
„Hol dir, was dir zusteht“: Neue ÖH-Kampagne soll mehr Studienbeihilfe-Bezieher_innen bringen
Die ÖH startet eine Informationskampagne zur Studienbeihilfe. Ziel ist es, Studierende über ihre Ansprüche aufzuklären und auf die Probleme im Förderwesen aufmerksam zu machen.
Derzeit beziehen nur 12,1 Prozent der Studierenden Studienbeihilfe, obwohl laut Schätzungen deutlich mehr Anspruch hätten vor allem da 6 von 10 Studierenden laut Studierendensozialerhebung unter der Armutsgefährdungsgrenze leben. Gleichzeitig reicht die Förderung angesichts steigender Mieten, Lebensmittelpreise und Energiekosten kaum aus: Die durchschnittliche Unterstützung der Studierenden durch die Studienbeihilfe beträgt nur rund 684 Euro pro Monat.
“ANTRAG STELLEN LOHNT SICH!”
“Viele Studierende erhalten keine Studienbeihilfe, obwohl sie Anspruch darauf hätten”, so Selina Wienerroither aus dem ÖH Vorsitz. “Studierende und Studieninteressierte werden noch immer viel zu wenig über die Studienbeihilfe aufgeklärt. Dabei stellt sie vor allem für Studieninteressierte aus Arbeiter_innenfamilien einen entscheidenden Unterschied dar, ob ein Studium leistbar ist oder nicht.”, ergänzt Wienerroither. Dieses Systemversagen bedeutet, dass viele außen vor bleiben, obwohl sie eigentlich gefördert werden sollten und hat reale Auswirkungen, wer Studieren gehen kann und wer nicht. Es braucht mehr Informationen zur Studienbeihilfe, um mehr Studierende zum Antragstellen zu bringen. Deswegen wagen wir den ersten Schritt und informieren Studierende in ganz Österreich über die Möglichkeiten der Studienbeihilfe! Die Botschaft ist klar: “Antrag stellen lohnt sich!“, appelliert Wienerroither.
_Die ÖH fordert die automatische Antragstellung für alle Studierenden, damit niemand durchs Raster fällt und die Beihilfe nicht aufgrund fehlender Information ungenutzt bleibt. Im vergangenen Studienjahr wurden über 60.000 Anträge auf Studienbeihilfe gestellt, allerdings gibt es fast 400.000 Studierende!_
AUFTAKTAKTION VOR DER UNI WIEN: WOHNEN, ESSEN ODER MOBILITÄT?
Zum Auftakt der Kampagne macht die ÖH die strukturellen Mängel des Förderwesens sichtbar: Begleitende Stationen zeigen zentrale Ausgaben wie Wohnen, Lebensmittel, Kleidung und Mobilität. Studierende erhalten ein begrenztes Budget, das sie auf diese Ausgaben verteilen müssen – eine Alltagssituation, die viele kennen. Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitzteam ergänzt: „Viele Studierende müssen täglich Prioritäten setzen: Das zur Verfügung stehende Budget reicht nicht für alles. Die Studienförderung müss genau hier entlasten und ein Studium unabhängig von der finanziellen Situation ermöglichen.“
Die Zahlen verdeutlichen ein systemisches Problem: Nur 300 Millionen Euro werden jährlich ausgeschüttet. Das reiche nicht aus, so Umut Ovat aus dem ÖH Vorsitz: „Es ist ein strukturelles Versagen, dass Studierende auf Erwerbstätigkei tangewiesen sind, um das Studium zu finanzieren. Das widerspricht der Chancengerechtigkeit, da nicht nur der Studienfortschritt darunter leidet, sondern vielen Personen im Vorhinein der Zugang zum Studium verwehrt wird.“ Die ÖH fordert daher dringende Reformen: Sowohl der Zugang zur Studienbeihilfe als auch die Höhe der Förderung müssen stärker an die realen Lebenshaltungskosten angepasst werden. Mit der Kampagne will die ÖH nicht nur über Anspruchsvoraussetzungen, Antragstellung und Fördermöglichkeiten informieren, sondern auch ein politisches Zeichen setzen und Druck erzeugen, damit Studieren in Österreich langfristig leistbar ist.
_Fotos der Aktion können unter diesem __Link__ frei entnommen werden._
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Bianca Ivan
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