Tag der Erde 2026: Umweltbewusstes Verhalten ist eine Frage der Psychologie

Umweltpsychologie als Lösungswissenschaft in den Fokus rücken

Der Klimawandel, die Biodiversitätskrise und die zunehmenden Naturkatastrophen sind nicht nur ökologische und politische Herausforderungen, sondern auch psychologische. Denn das menschliche Erleben und Verhalten steht in enger Wechselwirkung mit der Umwelt: Auf der einen Seite hat die Umwelt einen starken Einfluss auf das menschliche Erleben, Verhalten und Wohlbefinden und auf der anderen Seite hat das menschliche Verhalten einen starken Einfluss auf die Umwelt.

Anlässlich des Tages der Erde am 22. April 2026 macht der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP) daher auf die Wichtigkeit der Umweltpsychologie aufmerksam.

DER EINFLUSS DER UMWELT AUF DAS MENSCHLICHE ERLEBEN, VERHALTEN UND WOHLBEFINDEN

Die Umwelt wirkt sich auf verschiedene Arten auf das menschliche (Wohl-)befinden aus.

Einerseits gibt es positive Auswirkungen: Studien belegen, dass der Aufenthalt in der Natur zahlreiche Vorteile für das psychische Wohlbefinden bietet. Naturkontakt kann zu Stressreduktion führen, positive Gefühle wie Behagen und entspannte Aufmerksamkeit fördern und negative Gefühle wie Angst oder Wut reduzieren.

Andererseits können negative Umweltbedingungen wie der Klimawandel psychische Belastungen hervorrufen. Laut einer Studie, die die Auswirkungen des Hitzesommers 2024 in Österreich bei ungefähr 1.000 Personen über 16 Jahre mit Hauptwohnsitz in Österreich erfragte, berichteten 52% von weniger Energie im Alltag, 38% von geringerer Belastbarkeit und 31% von einem Interessensverlust an Tätigkeiten, die ihnen sonst Spaß machen. Nur 29% gaben an, keine Veränderungen im psychischen Befinden erlebt zu haben. Aber auch das reine Bewusstsein über den Klimawandel kann psychische Belastungen hervorrufen, was unter anderem als „Eco Anxiety“ bezeichnet wird.

DER EINFLUSS DES MENSCHLICHEN VERHALTENS AUF DIE UMWELT

Nicht nur die Umwelt hat einen Einfluss auf die Menschen, sondern auch umgekehrt. Studien zeigen, dass menschliche Handlungen der Haupttreiber für den Klimawandel sind. Um Nachhaltigkeit zu fördern, ist es daher unabdingbar, menschliches Verhalten zu verstehen und gegebenenfalls zu verändern.

Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass das reine Wissen über den Klimawandel nicht automatisch zu nachhaltigem Verhalten führt. Dieses psychologische Phänomen wird als „Einstellungs-Verhaltens-Lücke“ bezeichnet. Denn auch wenn vielen Menschen bewusst ist, dass es dringenden Handlungsbedarf gegen den Klimawandel gibt, ändern viele ihre Gewohnheiten nicht. Als Expert:innen für menschliches Verhalten wissen Psychologinnen und Psychologen, wie Menschen zu Verhaltensänderungen motiviert werden können.

UMWELTPSYCHOLOGIE ALS UNVERZICHTBARE DISZIPLIN ZUR FÖRDERUNG DER NACHHALTIGKEIT

Die Umweltpsychologie beschäftigt sich mit diesen Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt und erforscht dabei beide Seiten. Psycholog:innen mit dem Tätigkeitsschwerpunkt Umweltpsychologie wissen, wie wichtig die Umwelt für die psychische Gesundheit ist und gleichzeitig, wie umweltbewusstes Verhalten gefördert werden kann, was aktuell von zentraler Bedeutung ist.

BÖP-Präsidentin a.o. Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger betont: „Psychologische Expertise ist zur Förderung von Nachhaltigkeit unerlässlich, denn es geht dabei um Einstellungen und Verhaltensweisen von Menschen. Die Umweltpsychologie sollte daher im Kampf gegen den Klimawandel eng eingebunden werden. Als Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen wissen wir: Die Wichtigkeit der Umweltpsychologie ist in Zeiten wie diesen nicht zu unterschätzen.“

Passend zu dem Thema findet am Donnerstag, den 28. Mai 2026 von 17 bis 19 Uhr, die Veranstaltung „Vom Wissen zum Handeln – Umweltpsychologie als Lösungswissenschaft“ der BÖP-Veranstaltungsreihe „Psychologie im Gespräch“ im Seminarzentrum der Österreichischen Akademie für Psychologie (ÖAP) sowie online statt. Am Podium werden beispielsweise Univ.-Prof. Dipl.-Psych. Sabine Pahl, MSc PhD, Professorin für Stadt- und Umweltpsychologie, Universität Wien, Mag.a Dr.in Ruperta Lichtenecker, Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) und Mag. Tobias Schabetsberger, Leiter der BÖP-Fachsektion Umweltpsychologie diskutieren. Die Teilnahme ist kostenlos und Interessierte sind herzlich willkommen. Hier geht es zur Anmeldung für die Präsenz-Teilnahme. Hier geht es zur Anmeldung für die Online-Teilnahme.

Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen (BÖP)
Nathalie Winterink, BA BSc MSc
Telefon: 0670 35 41 296
E-Mail: presse@boep.at
Website: https://www.boep.or.at

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