünf Fraktionen der breiten parlamentarischen Mitte vertreten. Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen aus Irland, den Niederlanden, Rumänien, Spanien und der Tschechischen Republik für die gute Zusammenarbeit“, sagt Mandl.
Mandl erklärt: „Ich teile jeden Punkt der Erklärungen der EU-Wahlbeobachtung und auch der Stellungnahme der Mission des Europäischen Parlaments, die in der heutigen Pressekonferenz bekannt gegeben wurde. Besondere Aufmerksamkeit verdient auch für uns in Österreich das Ansteigen der Versuche, durch Desinformation auf verschiedenen Kanälen Wahlen zu beeinflussen, teils unterstützt durch Künstliche Intelligenz. Die zuständige Behörde in Bangladesch hatte sich darauf vorbereitet. Social Media Plattformen haben ihre Verantwortung aber teils zu spät oder gar nicht wahrgenommen.“
„Für die Gesetzgebung bedeutet das, dass wir noch klarer werden müssen in der Verteidigung der Meinungsfreiheit sowie der Unterscheidung zwischen Meinung und Faktum. Auch der unabhängige Journalismus gehört geschützt. So wurde in Bangladesch versucht, Desinformation zu verbreiten, indem Seiten gestaltet wurden, die jenen von Medien täuschend ähnlich sahen, deren Inhalte auf journalistischer Arbeit beruhen“, informiert Mandl.
„Ganz klar eine klaffende Wunde und ein Hemmschuh für die Entwicklung des Landes ist der Mangel an Präsenz von Frauen im öffentlichen Leben und an Teilhabe von Frauen an Entscheidungsprozessen. Das drückt sich auch darin aus, dass nicht einmal eine von zwanzig der Personen weiblich war, die für das Parlament von Bangladesch kandidierten“, ergänzt Mandl.
„Die Wahlen waren möglich geworden, nachdem es im Sommer 2024 zu Aufständen gekommen war, in denen durch die Brutalität der damaligen staatlichen Führung fast 1500 Menschen ihr Leben ließen. Eine Übergangsregierung unter dem weltweit geachteten Muhammad Yunus hat dann den Wahlen den Weg geebnet. Die Begegnung mit dem 86-jährigen Yunus war beeindruckend. Ihm war im Jahr 2006 zusammen mit der von ihm gegründeten Grameen Bank der Friedensnobelpreis zuerkannt worden. Das Miteinander der jungen Menschen und vieler Frauen im Aufstand und dann die Erfahrung von Yunus haben den Übergang wohl erst ermöglicht“, sagt Mandl abschließend.
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