
13. Wiener Gemeinderat (3)
GENEHMIGUNG EINES RAHMENBETRAGES FÜR DAS FÖRDERPROGRAMM WIENER SPORTFÖRDERUNGSBEITRAG 2026, SACHKREDITGENEHMIGUNG FÜR DEN ABBRUCH UND NEUBAU DES VERWALTUNGS-/FUNKTIONSGEBÄUDES IN WIEN 22, ERZHERZOG-KARL-STRASSE 108 SOWIE FÖRDERUNG AN DEN VEREIN SPECIAL OLYMPICS ÖSTERREICH, LANDESVERBAND WIEN FÜR MENSCHEN MIT INTELLEKTUELLER BEEINTRÄCHTIGUNG
GRin Ingrid Korosec (ÖVP) unterstrich, dass es hierbei nicht um Parteien oder Zuständigkeiten gehe, sondern um etwas, das alle verbinden sollte – nämlich um den Sport. Sport schaffe Gemeinschaft und Freude, unabhängig von Alter, Herkunft oder Voraussetzungen, die man mitbringe. Korosec betonte, dass die Special Olympics 2026 in Wien stattfinden werden und es wie kein anderes Event zeige, was Teilnahme und Respekt bedeuten. Das Thema liege ihr besonders am Herzen, insbesondere als Sportlerin. Als 86-Jährige sei sie noch immer eine energische Sportlerin und es sei ihr wichtig zu betonen, was Sport ermöglichen könne. Sport sei Disziplin und Freude zugleich, biete Kraft und schenke einem das Gefühl, lebendig zu sein und über sich selbst hinauszuwachsen. Deshalb wisse sie, was es für einen Menschen bedeutet, Sport ausüben, sich messen oder Medaillen erringen zu können. Korosec unterstrich die Wichtigkeit der Organisation der Special Olympics und der Einbindung aller Menschen. Die Wiener Volkspartei habe bereits im Juni 2022 einen Beschlussantrag eingebracht, dass sich Wien als Austragungsort bewerben sollte. Inklusion sei kein Nischenthema, sondern betreffe uns alle. Hier sollten alle Parteien an einem Strang ziehen. „Inklusion muss gelebt werden und kann nirgends besser gelebt werden als im Sport“, so Korosec. Im Sport zähle nur, dass man antrete, sein Bestes gebe und Teil der Gesellschaft sei. Mit dieser Förderung stärke man nicht nur den Landesverband Wien, sondern diverse Sportarten – auch nach den Special Olympics. Hier gehe es auch um Trainingsangebote, auch um Jugend- und Schulprogramme, die gelebt werden sollen. Denn Inklusion müsse bereits im Jugendalter umgesetzt werden.
GRin Jing Hu, BA, MPharm (NEOS) betonte, dass Bewegung die beste Prävention sei, um Krankheiten vorzubeugen und sie verbinde Menschen ohne Worte. Menschen unterschiedlicher Herkunft und Lebenswelten wohnen in Wien und die Kraft des Sports verbinde alle Einwohner*innen. Egal welche Sprache man zu Hause spreche, am Sportplatz seien alle gleich. Jeder Euro, der in die Sportstätten investiert werde, spare Gesundheitskosten. Sport sei Gesundheits-, Sozial- und Integrationspolitik. Wien machen 750 Vereine diesen Bereich besonders stark. Sie schaffen Gemeinschaft und fördern Talente. Diese Vereine werden von der Stadt Wien gezielt unterstützt. Dabei gilt das Prinzip, dass jene Vereine speziell gefördert werden, die Inklusion fördern. Sport solle für alle zugänglich bleiben und diese Förderungen seien ein klares Bekenntnis dazu. Jing Hu bezog sich auf die Eröffnung des neuen Stadions des Sport-Clubs in Hernals. Nun haben bis zu 5.6000 Zuseher*innen Platz, außerdem gebe es auch eine UEFA-Freigabe für das Areal, womit auch Frauenfußball, Nachwuchsbewerbe sowie American Football und Rugby-Spiele stattfinden können. Auch hob sie die umweltfreundliche Energieproduktion durch Photovoltaik und Wärmepumpen hervor. Zudem seien 20 Prozent der Nutzungszeit auch dem Breitensport gewidmet. Die Gemeinderätin bezog sich auch auf die Ausschreibung des Postsportplatzes in Hernals und hielt fest, dass hier die Nutzungsbedingungen bei der Post AG liegen würden. Es handle sich um eine öffentliche Infrastruktur für tausende Menschen, das müsse sich auch in der Ausschreibung widerspiegeln. Es gehe darum, die Infrastruktur zu erhalten. Daher werden die NEOS heute zu diesem Thema einen Resolutionsantrag einbringen. Bei Sport gehe es nicht bloß um Infrastruktur, sondern darum, „wie wir in Wien leben wollen“, betonte Jing Hu.
GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE) hielt fest, dass die Special Olympics der Inbegriff von Sportlichkeit seien und hier trotz Behinderungen Höchstleistungen erbracht würden. Es sei schön, dass Wien bereits zum zweiten Mal diese Wettbewerbe austragen dürfe und der Verein von Wien gefördert werde. Jedoch gebe es nach wie vor viele Benachteiligungen in Wien, so würden 424 Menschen mit Behinderungen in Wien auf einen vollbetreuten Wohnplatz warten, es gebe kaum barrierefreie Wohnungen bei Wiener Wohnen. Löcker kritisierte weiters, dass die Caritas vor Kürzungen bei Sozialhilfe-Leistungen bei Menschen mit Behinderungen warne und auch im Bildungsbereich nicht genügend Mittel bereitgestellt würden. Mehrere hunderte Kinder würden auf einen Inklusionsplatz im Kindergarten warten und es gebe zu wenig Unterstützung in den Schulstrukturen und zu wenig persönliche Assistenz, die nicht kostendeckend sei. Zudem gelten 21 Prozent der Menschen mit Beeinträchtigungen in Österreich als armutsgefährdet. „Menschen mit Beeinträchtigungen haben es verdient, in Österreich und Wien unterstützt zu werden. Darauf haben sie ein Recht!“, betonte Löcker.
GRin Yvonne Rychly (SPÖ) sprach zum Neubau des Verwaltungs-/Funktionsgebäudes in Wien 22 in der Erzherzog-Karl-Straße 108 und hielt fest, dass es hierbei nicht um Pläne und Bauphasen gehe, sondern um einen Ort, an dem Kinder zum ersten Mal Fußball trainieren oder erste Schritte im Klettern erleben. Das Projekt sei ein Versprechen, dass man den Sport in Wien weiterentwickle und dem Sport den Raum gebe, den er verdiene. Das Gebäude stehe „für 1.000 Quadratmeter voller Erfolgserlebnisse und Mut“ – für mehr Kinder, die ihre Leidenschaft entdecken können, ob beim Klettern oder beim Fußball. Auch dem Fußballverein ermögliche man so Zukunft und Fortschritt und beim Bau trage man auch einer umweltfreundlichen, zukunftsfitten Energieversorgung Rechnung. Sportpolitik sei mehr als bloße Förderung – der Sport in dieser Stadt sei das Leben von Kindern am Fußballplatz, das Durchhaltevermögen von Athlet*innen und das Engagement von tausenden Freiwilligen, die sich jede Woche engagieren. Mit der Erhöhung der Sportförderung auf 12,5 Prozent entscheide man sich bewusst, den Sport und die Vereine zu stärken. Sport in Wien solle für alle zugänglich bleiben. Der Sportplatz sei ein Ort, an dem Integration gelinge. Außerdem sei der Sport in Wien ein wichtiger Arbeitgeber und belebe den Tourismus und den Standort Wien. So komme jeder Euro, der investiert werde, doppelt zurück. Obendrein fördere der Sport das gesunde Leben und fungiere als Vorsorge im Gesundheitsbereich. Eine Stadt, die den Sport stärkt, stärkt ihre Zukunft, ihre Teilhabe und ihre Lebensqualität, war Rychly überzeugt.
GR Dr. Michael Gorlitzer, MBA (ÖVP) betonte, dass Sport die wichtigste Gesundheitsprävention sei und man hier vor allem im Jugendsport ansetzen müsse, denn ein Drittel der Kinder in Wien werde in den nächsten zwei Jahren übergewichtig sein. Kritisch äußerte sich Gorlitzer dazu, dass Sportstätten vor allem in den großen Außenbezirken renoviert oder gebaut werden, es jedoch auch Bedarf in kleineren Bezirken gebe. Beispielsweise erwähnte er hierbei den ASV 13 in Hietzing – die größte Sportstätte, deren Umkleidekabinen dringend renovierungsbedürftig seien. Außerdem würden 10 Prozent der Kinder in Wien nicht schwimmen können, da es an Schwimmbecken fehle. Auch der Schwimmleistungssport werde in Wien vernachlässigt.
Bezugnehmend auf den Fortbestand des Postsportplatzes in Hernals betonte Gorlitzer, dass eine Bürgerinitiative bereits 16.000 Unterschriften gesammelt hätte und sich für die Erhaltung des Areals einsetze. Er forderte den zuständigen Sportstadtrat auf, in Gespräche mit dem Postsportverband zu treten und eine Lösung zu finden. Wien brauche eine nachhaltige Sportpolitik, dafür brauche es Priorität für Nachwuchs- und Breitensport, eine Offensive für Schwimmflächen, Sanierungen vor Neubauten und Prioritäten-Klarheit und Transparenz bei der Umsetzung von Projekten.
GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS) betonte, die Wichtigkeit der Special Olympics für Wien. 1.800 Sportler*innen werden daran teilnehmen und in ganz Wien werden zahlreiche Wettbewerbe stattfinden. Damit sei auch der Wirtschaftsfaktor für die Stadt nicht zu unterschätzen. Neben der feierlichen Eröffnung in der Sportarena gebe es auch eine Reihe von Schulprojekten. Weiters hielt Bernecker-Thiel fest, dass Inklusion in Wien einen großen Stellenwert habe. So wurden die Inklusionskräfte in Kindergärten vervielfacht, die Neugestaltung des Rings werde auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen abgestimmt. Auch im Sport- und Freizeitbereich gebe es Inklusionsmaßnahmen. Sport sei nicht nur wichtig für die Inklusion, sondern auch für die Integration. Bezugnehmend auf die Förderungen im Sportbereich unterstrich Bernecker-Thiel den Wiener Behindertensportverband, der mit 16 Vereinen Trainings für unterschiedliche Sportarten anbietet. Auch Förderungen für Schulen wie für das Event „Schoool games“ würden das Miteinander und die Integration fördern. (Forts.) kro
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