
Alarmierende Zahlen: Lärm wird zum Gesundheitsrisiko für Kinder
Presseaussendung anlässlich des Internationalen Tags gegen Lärm am 29. April 2026
SCHON FRÜH IM LEBEN IST MAN LÄRM AUSGESETZT, SEINEN FOLGEN EBENSO. AKTUELLE STUDIEN ZEIGEN, DASS HÖRPROBLEME UND TINNITUS BEREITS IN JUNGEN JAHREN AUFTRETEN KÖNNEN. BESONDERS AUFFÄLLIG: VIELE JUGENDLICHE BERICHTEN AUFGRUND VON FREIZEITLÄRM, ETWA NACH KONZERTBESUCHE ODER BEI LAUTEM MUSIKHÖREN MIT KOPFHÖRERN, VON OHRGERÄUSCHEN. UM LANGFRISTIGE LÄRMSCHÄDEN ZU VERMEIDEN, IST EIN BEWUSSTER UMGANG MIT LAUTSTÄRKE ENTSCHEIDEND. HÖRAKUSTIKER INFORMIEREN, WIE SICH DAS GEHÖR IM ALLTAG SCHÜTZEN LÄSST UND WELCHE MÖGLICHKEITEN ES GIBT, BELASTENDE OHRGERÄUSCHE ZU LINDERN. MEHR DAZU UNTER SCHARFSINN2.AT
Lärm zählt nach Luftverschmutzung zu den größten umweltbedingten Gesundheitsrisiken.[1] Eine der häufigsten Folgen ist Tinnitus – ein dauerhaftes Pfeifen, Klingeln, Rauschen oder Summen im Ohr, das zur enormen Belastung werden kann. Fast 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Europa leidet darunter.[2] In Österreich entspricht das deutlich mehr als eine Million Menschen. Viele unterschätzen die langfristigen Folgen von Lärm. Was kurzfristig harmlos erscheint, kann das Gehör nachhaltig schädigen. Entscheidend sind dabei Lautstärke und Dauer der Belastung. Ein temporärer Tinnitus ist ein Warnsignal des Gehörs, dass die Belastungsgrenze erreicht wurde. Wiederholte Lärmeinwirkung erhöht das Risiko für einen chronische Ohrgeräusche oder dauerhafte Hörschäden.
STUDIEN ZEIGEN: PROBLEME BEGINNEN FRÜH
Wie früh die Problematik beginnen kann, zeigt die polnischen PICTURE-Studie[3]: In einer aktuellen Auswertung von 1.250 Kindern im Alter von 7 bis 17 Jahren lag die Tinnitus-Häufigkeit bei 4,7 %. Anders gesagt: 1 von 20 Kindern ist bereits im Schulalter von belastenden Ohrgeräuschen betroffen. Hörverlust wurde bei 4,5 % der Burschen und 2,5 % der Mädchen festgestellt. Die Studienautoren betonen, dass Hörbeeinträchtigungen zunehmend als wichtige Probleme der öffentlichen Gesundheit mit potenziellen langfristigen Folgen für die Entwicklung und Kommunikation der Kinder gesehen werden.
Bei Jugendlichen tritt Tinnitus häufig im Zusammenhang mit Freizeitlärm auf. Eine aktuelle brasilianische Studie ergab, dass 7 von 10 der jungen Menschen von (temporärem) Tinnitus berichten.[4] Besonders betroffen sind jene, die häufig Kopfhörer bei hoher Lautstärke nutzen oder sich regelmäßig intensiver Lärmbelastung durch Konzerte etc. aussetzen. Diese Erkenntnisse zeigen deutlich, dass Hörprobleme kein Problem des Alters sind, sondern bereits in jungen Jahren beginnen können.
VORBEUGEN IST ENTSCHEIDEND
Ein Tinnitus kann von selbst abklingen, wenn die Lärmeinwirkung nur kurzfristig war. Wird der Hörschaden jedoch chronisch (mind. 3 Monate), bleibt er meist lebenslang bestehen. Umso wichtiger ist die Prävention: Gehörschutz ist einfach sowie effektiv und sollte bei hoher Lärmbelastung selbstverständlich sein. Speziell für Musiker und Konzertbesucher gibt es unauffällige Gehörschutzsysteme, die individuell angepasst werden und die Lautstärke reduzieren, ohne das Klangerlebnis wesentlich zu verfälschen. Dazu helfen Ruhephasen für die Ohren und ein bewusster Umgang mit Lautstärke im Alltag.
Für Menschen, die mit lauten Maschinen arbeiten – etwa im Bau, Handwerk oder in der Industrie – ist Gehörschutz unverzichtbar. Neben einfachen Ohrstöpseln gibt es heute auch intelligente Systeme mit elektronischen Filtern. Sie dämpfen schädliche Lärmspitzen, ermöglichen aber gleichzeitig normales Hören und Kommunizieren. Diese Schutzstöpsel werden beim Hörgeräteakustiker perfekt an den Gehörgang angepasst und sind für all jene zu empfehlen, die regelmäßig übermäßiger Lautstärke ausgesetzt sind.
5 TIPPS VOM HÖRAKUSTIKER, DIE EINEN TINNITUS VORBEUGEN KÖNNEN:
* Ohren vor lauten Geräuschen schützen; idealerweise mit individuell angepasstem Gehörschutz
* Beim Musikhören 60:60 Regel beachten: 60 % der Lautstärke für maximal 60 Minuten am Tag und On-Ear Kopfhörer anstatt In-Ear Ohrstöpseln tragen (durch Kopfhörer wird der Schall besser verteilt)
* Ruhephasen nach hoher Lärmbelastung. Ein Beispiel: Nach einem lauten Konzert dem Gehör eine Pause von 10 Stunden gönnen
* Auf einen gesunden Lebensstil achten: Stress reduzieren, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, Alkohol in Maßen, Nichtrauchen, gute Schlafhygiene
* Hörminderungen frühzeitig abklären und versorgen lassen
WAS BEI TINNITUS HILFT
Auch für Betroffene gibt es Unterstützung: Sogenannte Noiser wirken bei Tinnitus entlastend. Ein Noiser ist ein kleines Gerät im oder hinter dem Ohr oder eine integrierte Funktion in Hörgeräten. Er erzeugt ein leises, gleichmäßiges Geräusch – ähnlich wie ein fernes Meeresrauschen oder das Rascheln von Blättern – und lassen den Tinnitus in den Hintergrund treten. Auf diese Weise werden die oft als schrill empfundenen Tinnitus-Töne überlagert. Vielen fällt es dadurch leichter, die Ohrgeräusche auszublenden. Gleichzeitig setzt ein Gewöhnungseffekt ein, sodass der Tinnitus im Alltag zunehmend als weniger störend wahrgenommen wird. Gute Nachricht auch für Hörgeräteträger: Moderne Hörhilfen verbessern nicht nur das Hören, sondern können auch den Tinnitus positiv beeinflussen.
MEHR ZUR INITIATIVE „ÖSTERREICH HÖRT HIN“
Die Initiative „Österreich hört hin“ möchte das Bewusstsein für Hörgesundheit in der Bevölkerung stärken und Hemmschwellen abbauen. Wer rechtzeitig hinhört, hört länger gut – so die zentrale Botschaft. Ziel ist es, mehr Menschen zu einem Hörtest beim HNO-Arzt oder Akustiker motivieren und so Hörverlust früh zu erkennen. Hinter der Initiative steht OPTICON, Dienstleister für rund 80 österreichische inhabergeführte Hörakustiker. Auf scharfsinn2.at finden Interessierte umfassende Informationen, einen Online-Selbsttest, einen Hörverlust-Simulator sowie einen Experten-Finder.
LINK-TIPP SCHARFSINN2.AT/OESTERREICH-HOERT-HIN
Info-Portal mit
– INFORMATION RUND UM HÖRGESUNDHEIT
– ONLINE-HÖRTEST: Selbst-Check für eine erste Einschätzung über das Hörvermögen
– HÖRVERLUST-SIMULATOR: Erleben wie Hörverlust klingt
– EXPERTEN-FINDER hilft bei der Suche nach einem Hörakustiker in der Nähe
ÜBER DIE OPTICON HANDELS GMBH
Seit über 35 Jahren steht die OPTICON Handels GmbH als größter Dienstleister in Österreich an der Seite inhabergeführter Augenoptik- und Hörakustikbetriebe. Unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig bleiben“ unterstützt das oberösterreichische Unternehmen mit Sitz in Wels seine über 240 Mitglieder in den Bereichen Einkauf, Marketing bis hin zu strategischen Fragen der Unternehmensführung. Ziel ist es, inhabergeführte Fachbetriebe zu stärken und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu sichern – trotz der Herausforderungen durch große Filialisten und Discounter.
Mit der OPTICON Akademie gibt es zudem ein breites Angebot an Aus- und Weiterbildungen – zertifiziert mit dem Ö-Cert Gütesiegel für Erwachsenenbildung. Damit sorgt OPTICON für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der österreichischen Optik- und Hörakustikbetriebe. OPTICON beschäftigt aktuell elf Mitarbeiter. Mehr auf https://www.opticon.co.at
1 https://environment.ec.europa.eu/topics/noise_en?utm_source=chatgpt.com
2 Biswas R et al. The Lancet Regional Health- Europe; Volume 12, 2022.
3 Piotrowski J et al. Front Public Health. 2026 Mar 25:14:1703400.
4 Allenstein Gondim LM et al.Am J Audiol. 2026 Mar 5;35(1):141-149.
Opticon Handels GmbH
Josef Haider, MSc
Telefon: 0660/701 48 75
E-Mail: haider@opticon.co.at
Website: https://www.opticon.co.at/presse
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender