
SOS Mitmensch: Strafanzeige wegen Mordaufrufs gegen Bundeskanzler Stocker
Seit Tagen ungelöschter Mordaufruf unter Posting von FPÖ-Obmann Kickl – Kein Einzelfall!
SOS Mitmensch hat erneut Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien wegen eines Mordaufrufs auf einer FPÖ-Facebookseite eingebracht. In einem Kommentar unter einem Posting von FPÖ-Obmann Herbert Kickl wird zur Erschießung von Bundeskanzler Christian Stocker aufgerufen. Der Mordaufruf ist seit fünf Tagen ungelöscht online. Bereits vergangene Woche hatte SOS Mitmensch Anzeige wegen mehrerer Mordaufrufe auf der Facebookseite des Wiener FPÖ-Obmanns Dominik Nepp erstattet und die Staatsanwaltschaft gebeten, aufgrund ausbleibender Löschungen eine Beitragstäterschaft der FPÖ zu prüfen.
„Wo kommt Österreich hin, wenn auf den Social Media-Seiten einer Partei kaltblütig zum Mord aufgerufen wird und der Seitenbetreiber nicht eingreift. Eine Partei, die solche Mordaufrufe nicht anzeigt und löscht, macht sich mitschuldig“, zeigt sich Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch, über die ausbleibende Reaktion durch die FPÖ entsetzt. Pollak fordert, dass die Staatsanwaltschaft auch eine mögliche Beitragstäterschaft der FPÖ prüft, wenn Mordaufrufe und Hasskommentare tage- oder sogar wochenlang ungelöscht bleiben.
Ausgangspunkt des jetzt angezeigten Mordaufrufs war ein Posting von FPÖ-Obmann Herbert Kickl zu einer Aussage von Kanzler Stocker zum Thema „Tempo 100“. Unter dem Posting finden sich in den Kommentaren, neben Unmutsäußerungen und wüsten Beschimpfungen, auch ein Mordaufruf gegen den Bundeskanzler mit der Abbildung einer Schusswaffe und der Aussage, dass „nur noch diese gegen Stocker hilft“. Der jetzt von SOS Mitmensch zur Anzeige gebrachte Mordaufruf reiht sich in weitere Mordaufrufe auf FPÖ-Seiten, die von der Menschenrechtsorganisation bereits vergangene Woche an die Staatsanwaltschaft übermittelt wurden. Unter einem Posting des Wiener FPÖ-Obmanns Dominik Nepp war es zu einer regelrechten Hassorgie mit wüsten Beschimpfungen und Massenmordaufrufen gegen Musliminnen und Muslime gekommen. Auch in diesem Fall blieben die Kommentare auf der FPÖ-Seite tagelang ungelöscht online. Erst nach der Anzeige von SOS Mitmensch wurde das Nepp-Posting von der FPÖ gelöscht.
„Wenn eine Partei Gewaltaufrufe systematisch ungelöscht lässt, dann kann das ein Indiz dafür sein, dass sie Gewalt als politisches Mittel befürwortet. Dann ist das nicht nur ein Fall für die Justiz, sondern auch ein dringender Fall für den Verfassungsschutz“, betont Pollak.
SOS Mitmensch
Alexander Pollak
Telefon: 06645120925
E-Mail: apo@sosmitmensch.at
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