
Welt-Thunfischtag am 2. Mai: Thunfischbestände profitieren von nachhaltigem Einkauf, Österreich verbessert sein Angebot (FOTO)
THUNFISCH GALT LANGE ALS SYMBOL FÜR DIE ÜBERNUTZUNG DER MEERE. MITTLERWEILE ZEIGT SICH EIN ANDERES BILD: THUNFISCH STEHT FÜR EINE DER GRÖSSTEN ERFOLGSGESCHICHTEN IM WELTWEITEN KAMPF GEGEN ÜBERFISCHUNG.
Dank strenger Fangquoten, internationaler Zusammenarbeit und der bewussten Kaufentscheidung von Verbrauchern für Produkte aus zertifiziert nachhaltigem Fischfang haben sich weltweit die Thunfischbestände weltweit erholt. Kein einziger Thunfischbestand gilt aktuell als überfischt.
Laut ISSF befinden sich 74 Prozent aller kommerziell genutzten Thunfischbestände in gutem Zustand. Die verbleibenden 26 Prozent sind schwankend oder im Wiederaufbau – kein Bestand gilt als überfischt. Die Zahlen der UN FAO stützten diese Bewertung. Bereits gut die Hälfte des globalen Thunfischfangs entspricht mittlerweile den Anforderungen des MSC-Umweltstandards. Produkte aus umweltverträglichem, MSC-zertifiziertem Fischfang können durch das blaue MSC-Siegel gekennzeichnet werden.
„_Die positive Entwicklung der weltweiten Thunfischbestände zeigt eindrucksvoll: Wo klare Regeln gelten, Fangmengen kontrolliert werden und Märkte nachhaltige Produkte belohnen, können sich Fischbestände erholen und stabilisieren_“, sagt ANDREA HARMSEN VOM MARINE STEWARDSHIP COUNCIL (MSC).
ÖSTERREICHS HANDEL VERBESSERT DAS ANGEBOT
In Österreich hat sich das Thunfischsortiment des Einzelhandels in Punkto Nachhaltigkeit zuletzt deutlich verbessert. Der MSC-Anteil am verkauften Thunfischvolumen im Einzelhandel ist innerhalb von zwei Jahren von 21 Prozent (2023) auf 64 Prozent (2025) gestiegen. Nahezu alle großen Supermarktketten haben ihre Eigenmarken inzwischen auf nachhaltigen, MSC-zertifizierten Thunfisch umgestellt. Auch von Markenseite kamen zuletzt wichtige Impulse: Der Dosenproduzent Vier Diamanten treibt den österreichischen Markt bereits seit 2024 mit seiner Verpflichtung zu 100% MSC-zertifiziertem Thunfisch an. Im Geschäftsjahr 2025/26 unterstützte auch Wettbewerber Rio Mare die Entwicklung hin zu mehr Nachhaltigkeit im Thunfisch-Segment kräftig, durch die Umstellung weiterer Produkte auf MSC-zertifizierte Herkunft. Und auch der Pizza-Klassiker „Ristorante Tonno“ von Dr. Oetker trägt seit Anfang 2026 das MSC-Siegel.
„_Diese Entwicklungen waren lange überfällig und sind sehr erfreulich“, so_ ANDREA HARMSEN_. „Je klarer Handel und Konsumenten nachhaltige Produkte einfordern, desto größer wird der Anreiz für Fischereien, ihre Arbeit ökologisch nachhaltig zu machen. Der gute Zustand der Thunfischbestände weltweit zeigt: Nachhaltiger Konsum wirkt!_“
Trotz der erfreulichen Fortschritte sollte nicht übersehen werden: Rund ein Drittel des im österreichischen Einzelhandel verkauften Thunfischs kommt weiterhin nicht aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei. Hinter diesen Produkten stehen häufig weder unabhängige Umweltstandards noch eine verlässliche Rückverfolgbarkeit.
Umso wichtiger ist es für Österreichs Händler und Hersteller, den eingeschlagenen Weg konsequent fortzusetzen und die Nachhaltigkeitslücken im Sortiment weiter zu schließen. Auch kleinere Marken sind gefordert, auf Thunfisch umzustellen, der nach unabhängigen Umweltstandards gefangen wurde und entlang einer kontrollierten Lieferkette rückverfolgbar ist.
BELIEBT IN ÖSTERREICH
Thunfisch ist, knapp vor dem Lachs, der meistgegessene Speisefisch Österreich. Gerade deshalb spielt bewusstes Einkaufsverhalten eine große Rolle. Denn jede Entscheidung im Supermarkt beeinflusst, welche Produkte künftig im Regal stehen.
Der Welt-Thunfischtag wurde 2016 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und ist bis heute der einzige UN-Aktionstag, der einer Fischart gewidmet ist. Er erinnert daran, wie eng Konsum, Meeresschutz und verantwortungsvolle Nutzung natürlicher Ressourcen miteinander verbunden sind – und dass sich Fortschritt dort einstellt, wo nachhaltiges Handeln konsequent eingefordert wird.
ORIENTIERUNG BEIM EINKAUF
Wer beim Einkauf auf glaubwürdige Umweltsiegel wie das MSC-Logo achtet, unterstützt damit die Fischerei auf Basis überprüfbarer Umweltstandards und erhöht den Druck auf den Markt, flächendeckend auf externe Nachhaltigkeitsstandards zu setzen.
Die Entwicklung beim Thunfisch zeigt: Wenn Politik, Wirtschaft und Konsument gemeinsam handeln, kann aus einem Sorgenfall eine Erfolgsgeschichte werden.
Andrea Harmsen
Marine Stewardship Council
andrea.harmsen@msc.org
Tel: +49 (0)30 609 8552 10
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