
Empfehlungen des ORF-Publikumsrats
Der ORF-Publikumsrat hat in seiner Plenarsitzung am Donnerstag, dem 5. März 2026, unter dem Vorsitz von Mag.a Gabriele Zgubic-Engleder folgende Empfehlungen beschlossen:
Empfehlung zur angemessenen Berücksichtigung der Anliegen von Menschen mit Behinderungen
Die Berücksichtigung der Anliegen von Menschen mit Behinderungen ist laut Erhebungen im Auftrag des Publikumsrats auch aus Sicht des Publikums ein besonders wichtiger Auftrag des ORF (Mittelwert 1,9). Im Rahmen des Themenschwerpunkts zur Berücksichtigung der Anliegen von Menschen mit Behinderungen am 20. November 2025 wurden – über im Aktionsplan für Barrierefreiheit dargestellte Maßnahmen hinaus – folgende konkrete Anliegen geäußert:
* Menschen mit Behinderungen sollen in den Programmen des ORF sichtbar sein und realistisch dargestellt werden.
* Programmliche Angebote sollen Menschen mit Behinderungen auch in neuen, ungewohnten Kontexten thematisieren.
* Die ORF-Abteilung Barrierefreiheit und Inklusion soll bei der Entwicklung von Formaten angemessen involviert werden, um die Anliegen von Menschen mit Behinderungen bestmöglich zu berücksichtigen.
Empfehlung zur Vermittlung von Wissenschaft im ORF
Erhebungen im Auftrag des ORF-Publikumsrats zeigen, dass der Auftrag, Wissenschaft zu vermitteln, vom Publikum als wichtig angesehen wird (Mittelwert 2,3). Im Kontext von Volks- und Jugendbildung sind dem Publikum die Themen Wissenschaft, Forschung, Technologie und Innovation zu insgesamt 82 Prozent sehr wichtig oder wichtig. Der Publikumsrat anerkennt die Rolle des ORF in der Vermittlung von Wissenschaft und spricht sich für deren weitere Stärkung aus. Im Rahmen der Sitzung zum Themenschwerpunkt Wissenschaft am 20. November 2025 wurde dazu folgende konkrete Anliegen geäußert:
* Ziel eines „ORF für alle“ soll es sein, dass möglichst viele Österreicherinnen und Österreicher den ORF als Informationsquelle für Wissensthemen schätzen. Verloren gegangenes Vertrauen, wie dies in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zu beobachten war, muss zurückgewonnen werden. Bei der Vermittlung von Wissen soll auch aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie gelernt werden. Durch die fundierte Auseinandersetzung mit Risiken soll langfristig Vertrauen erhöht werden. Bei Formaten der Wissensvermittlung soll das Publikum verstärkt involviert werden.
* Der Weg, Wissen auch in Unterhaltungsformaten zu transportieren, soll fortgesetzt werden.
* Neben der Wissensvermittlung soll auch das Wissenschaftsverständnis (Science Literacy) gestärkt werden. Auf Basis einer Gesamtstrategie sollen insbesondere auch junge Zielgruppen im digitalen Bereich erreicht werden.
* Der ORF soll die Idee einer Gesundheitsinformations-App gemeinsam mit Stakeholdern prüfen.
* Der ORF soll bei seiner Berichterstattung verstärkt die Schnittstellen von Wissenschaft, Forschung, Technologie und Innovation adressieren und Innovationsthemen lebensnahe vermitteln.
* Der Diskurs über Entwicklungen in der Wissenschaft soll im ORF sichtbar gemacht werden (z. B. Aktivismus und Wissenschaft). Sofern thematisch relevant, sollen Funktionen von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern außerhalb des wissenschaftlichen Bereichs dem Publikum gegenüber transparent gemacht werden.
* Bei der Vermittlung von Wissenschaft soll die Bedeutung der Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen (wie ISTA, ÖAW, FWF, LBG) angemessen dargestellt werden. Zur besseren Vermittlung von wissenschaftlichen Inhalten soll – auch in Kooperation mit den WissKom-Abteilungen der betreffenden Einrichtungen – ein entsprechend qualifizierter, vielfältiger Pool von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern für die Berichterstattung genutzt werden.
* Publikumsnahe Formate der Wissensvermittlung, wie die „Science Busters“, sollen ausgebaut werden. Bei der Wissensvermittlung sollen auch Struktur und Vermittlungskompetenz der Erwachsenenbildung in Österreich berücksichtigt werden.
* Wissenschaftlich fundierte Informationen sollen insbesondere mit Blick auf gesellschaftlich kontrovers diskutierte Themen (z. B. Flucht, Migration, Menschenrechte) sowie auf komplexe sachliche Zusammenhänge (z. B. Land-, Forst- und Ernährungswissenschaft) gestärkt werden. Das Wissen von Forschungseinrichtungen soll besser genutzt werden.
* Wissenschaftsberichterstattung im ORF soll dem Umstand Rechnung tragen, dass sich Wissen dynamisch verändert. Es soll aufgezeigt werden, was unter „wissenschaftlich fundierten Informationen“ zu verstehen ist, was gesichertes Wissen ist – und wo noch wissenschaftliche Diskussionen stattfinden. Zwischen faktenbasierter Wissenschaft und Meinungen ist klar zu unterscheiden.
* In der Wissenschaftsberichterstattung soll auch die Instrumentalisierung von Wissenschaft für spezifische Interessen sowie der Umgang mit Desinformation adressiert werden.
ORF-Büro der Gremien
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