LH Mikl-Leitner präsentierte „Wirtschaftsstrategie 2030+“ unter dem Motto „Wirtschaft stärken. Zukunft sichern“

„Stärken unsere Wirtschaft im Sinne der besten Zukunft unserer Kinder“

„Die Produktivität steigern, mehr Arbeitsplätze in der Forschung schaffen und Wohlstand sichern“ – so lassen sich die Ziele der neuen Wirtschaftsstrategie 2030+ zusammenfassen, die heute, Dienstag, von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Zuge einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus vorgestellt wurde. Mit am Podium: Wirtschaftsforscher Christian Helmenstein und Unternehmer Karl Winkler von „Winkler Schulbedarf“ in Karlstetten.

In einer Zeit mit Kriegen, Krisen und großen wirtschaftlichen Unsicherheiten gebe es jedoch auch „positive Entwicklungen“, verwies die Landeshauptfrau etwa auf die Tatsache, dass die Wirtschaft in Niederösterreich 2025 nach zwei sehr schwierigen Jahren wieder gewachsen sei – und auch für heuer werde ein Wachstum von rund 1,2 Prozent prognostiziert. „Die Beschäftigung steigt, die Inflation sinkt, so Mikl-Leitner: „Das zeigt, dass unsere Wirtschaft auf einem wirklich guten Fundament steht.“ Niederösterreich sei „ ein starkes Wirtschaftsland, Exportland und Innovationsland“, so die Landeshauptfrau: „Darauf bauen wir auf mit unserer neuen Wirtschaftsstrategie 2030+“. Als Land wolle man „alles tun, was wir tun können, um die besten Rahmenbedingungen zu schaffen“, betonte sie: „Wir investieren in Infrastruktur, wir investieren in Wissenschaft und Forschung, wir beschleunigen Verfahren, wir bauen Bürokratie ab und wir setzen auf Digitalisierung.“

Mit der neuen Wirtschaftsstrategie 2030+ habe man sich drei konkrete Ziele gesetzt, so die Landeshauptfrau. Erstens wolle man „Niederösterreichs Wettbewerbsfähigkeit stärken“, das Ziel sei die Produktivität zu stärken durch Digitalisierung, Automatisierung sowie durch weniger Bürokratie durch schnellere Verfahren. Zweitens gehe es darum, „das wirtschaftliche Fundament zu stärken“. So wolle man Industrie, Gewerbe, Handwerk, Leitbetriebe, Familienbetriebe, bestehende Unternehmen und Neugründungen unterstützen – mit Investitionsförderungen, Haftungen, Gründerberatung oder auch bei der Erschließung neuer Märkte oder durch eine klimafitte Standortentwicklung. Drittens gehe es darum „Innovation und Forschung zu fördern“. Darum werde im Laufe des zweiten Quartals 2026 ein neuer Fördercall für Prototypen gestartet, „um die Lücke zwischen Wissenschaft und Forschung und der Marktumsetzung zu schließen und die Erkenntnisse der Forschung zu Wertschöpfung zu machen“. Die Ziele für die kommenden fünf Jahre zusammengefasst: Die Produktivität auf ein Bruttoregionalprodukt von über 110.000 Euro pro Erwerbstätigen erhöhen, die Anzahl der Forschungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in den Unternehmen auf 10.000 steigern und den Wohlstand sichern: „Niederösterreich ist die Region mit der höchsten Kaufkraft, und diese Position wollen wir halten.“

Bei der Umsetzung der Wirtschaftsstrategie wolle man „gezielt auf Schlüsseltechnologien der Zukunft setzen“, hielt die Landeshauptfrau fest und verwies etwa auf Luft- und Raumfahrt, Sicherheitswirtschaft, Bahntechnologie, Gesundheitswirtschaft oder Kreislaufwirtschaft. Niederösterreich wolle „nicht nur mithalten, sondern wir wollen das Tempo vorgeben und vorangehen“. Gleichzeitig habe man „klare Erwartungen an den Bund“, den „Faktor Arbeit zu entlasten und die Lohnnebenkosten zu senken“ sei „das Gebot der Stunde“, ebenso forderte sie „mehr Tempo beim Bürokratie-Abbau“.

Mehr als 200 Personen hätten sich in den Prozess zur Erarbeitung der Wirtschaftsstrategie 2030+ eingebracht, hielt Mikl-Leitner fest: „Das zeigt: Diese Strategie ist breit aufgestellt“. „Wir stärken damit unsere Wirtschaft im Sinne der besten Zukunft unserer Kinder“, zeigte sie sich überzeugt.

Niederösterreich habe den Wandel hin zu einem wissensintensiven Technologiestandort geschafft, hielt Wirtschaftsforscher Helmenstein in seinem Statement fest. Mit Blick auf das Wirtschaftswachstum 2026 gehe es „wieder aufwärts“, meinte er, und auch wenn das Umfeld „schwierig zu prognostizieren“ bleibe, werde man in Niederösterreich mit einem Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent rechnen können. In der EU gebe es 244 Regionen, sagte er: „Das heißt wir befinden uns im Wettbewerb mit 243 anderen Regionen. Dazu kommen noch die Schweiz, China, Indien oder die Türkei – eine enorme Herausforderung.“ Niederösterreich müsse daher nicht auf „Business durch Größe“ setzen, sondern auf Nischen, wo man weltweit zu den besten gehöre. Hier seien Themen wie Digitalisierung, smarte Vitalität, Kreislaufwirtschaft und Mobilitätstechnologien wesentlich, so Helmenstein, der sich ebenfalls für eine Senkung der Lohnnebenkosten aussprach.

Karl Winkler, Geschäftsführer und Inhaber des Familienunternehmens Winkler Schulbedarf, informierte über seinen Betrieb, der 94 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählt und sich der Produktion und dem Online-Versandhandel von pädagogischen Werkmaterialien widmet und über 10.000 Artikel im Sortiment hat. Vom Standort Niederösterreich aus werden die Märkte Österreich, Deutschland und Ungarn betreut. Aktuell investiert das Unternehmen am Standort Karlstetten 14 Millionen Euro in eine neue Produktionsanlage, in die Vergrößerung der Lagerkapazitäten und in eine Biomasseanlage: „Stillstand ist keine Strategie. Wir investieren, weil wir in Niederösterreich verwurzelt sind, an den Standort Niederösterreich glauben und vor allem auch an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.“

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