
ÖÄK zu Gesundheit am Arbeitsplatz: Das psychische Wohlergehen von Arbeitnehmern mehr ins Blickfeld rücken
Durch verantwortungsvolle Unternehmensführung können arbeitsbedingte psychische Erkrankungen verhindert werden. Auch Unternehmen profitieren davon.
„Bei der Sicherstellung von gesundheitsfördernden Arbeitsbedingungen muss auch auf die psychische Gesundheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern geachtet werden“, sagt Daniel von Langen, Referent für Arbeitsmedizin in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), anlässlich des Welttags für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz am 28. April. Immerhin gehörten psychische Erkrankungen laut Fehlzeitenreport des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO) zu den Hauptursachen für Langzeitkrankenstände und seien die häufigste Ursache von Frühpensionen. Von Langen: „Von Arbeitsbedingungen, die auch die psychische Gesundheit fördern, profitieren Mitarbeitende und Betriebe gleichermaßen.“
Psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Burnout können durch die Arbeit verursacht, mitausgelöst oder verschlimmert werden. Häufige psychische Belastungsfaktoren in der Arbeitswelt sind geringer Tätigkeitsspielraum und fehlende Entscheidungsfreiheit, schwierige Interaktionen (Kommunikation/Zusammenarbeit), Umstrukturierungen und damit verbundene Angst vor Arbeitsplatzverlust, Mobbing, Diskriminierung oder sexuelle Belästigung. Sehr häufig leiden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unter Zeitdruck und Arbeitsüberlastung. „Eines der größten Risiken für die psychische Gesundheit liegt darin, dass dauerhafte Überlastung oft schon als Normalzustand betrachtet wird. Dieser Trend ist höchst besorgniserregend“, warnt von Langen.
_Zwtl.: Führungskräfte und Arbeitsmedizin gefordert_
Führungskräfte haben einen direkten Einfluss auf die psychische Gesundheit ihrer Mitarbeitenden, denn sie tragen die Hauptverantwortung für gut funktionierende Abläufe und Arbeitsorganisation, inklusive adäquate Personalplanung. „Deshalb müssen sie für ausreichende Erholungszeiten, flexible Arbeitszeitmodelle – sofern die Branche bzw. das Tätigkeitsfeld das zulässt-, positive soziale Interaktion sowie Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten sorgen“, fordert von Langen.
Eine wichtige Rolle falle auch den Arbeitsmedizinerinnen und Arbeitsmedizinern zu, denn sie könnten die Gefahren psychischer Belastung bzw. Überlastung erkennen, bevor sie zu Ausfällen führten. „Arbeitsmediziner sollten bei betrieblichen Arbeitsplatzevaluierungen auch immer die psychisch belastenden Mängel bei Abläufen, Organisation, Aufgabendichte oder sozialen Beziehungen identifizieren und daraus Maßnahmen ableiten.“ Wichtig sei dabei, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei der Lösungsfindung aktiv miteinbezogen würden und dass auf ihre speziellen Bedürfnisse Rücksicht genommen werde. „Entscheidend ist auch, dass gesetzte Verbesserungsmaßnahmen regelmäßig auf ihre Wirksamkeit geprüft und gegebenenfalls angepasst werden“, mahnt von Langen.
_Zwtl.: Win-Win-Situation_
Von einem Arbeitsumfeld, das auch die psychische Gesundheit mitberücksichtige, profitiere nicht nur jede einzelne Mitarbeiterin und jeder einzelne Mitarbeiter, sondern auch die Arbeitgeber, denn gesündere Arbeitnehmer seien auch leistungsfähiger. „Betriebe, die früh investieren, sparen langfristig durch weniger Ausfälle und höhere Mitarbeiterbindung.“ Ein gutes Bespiel seien auch Spitalsärztinnen und Spitalsärzte, die oft unter schweren, auch psychisch belastenden Bedingungen arbeiten müssten. „Zeitdruck, Arbeitsverdichtung durch Personalengpässe oder unregelmäßige Arbeitszeiten gehören zum Spitalsalltag. Deshalb müssen auch hier die Arbeitgeber für ein bestmögliches Arbeitsumfeld sorgen. Denn die Qualität der Patientenversorgung beginnt bei den Arbeitsbedingungen des Personals“, sagt von Langen.
Österreichische Ärztekammer/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ilona Gschmeidler
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