Sanitäter:innen-Gesetz: Echte Reform statt Rückschritt!

AK Wien und Initiative Zukunft Rettungsdienst fordern Qualitätsoffensive

Österreichs Sanitäter:innen sind täglich mit Extremsituationen konfrontiert. Doch obwohl sie für die optimale Versorgung ihrer Patient:innen rasche und professionelle Entscheidungen treffen müssten, sind ihnen rechtlich die Hände gebunden: Aufgrund zu kurzer Ausbildungen fehlen ihnen die notwendigen Entscheidungskompetenzen. Anstatt dieses Problem zu lösen, forcieren aktuelle Vorschläge – wie etwa die Ausbildung von 16-Jährigen – eine fatale Deprofessionalisierung des Rettungsdienstes. Die Initiative Zukunft Rettungsdienst und die AK Wien warnen eindringlich vor diesem Rückschritt und fordern stattdessen die Novelle des Sanitätergesetzes als echte Qualifikationsoffensive zu gestalten: mit klar definierten Berufsbildern und echten Entscheidungskompetenzen.

GESUNDHEITSFACHKRÄFTE STATT AUSFÜHRUNGSGEHILFEN

Während der Rettungsdienst in unseren Nachbarländern längst durch mehrjährige Ausbildungen professionalisiert wurde, hinkt Österreich hinterher. Anstatt diesen Rückstand aufzuholen, zielen aktuelle Reform-Diskussionen in eine völlig falsche und gefährliche Richtung: Unter dem Deckmantel der Modernisierung sollen die Einstiegsanforderungen sogar gesenkt werden. So wird derzeit debattiert, bereits 16-Jährige für den Rettungsdienst auszubilden und in Einsätze einzubinden, bei denen sie mit belastenden oder traumatisierenden Situationen konfrontiert werden können.

Ideen wie diese lösen keines der drängenden Probleme im Rettungs-, Gesundheits- und Sozialwesen und lassen das Potenzial für bessere Versorgung sowie finanzielle Entlastung ungenutzt. Stattdessen wird der Druck auf Sanitäter:innen und Spitäler erhöht und Minderjährige werden gefährdet.

HÖHERQUALIFIZIERUNG ENTLASTET KRANKENHÄUSER UND BRINGT 834 MILLIONEN EURO

Die Lösung liegt in einer echten Professionalisierung: Ein neues Berufsbild für Notfallsanitäter:innen mit mehrjähriger Ausbildung und eigenständigen Entscheidungskompetenzen. Diese Aufwertung zur vollwertigen Gesundheitsfachkraft entspricht den Empfehlungen des Rechnungshofs, erhöht die Systemdurchlässigkeit und sichert die Versorgungsqualität.

Gleichzeitig profitiert das gesamte Gesundheitssystem enorm: Besser ausgebildete Sanitäter:innen behandeln zielgerichteter und entlasten Krankenhäuser massiv. Aktuelle Berechnungen von AK und BVRD.at belegen, dass die Höherqualifizierung von nur neun Prozent der Sanitäter:innen jährlich über 834 Millionen Euro freispielt.

STIMMEN DER AK WIEN UND DER INITIATIVE ZUKUNFT RETTUNGSDIENST:
_„Es ist nicht nachvollziehbar, warum man Chancen für bessere Ausbildung, mehr Qualität und echte Entlastung ungenutzt lassen will. Das ist weder im Interesse der Mitarbeiter:innen noch der Patient:innen oder des Gesundheitssystems. Was wir brauchen, ist eine klare Aufwertung und echte Weiterentwicklungsmöglichkeiten, keine Absenkung des Ausbildungsniveaus.“_

Arbeiterkammer Wien – Kommunikation
Ozren Sehic, MA MSc
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