
Neu: 1. Österreichischer Neubaubericht zeigt leichte Erholung im Wohnbau
WKÖ-Fachverband Immobilien- und Vermögenstreuhänder und Verband GBV präsentierten gemeinsam die aktuellen Neubauzahlen
Der aktuelle 1. Österreichische Neubaubericht zeigt eine leichte Erholung am heimischen Wohnbaumarkt. Nach einem schwachen Jahr 2025 dürfte die Zahl der Fertigstellungen 2026 moderat steigen. Aus Sicht des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und des Verbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) ist das zwar „ein guter Weg, für eine nachhaltige Entspannung am Wohnungsmarkt reicht das aber noch nicht“, sagten WKÖ-Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer sowie Michael Gehbauer, Obmann des Verbandes der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV) anlässlich der Präsentation der aktuellen Neubauzahlen. Demnach wurden 2025 österreichweit rund 24.530 Wohneinheiten fertiggestellt. Für 2026 wird mit rund 27.000 tatsächlich fertiggestellten Einheiten gerechnet.
_„AKTUELLE BAUTÄTIGKEIT REICHT FÜR TATSÄCHLICHEN BEDARF AN WOHNRAUM NICHT AUS“_
„Entspannung im Neubaubereich ja, Entwarnung nein“, hielt Fachverbandsobmann Roman Oberndorfer fest. „Wir sehen, dass sich der Immobilienmarkt in Österreich langsam bewegt. Das ist erfreulich, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir noch immer unter einem Niveau liegen, das notwendig wäre, um den tatsächlichen Bedarf an Wohnraum Land zu decken.“
Auch Michael Gehbauer, Obmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen (GBV), mahnte zu mehr Planungssicherheit: „Leistbares Wohnen entsteht nicht von selbst. Es braucht verlässliche Rahmenbedingungen, kalkulierbare Finanzierung und Verfahren, die Projekte nicht unnötig verzögern.“
_WKÖ-OBERNDORFER/GBV-GEHBAUER: „WOHNBAU IST EINE GEMEINSAME AUFGABE“_
Der Neubaubericht macht deutlich, dass der Wohnungsneubau in Österreich von mehreren Säulen getragen wird. Im Zeitraum 2024 bis 2026 werden 61 Prozent der Wohnbauleistung von gewerblichen Wohnbauträgern erbracht. 39 Prozent entfallen auf gemeinnützige Bauträger, wobei dort der Schwerpunkt klar auf dem Mietsegment liegt.
Für Fachverbandsobmann Oberndorfer und GBV-Obmann Gehbauer ist das ein klarer Befund: „Wohnbau ist eine gemeinsame Aufgabe. Gewerbliche und gemeinnützige Bauträger leisten beide einen wichtigen Beitrag und besonders in einer angespannten Marktlage braucht es das Zusammenspiel.“
WEITER DEUTLICHE REGIONALE UNTERSCHIEDE, BUNDESHAUPTSTADT NACH WIE VOR SPITZENREITER
Österreichweit liegt die Fertigstellungsquote bei drei Wohneinheiten pro 1.000 Einwohner pro Jahr. Wien führt mit 5,12, Vorarlberg folgt mit Abstand, während andere Bundesländer darunter liegen, besonders Kärnten und Salzburg. Damit sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern weiterhin deutlich. „Die Herausforderungen und der Wohnungsmarkt sind regional unterschiedlich. Beides wird auch im Neubaubericht 2026 deutlich. Umso wichtiger ist es, Maßnahmen so zu setzen, dass sie dort wirken, wo in Relation zur Nachfrage mehr oder besser gesagt genügend gebaut wird“, forderte Roman Oberndorfer.
_SO SIEHT DAS DURCHSCHNITTLICHE NEUBAUPROJEKT AUS:_
Wie sich der Markt und die Nachfrage aktuell entwickeln, zeigt der Blick auf das durchschnittliche Neubauprojekt: Es umfasst 28 Wohnungen, die durchschnittliche Wohnnutzfläche liegt bei 69,5 Quadratmetern. Fast alle Einheiten verfügen über Freiflächen von im Schnitt 11 Quadratmeter Größe. Kleine Wohnungen mit ein bis zwei Zimmern dominieren mit 43 Prozent das Angebot. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark Leistbarkeit inzwischen Planung und Nachfrage bestimmt. „Der Markt reagiert darauf, was sich Menschen leisten können. Genau deshalb müssen die Rahmenbedingungen für den Neubau verbessert werden, um durch mehr Angebot und günstigere Bau- und Sanierungskosten auch günstigeren Wohnraum zu schaffen“, unterstrich Roman Oberndorfer.
_NEUBAUANGEBOT HAT HÖHEPUNKT ÜBERSCHRITTEN, ENTWICKLUNG RÜCKLÄUFIG, MARKT IM WANDEL_
Laut Neubaubericht hat das Angebot am Neubauwohnungsmarkt Mitte 2024 seinen Höhepunkt erreicht, mit 35.453 Fertigstellungen im gesamten Jahr. Seither ist es rückläufig, besonders signifikant seit dem dritten Quartal 2025 (Fertigstellungen 2025 gesamt: 24.534, Prognose für 2026: rund 27.100).
Für WKÖ-Oberndorfer und GBV-Gehbauer ist das ein Zeichen dafür, „dass der Markt beginnt, sich neu einzupendeln.“ Gleichzeitig warnen beide Branchensprecher davor, diesen Trend falsch zu interpretieren: „Der leicht positive Trend ist nicht so zu interpretieren, dass genug gebaut wird. Im Gegenteil. Entscheidend ist, dass wieder ausreichend neue Projekte auf den Weg gebracht werden.“
_ERHOLUNG IM WOHNBAU BRAUCHT STABILE RAHMENBEDINGUNGEN_
Wohnbau brauche vor allem Verlässlichkeit. „Es geht nicht um kurzfristige Strohfeuer, sondern um eine langfristige Perspektive“, betonten Oberndorfer und Gehbauer. Für eine nachhaltige Erholung seien stabile Rahmenbedingungen notwendig, etwa durch raschere Verfahren, bessere Finanzierungsbedingungen und ein Umfeld, in dem Neubauprojekte wirtschaftlich wieder darstellbar sind. „Nur wenn Bauen wieder planbarer wird, kann ausreichend Wohnraum entstehen. Und nur dann bleibt Wohnen auch für breite Teile der Bevölkerung leistbar.“
_NEUBAUBERICHT BIETET BREITE DATENGRUNDLAGE UND UMFASSENDEN ÜBERBLICK_
Der seit 2019 regelmäßig publizierte und präsentierte 1. Österreichische Neubaubericht des WKÖ-Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder bietet eine breite
Datengrundlage und gibt einen umfassenden Überblick über die bundesweit geplanten, gebauten und angebotenen Projekte im großvolumigen Wohnbau. Die Ausgabe 2026 basiert auf der Auswertung von 2.958 Projekten mit rund 83.052 Wohneinheiten in ganz Österreich und wurde im Auftrag des Fachverbandes in Kooperation mit dem österreichischen Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen von Exploreal erstellt. (PWK197/JHR)
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