LR Schneemann über Fake-News empört: „Es gab keinen gültigen Beschluss“

Nach BZK-Sitzung: Burgenland zieht Herzchirurgie durch – Versorgung hat Vorrang

IM RAHMEN DER SITZUNG DER BUNDESZIELSTEUERUNGSKOMMISSION (BZK), DEM ZENTRALEN GREMIUM VON BUND, LÄNDERN UND SOZIALVERSICHERUNG ZUR STEUERUNG DER GESUNDHEITSVERSORGUNG, WURDE DER ANTRAG UM AUFNAHME DER HERZCHIRURGIE DER KLINIK OBERWART IN DIE ÜBERREGIONALE VERSORGUNGSPLANUNG (ÜRVP) BEHANDELT. DABEI KONNTEN SICH DIE VERTRETER WEDER AUF EINE ABLEHNUNG NOCH AUF EINE ZUSTIMMUNG EINIGEN. DA IN DER BZK EINSTIMMIGKEIT GILT, FÜHRTE DIE ABSTIMMUNG SOMIT ZU KEINEM BESCHLUSS. ANDERS ALS VOM ZUSTÄNDIGEN MINISTERIUM KOLPORTIERT WIRD, IST DIE HERZCHIRURGIE ALSO NICHT „ABGELEHNT“ WORDEN, BETONT LANDESRAT LEONHARD SCHNEEMANN, DER LANDESHAUPTMANN HANS PETER DOSKOZIL IN WIEN VERTRETEN HAT: „DASS MIT FAKE-NEWS GEARBEITET WIRD, SCHLÄGT DEM FASS DEM BODEN AUS.“ FÜR DAS BURGENLAND ÄNDERT SICH DAMIT NICHTS AM EINGESCHLAGENEN WEG: DIE VERSORGUNG DER BEVÖLKERUNG STEHT WEITERHIN IM MITTELPUNKT. „DIE NEUE ABTEILUNG FÜR HERZCHIRURGIE WIRD WEITERARBEITEN. DAS IST RECHTLICH UND INFRASTRUKTURELL ABGESICHERT. DAS BURGENLAND FINANZIERT DIE ABTEILUNG OHNE BUNDESMITTEL“, BETONT LANDESRAT SCHNEEMANN. „ES KANN NICHT SEIN, DASS BURGENLÄNDERINNEN UND BURGENLÄNDER BEI LEBENSWICHTIGEN EINGRIFFEN LÄNGER WARTEN ODER AN ZUSTÄNDIGKEITSGRENZEN SCHEITERN. ES GEHT UM EINE FAIRE UND RASCHE VERSORGUNG. GERADE IN DER HERZMEDIZIN SIND LANGE WARTEZEITEN NICHT HINNEHMBAR.“ DER BUND KOMME SEINER AUFGABE IN DER GESUNDHEITSVERSORGUNG NICHT AUSREICHEND NACH, SO SCHNEEMANN WEITER, DAS BURGENLAND SEHE SICH DAHER IN DER VERANTWORTUNG ZU HANDELN: „DIE MENSCHEN BRAUCHEN VERSORGUNG – KEINE FORMALEN SPIELCHEN.“

Aus Sicht des Landes ist der Bedarf an einer eigenen Abteilung für Herzchirurgie evident: Zahlreiche Rückmeldungen von Betroffenen, bekannte Engpässe und Wartezeiten in bestehenden Zentren bis zu 12 Monaten sowie die Problematik rund um Gastpatientinnen und -patienten zeigen klar, dass zusätzliche Kapazitäten notwendig sind. „Wir haben die Voraussetzungen, die notwendigen Fallzahlen und auch das entsprechende Einzugsgebiet“, betont der burgenländische Landesrat nach der heutigen Sitzung der BZK. „Auch der ÖSG – der Österreichischen Strukturplan Gesundheit, auf den sich oft berufen wird, zeigt die Unterversorgung der Bevölkerung in Sachen Herzchirurgie ganz klar. Schaut man sich die Zahlen an, sollte nicht die Frage sein, ob die Abteilung in Oberwart gerechtfertigt ist, sondern wo noch eine weitere entstehen kann“, betont LR Schneemann in Hinblick auf die aktuelle Unterversorgung von rund 2,8 Mio. Menschen. Acht herzchirurgische Zentren versorgen im Schnitt rund 800.000 Einwohner. Damit ist rechnerisch die Versorgung von 6,4 Mio. Menschen gewährleistet. Bei einer Gesamteinwohnerzahl von 9,2 Mio. bleibt damit ein erheblicher Teil der Bevölkerung ohne ausreichende Versorgung.

Mit Blick auf die Ostregion zeigt sich ein deutliches Missverhältnis: Rund 3,7 Mio. Menschen – also etwa 40 % der österreichischen Bevölkerung – sind auf lediglich drei herzchirurgische Zentren angewiesen: das AKH Wien, die Klinik Floridsdorf und das Universitätsklinikum Graz. Gemäß Österreichischem Strukturplan Gesundheit (ÖSG) können 2,4 Mio. Einwohner versorgt werden. Demnach sind rein rechnerisch rund 1,3 Mio. Einwohner in der Ostregion unterversorgt.

Die Herzchirurgie in Oberwart trägt dazu bei, bestehende Versorgungslücken zu schließen. Ziel bleibt eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und vor allem zeitgerechte Behandlung – insbesondere bei schweren Herz-Erkrankungen, bei denen jeder Zeitverlust schwerwiegende Folgen haben kann.

Land Burgenland, Stabsabteilung Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Sabine Bandat
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