
Niemand darf einem Kind weh tun
Kinderfreunde empört über FPÖ-Parteivorsitzenden, der sich nach „schwarzer Pädagogik“ sehnt
Herbert Kickl träumt offenbar von Zeiten, in denen Kinder Angst vor den Lehrpersonen hatten und diese auch körperliche Züchtigung als Erziehungsmittel einsetzen durften. So hat er in seiner Rede zum 1.Mai über Lehrer in früheren Zeiten philosophiert, als noch „nachgeholfen“ werden konnte, wenn ein Kind nicht „gespurt“ hat und das „niemandem geschadet“ habe.
„Österreich hat 1989 mit dem Gesetz zum Verbot von Gewalt in der Erziehung abgeschafft, das ist Herbert Kickl offenbar nicht bekannt“, betont Jürgen Czernohorszky, Bundesvorsitzender der Kinderfreunde.
Übrigens haben im selben Jahr auch die Vereinten Nationen die UN-Konvention über die Rechte des Kindes verabschiedet, in denen der Schutz von Kindern eine wesentliche Säule spielt. In Österreich gelten diese Schutzrechte seit 1994, als das Österreichische Parlament sie ratifiziert hat.
„Jede erstzunehmende Fachstimme weiß, welchen Schaden Gewalt in der kindlichen Psyche anrichtet: in welcher Form auch immer sie sich äußert, ob als Watsche, als Anschreien oder als Demütigung“, betont Daniela Gruber-Pruner, Bundesgeschäftsführerin der Kinderfreunde. „Nicht umsonst gibt es so viele Erwachsene, die ihre Impulse schwer kontrollieren können und ihre eigenen erlebten Kränkungen damit kompensieren, dass sie sich überhöhen und Menschen in ihrem Umfeld wiederum Gewalt antun.“
„Wir Kinderfreunde arbeiten Tag für Tag daran, dass Kinder eine Welt vorfinden, in der sie keine Angst haben müssen und in der ihnen niemand Gewalt zufügt“, betont Czernohorszky. „Während wir den Schutz von jungen Menschen als unser aller Auftrag sehen, setzt der Parteivorsitzende der FPÖ Kinder bewusst Gewalt aus. Das ist nichts anderes als schockierend!“
Zum Glück habe sich die Pädagogik, im Unterschied zu den Ansichten manch ewig gestriger Politiker, weiterentwickelt. „Die Pädagoginnen und Pädagogen geben jeden Tag ihr Bestes, um Kindern gute Vorbilder zu sein und sichere Beziehungen aufzubauen und zu leben.“
Österreichische Kinderfreunde
Daniela Gruber-Pruner
Telefon: 06644148431
E-Mail: daniela.gruber-pruner@kinderfreunde.at
Website: https://www.kinderfreunde.at
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