
Einreichung von Beiträgen zum Papageno-Medienpreis für suizidpräventive
Berichterstattung 2026 ab sofort möglich. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird bereits zum achten Mal verliehen.
Im Rahmen des von der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) betreuten Suizidpräventionsprogramms SUPRA wird auch in diesem Jahr der Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung durch das Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMASGPK), die österreichische Gesellschaft für Suizidprävention (ÖGS), die Wiener Werkstätte für Suizidforschung, den Verein Kriseninterventionszentrum Wien, den Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien sowie den Österreichischen Presserat ausgelobt. Verliehen wird der Preis von Gesundheitsministerin Korinna Schumann. *****
SCHUMANN: „BERICHTERSTATTUNG KANN LEBEN RETTEN“
„Qualitativ hochwertiger Journalismus leistet einen bedeutenden Beitrag zur öffentlichen Gesundheit. Medien, die verantwortungsvoll über Krisen und Bewältigungsstrategien berichten, können Menschen in schwierigen Lebenslagen Hoffnung geben und so suizidpräventiv wirken – das ist der Kern des sogenannten Papageno-Effekts. Gerade in einer Zeit, in der psychische Belastungen zunehmen, kommt Journalistinnen und Journalisten eine besondere Verantwortung zu: ihre Berichterstattung kann Leben retten.“ so Gesundheitsministerin Schumann, die auch eine Neuerung im Rahmen des diesjährigen Papageno-Medienpreises hervorhebt: „Mit der Erweiterung der Einreichkriterien für den Papageno-Medienpreis in diesem Jahr öffnen wir den Blick noch weiter: Beiträge, die die Überwindung psychosozialer Krisen thematisieren – auch ohne explizite Suizidalität – können ebenfalls eingereicht werden. Studien deuten darauf hin, dass das Erzählen von Bewältigungswegen und die Sichtbarmachung von Hoffnung und Hilfe-Möglichkeiten in Medien ebenfalls suizidpräventiv wirken. Diese Entwicklung spiegelt die vielfältigen Formen wider, in denen Medien einen positiven gesellschaftlichen Einfluss entfalten können.“
Seit den 1980er-Jahren ist ein deutlicher Rückgang der Suizidhäufigkeit zu beobachten, dennoch sterben jährlich rund 1.200 Menschen in Österreich durch Suizid. Das entspricht rund dreieinhalbmal so vielen Toten wie im Straßenverkehr. Die Zahl der Suizidversuche wird zudem auf das Zehn- bis Dreißigfache der tatsächlichen Suizide geschätzt.
Der Rückgang der Suizidrate ist unter anderem auf die Medienrichtlinien zur Berichterstattung über Suizid zurückzuführen. Diese gab es in Österreich als eines der ersten Länder weltweit. Sie stellen national wie international eine Erfolgsgeschichte der Suizidprävention dar. Ziel der Medienrichtlinien ist es, Medienschaffende auf ihre gesellschaftliche und gesundheitspolitische Rolle in der Berichterstattung hinzuweisen. Eine sorgsame Berichterstattung über das immer noch tabuisierte Thema Suizid mit Fokus auf der Bewältigung von Suizidalität und Krisen wirkt suizidpräventiv („Papageno-Effekt“) und soll Imitationssuizide („Werther-Effekt“) verhindern.
Der Papageno-Medienpreis wird 2026 bereits zum achten Mal verliehen. Angelehnt an den „Papageno-Effekt“ ist er nach der gleichnamigen Figur aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ benannt. Papageno kann in der Oper seine anfänglichen Suizidgedanken mit Hilfe von Anderen überwinden. Der Preis wird jährlich um den Welttag der Suizidprävention (10. September) vergeben.
NOMINIERUNG UND EINREICHUNG VON BEITRÄGEN
Die diesjährige Verleihung findet am 10. September 2026 im Presseclub Concordia statt und ist mit 5.000 Euro dotiert. Für den Papageno-Medienpreis 2026 sind Beiträge, die im Zeitraum von 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026 veröffentlicht werden, zugelassen. Die suizidpräventiven Beiträge können von Autor:innen selbst, aber auch durch Dritte mit vollständigen Unterlagen an papageno-medienpreis@sozialministerium.gv.at bis 1. Juli 2026 eingereicht werden.
2026 werden außerdem die Einreichkriterien für den Papageno-Medienpreis erweitert. Es können nun auch Beiträge eingereicht werden, die die Überwindung psychosozialer Krisen generell thematisieren. Suizidalität muss in den Einreichungen nicht zwingend vorkommen. In Studien mehren sich Hinweise, dass Geschichten über die Bewältigung psychosozialer Krisen auch suizidpräventiv wirken können, wenn in der Geschichte selbst Suizidalität kein Thema ist.
Weitere Informationen zum Papageno-Medienpreis und zur Einreichung finden Sie unter: www.sozialministerium.gv.at/papageno-medienpreis
Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
E-Mail: pressesprecher@sozialministerium.gv.at
Website: https://sozialministerium.gv.at
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