ÖAMTC: Herausforderung Verkehrssicherheit – EU-Ziele bis 2030 in Gefahr

Unterschiedliche Entwicklungen bei Verkehrstoten in EU-Ländern – Österreich im Mittelfeld

Verkehrssicherheit ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen, das über Ländergrenzen hinausgeht. Im Jahr 2018 setzte sich die EU das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten bis 2030 im Vergleich zu 2019 zu halbieren. Der nun im Februar veröffentlichte Halbzeitbericht der EU-Kommission zum Fortschritt der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung des EU-Straßenverkehrssicherheitsrahmens 2021–2030 zeigt jedoch: Das Ziel scheint nur schwer erreichbar zu sein.

In Österreich ist die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren weniger stark zurückgegangen als zuvor. Der EU-Zielwert von minus 50 Prozent bis 2030 droht somit deutlich verfehlt zu werden. Ähnlich sieht es auf EU-Ebene aus: Im Vorjahr starben in den 27 Mitgliedsstaaten 19.400 Menschen im Straßenverkehr – ein Rückgang von 16 Prozent gegenüber dem Basiswert der Jahre 2017-2019. „Um das Ziel – die Halbierung der Zahl der Verkehrstoten bis 2030 – zu erreichen, sind große Anstrengungen erforderlich“, betont ÖAMTC-Verkehrstechniker David Nosé. Für die EU läge der Zielwert bei 11.580 Verkehrstoten, für Österreich wären es 207.

_Zwtl.: Uneinheitliche Fortschritte in den EU-Staaten_

Aktuell haben zur Halbzeit nur sieben Staaten das Zwischenziel erreicht: Polen, Luxemburg, Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Dänemark. In Slowenien, Österreich, Frankreich und Spanien stagnierte die Entwicklung, während die Zahl der Verkehrstoten in Portugal, Irland und den Niederlanden sogar stieg. Osteuropäische Länder zeigen dabei größere Fortschritte als jene in Zentral- und Westeuropa. Betrachtet man die Verkehrstoten pro eine Million Einwohner:innen, schneiden nord- und mitteleuropäische Länder besser ab als ost- und südeuropäische.

„Derzeit liegen die endgültigen Daten für 2025 noch nicht von allen 31 EU- und EFTA-Ländern vor. Man sieht aber, dass in Österreich und in 13 weiteren Ländern die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zu 2024 anstieg – auch in Vorzeigeländern in puncto Verkehrssicherheit wie Norwegen, Finnland oder en Niederlanden“, so der ÖAMTC-Experte. In der Schweiz gab es zwar im Vorjahr einen Rückgang, allerdings stagniert selbst dort die Zahl der Verkehrstoten seit mehr als zehn Jahren.

_Zwtl.: Vergleich der Verkehrssicherheit zwischen Staaten – eine Momentaufnahme_

Vergleiche zwischen Staaten sind aber oft nur bedingt aussagekräftig sowie Momentaufnahmen. Gibt es in einem Land bereits ein sehr hohes Sicherheitsniveau, sind weitere Verbesserungen und ein positiver Effekt auf die Statistik weitaus schwieriger zu erreichen als in Ländern mit niedrigerem Niveau. Auch die EU-Ziele, basierend auf der Zahl an Verkehrstoten pro eine Million Einwohner:innen, sind ungenau, da sie Faktoren wie Fahrleistung, Mobilitätsverhalten, Transitverkehr und Altersstrukturen nicht berücksichtigen. „Ein direkter Vergleich zwischen Ländern ist schwierig, da Faktoren wie Mobilitätsverhalten und Infrastruktur eine Rolle spielen. Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit müssen daher gezielt und kontextabhängig sein, wie auch die EU in ihrem Bericht betont“, so Nosé.

_Zwtl.: Österreich im Mittelfeld – allerdings noch viel zu tun_

Mit 397 Verkehrstoten im Jahr 2025 verzeichnete Österreich einen Anstieg von 13 Prozent gegenüber 2024. Ob dies ein statistischer Ausreißer oder eine Trendumkehr ist, bleibt abzuwarten. Bei Betrachtung aller Parameter liegt Österreich im EU-Vergleich im Mittelfeld. „Positiv für die Verkehrssicherheit in Österreich sind das sehr sichere Autobahn- und Schnellstraßen-Netz, eine moderne Fahrzeugflotte, strenge Verkehrsregeln und eine gute medizinische (Notall-) Versorgung. Problematisch sind u. a. das große Freilandstraßennetz, ein hoher Anteil an Motorrad- und Freizeitverkehr sowie Sommerreise- und Transitverkehr“, erklärt der ÖAMTC-Verkehrstechniker abschließend.

_Zwtl.: Verkehrstote seit 2005 bzw. 2019 in der EU (inkl. EFTA-Staaten)_
Land Entwicklung Entwicklung Verkehrstote

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