Lawinensicherheit braucht Wissen, nicht Strafverschärfung

Die Naturfreunde Österreich sehen die aktuell diskutierten Forderungen nach Strafverschärfungen bei Lawinenunfällen kritisch. Wie bereits das Kuratorium für Alpine Sicherheit sowie der Verband der Österreichischen Berg- und Skiführer betonen, besteht kein Anlass, die bestehende Lawinenwarnung oder die fünfstufige Lawinengefahrenskala in Frage zu stellen.

„Die fünfstufige Lawinengefahrenskala ist international etabliert, verständlich und fachlich fundiert. Sie ist Teil eines bewährten Informationssystems der Lawinenwarndienste in den Alpen, in Europa sowie weltweit. An diesem System zu rütteln wäre aus unserer Sicht nicht sinnvoll“, sagt Arno Studeregger, Lawinenexperte und Bundesreferent der Naturfreunde Österreich.

Der Lawinenlagebericht liefert eine großräumige Einschätzung der Gefahrenlage und ist vor allem für die Planung von Skitouren und Variantenfahrten wichtig. Entscheidend bleibt jedoch stets die eigene Beurteilung der Situation im Gelände. Beide Aspekte ergänzen einander und sind maßgeblich für mehr Sicherheit am Berg..

„Der Lagebericht beschreibt die regionale Lawinengefahr sehr gut. Die konkrete Entscheidung im Gelände muss aber immer vor Ort getroffen werden. Genau deshalb ist Ausbildung so wichtig – sie vermittelt das Wissen, Risiken richtig einzuschätzen und verantwortungsvoll zu handeln“, erklärt Martin Edlinger, staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Leiter des Skitourenreferates der Naturfreunde Österreich.

Auch die aktuell diskutierten Strafverschärfungen für Wintersportler sehen die Naturfreunde kritisch.

Eine gesetzliche Verschärfung der bestehenden Regelungen ist der falsche Weg. Sicherheit im alpinen Raum entsteht durch Wissen, Ausbildung, Erfahrung, und Eigenverantwortung – nicht durch strengere Strafen“, so Edlinger.

Die Naturfreunde Österreich setzen seit vielen Jahren konsequent auf Ausbildung und Risikokompetenz im winterlichen Bergsport – unter anderem mit dem Konzept des Winterlichen Risikomanagements (W3) und der österreichweit etablierten Integrativen Lawinenkunde.

„Die Sicherheit im Bergsport hat sich in den letzten Jahrzehnten vor allem durch Ausbildung, Aufklärung und die Zusammenarbeit der alpinen Organisationen deutlich verbessert. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet die Naturfreunde Akademie mit ihrer starken Ausbildungskompetenz und praxisnahen Schulungen. Diesen erfolgreichen Weg über Wissen und Ausbildung müssen wir weitergehen – strengere Strafen erhöhen die Sicherheit am Berg nicht“, betont Günter Abraham, Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich.

Naturfreunde Österreich
Veronika Wenninger, MA
Telefon: +43 664 848 19 43
E-Mail: veronika.wenninger@naturfreunde.at
Website: https://www.naturfreunde.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender

This website stores cookies on your computer. These cookies are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to to opt-out of any future tracking, a cookie will be setup in your browser to remember this choice for one year.

Accept or Deny