Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen – Nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität durch moderne Therapien

Die chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen (CRSwNP) ist eine entzündliche Erkrankung der Nasenschleimhaut, die länger als 12 Wochen anhält. Chronische Beschwerden werden häufig unterschätzt – dabei können sie Ausdruck einer ernstzunehmenden chronisch-entzündlichen Erkrankung sein. Wiener Expert:innen informieren aktuell über neue Erkenntnisse in Diagnostik, Forschung und Behandlung chronischer Atemwegserkrankungen.

ABKLÄRUNG DURCH FACHÄRZT:INNEN IST UNERLÄSSLICH

Führende Expert:innen der Medizinischen Universität Wien weisen darauf hin, dass insbesondere eine dauerhaft eingeschränkte Nasenatmung, Geruchsverlust oder wiederkehrende Nebenhöhlenbeschwerden fachärztlich abgeklärt werden sollten. Neue Forschungserkenntnisse und moderne Therapien eröffnen Betroffenen heute deutlich bessere Behandlungsmöglichkeiten als noch vor wenigen Jahren.

„Chronische Rhinosinusitis ist keine harmlose Erkältung, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die die Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann“, betont PRIV.-DOZ. DDR. SVEN SCHNEIDER, Facharzt für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Rhinologe an der Medizinischen Universität Wien.

FRÜHE DIAGNOSE IST ENTSCHEIDEND

Es ist anzuraten, bei anhaltenden Beschwerden zeitnah eine HNO-Ärztin oder einen HNO-Arzt aufzusuchen, um eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.

Typische Warnsignale einer CRSwNP sind:

* Anhaltend eingeschränkte Nasenatmung
* Nachlassender oder fehlender Geruchssinn
* Chronische Schleimproduktion bzw. Post-nasal Drip
* Druck- und Schmerzgefühl in den Nebenhöhlen
* Schlafstörungen, Schnarchen oder Atemaussetzer

Eine frühzeitige Diagnose ist wesentlich, da hinter den Beschwerden neben chronischen Entzündungen auch Allergien oder in seltenen Fällen Tumorerkrankungen stehen können.

CHRONISCHE ENTZÜNDUNG ALS URSACHE

Bei chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Nasenschleimhaut, die nach aktuellem Wissensstand nicht vollständig heilbar ist. Ziel der Therapie ist daher eine langfristige Kontrolle der Entzündung und eine nachhaltige Symptomreduktion.

Neben bewährten Maßnahmen wie Nasenspülungen und kortisonhaltigen Nasensprays stehen heute zunehmend MODERNE BIOLOGIKA-THERAPIEN zur Verfügung. Diese gezielt wirkenden Antikörper greifen direkt in die Entzündungsmechanismen ein und können das Wachstum von Nasenpolypen deutlich reduzieren.

„Für viele Patientinnen und Patienten bedeuten Biologika eine spürbare Verbesserung der Lebensqualität und oft eine Alternative zu wiederholten Operationen“, so Schneider.

NEUE FORSCHUNG VERÄNDERT VERSTÄNDNIS CHRONISCHER ATEMWEGSERKRANKUNGEN

Parallel zur klinischen Versorgung arbeiten Forschende am VIENNA AIRWAY LAB daran, die zugrunde liegenden Mechanismen chronischer Atemwegserkrankungen besser zu verstehen.

AP. PROF. PRIV.-DOZ. DR. JULIA ECKL-DORNA PHD, Leitung Vienna Air Lab, rückt dabei insbesondere das sogenannte EPITHEL, die Zellschicht der Atemwege, zunehmend in den Fokus:

„Wir wissen heute, dass das Epithel weit mehr als eine passive Schutzbarriere ist. Es spielt eine aktive Rolle in der Steuerung von Immunreaktionen und ist zentral an der Entstehung chronischer Entzündungen beteiligt.“

Diese Erkenntnisse haben das Verständnis von Erkrankungen wie Asthma, Allergien und chronischer Rhinosinusitis grundlegend verändert.

PERSONALISIERTE MEDIZIN ALS ZUKUNFTSPERSPEKTIVE

Ein weiterer Schwerpunkt aktueller Forschung liegt auf der Entwicklung personalisierter Therapiekonzepte. Mithilfe moderner Biomarker-Analysen und künstlicher Intelligenz sollen künftig individuelle Entzündungsmuster erkannt werden, um gezielt jene Therapie auszuwählen, die für einzelne Patient:innen am wirksamsten ist.

Besonders vielversprechend ist dabei die Analyse von NASENSEKRET, das lokale Entzündungsprozesse oft präziser abbildet als Blutproben.

UMWELTFAKTOREN BEEINFLUSSEN KRANKHEITSVERLAUF

Neben genetischer Veranlagung spielen Umweltfaktoren eine zentrale Rolle bei der Entstehung chronischer Atemwegserkrankungen. Luftverschmutzung, Feinstaub, Ozon, Zigarettenrauch sowie klimawandelbedingte verlängerte Pollensaisonen können Entzündungsprozesse verstärken und das Risiko für chronische Beschwerden erhöhen.

INTERDISZIPLINÄRE BETREUUNG EMPFOHLEN

Da Erkrankungen der oberen und unteren Atemwege eng miteinander verbunden sind, plädieren die Expert:innen für eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen HNO-Heilkunde und Pneumologie.

„Viele Patientinnen und Patienten mit Nasenpolypen leiden gleichzeitig an Asthma. Eine ganzheitliche Betrachtung ist daher entscheidend für eine optimale Therapie“, erklärt Schneider.

PRÄVENTION STATT SYMPTOMBEHANDLUNG IST DAS LANGFRISTIGE ZIEL

Die Forschung verfolgt zunehmend das Ziel, Erkrankungen nicht nur zu behandeln, sondern ihre Entstehung frühzeitig zu verhindern.

„Langfristig möchten wir Wege finden, die Gesundheit des Atemwegsepithels zu erhalten und entzündliche Prozesse bereits im Ansatz zu verhindern“, so Eckl-Dorna.

DER 23. APRIL – EIN TAG IM ZEICHEN DER CRSWNP

Wie jedes Jahr findet auch heuer der Global CRSwNP Awareness Day am 23. April statt. Dieser internationale Welttag zur Sensibilisierung der chronischen Rhinosinusitis mit Nasenpolypen widmet sich der umfassenden Aufklärung rund um diese Erkrankung.

STATEMENT VON GUNDULA KOBLMILLER, MSC – PRÄSIDENTIN DER ÖSTERREICHISCHEN LUNGENUNION

Als Vertretung für Menschen mit Atemwegserkrankungen gehören das Nasenpolypen-Syndrom und Asthma – beide betreffen die oberen und unteren Atemwege – zu den Erkrankungen, für die wir Aufklärung und Information anbieten und bei denen wir uns u.a. für eine Verbesserung der Patient:innenbetreuung stark machen.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und Unterstützung des Vienna Airway Lab und allen anderen spezialisierten Zentren, die mit Forschung, Aufklärung und neuen Therapie dazu beitragen, die so oft übersehen starken Beschwerden von Betroffenen zu verringern.

Zum GLOBAL CRSWNP AWARENESS DAY 2026 AM 23. APRIL (Chronische Rhinosinusitis mit Nasenpolypen) wollen wir auf den Fortschritt der Forschung und die modernen Therapien hinweisen, die für Betroffene zur Verfügung stehen.

Eine Veranstaltung für Patient:innen und Interessierte findet dazu am 23.4. 2026 von 18-19:30 Uhr im Hörsaal der Universitätszahnklinik Wien, Sensengasse 2a, 1090 Wien statt. HIER ANMELDUNG ZUM CRSWNP AWARENESS DAY

Mehr Inhalte zu den Interviews mit Frau AP. PROF. PRIV.-DOZ. DR. JULIA ECKL-DORNA PHD und Herrn PRIV.-DOZ. DDR. SVEN SCHNEIDER finden Sie unter HTTPS://WWW.LUNGENUNION.AT/C/ATEMWEGE-LUNGE/NASENPOLYPEN/

Die Österreichische Lungenunion bedankt sich bei den Firmen AstraZeneca, GSK und Sanofi, die das Awareness-Projekt zur Aufklärung und Information unterstützt haben sowie bei den Expert:innen des Vienna Airway Lab für die gute Zusammenarbeit.

Weitere Informationen finden Sie unter:

Video:https://www.lungenunion.at/chronische-nebenhoehlenentzuendung-mit-nasenpolypen-awareness-video/

Interviews:https://www.lungenunion.at/crsmnp-eine-chronische-entzuendung-mit-nasenpolypen-benoetigt-fachaerztliche-abklaerung/

https://www.lungenunion.at/nasenpolypen-rhinosinusitis-und-asthma-einblicke-in-aktuelle-forschung/

Umfrage:https://www.lungenunion.at/umfrage-nasenpolypen/

Vienna Airway Lab:https://www.viairlab.com/ger/startseite

Österreichische Lungenunion
Gundula Koblmiller
Telefon: 01 / 330 42 86
E-Mail: koblmiller@lungenunion.at

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