
Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau: Alleinerzieherinnen schließen die Unterhaltslücke mit Finanzkompetenz
Wenn der Kindesunterhalt fehlt, kompensieren die Mütter die fehlende Leistung. FEM.A stärkt Alleinerzieherinnen mit Finanzwissen und fordert ein Unterhaltsrecht gegen Kinderarmut.
Am 5. Mai, dem Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau, macht der Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A auf jene Leistungsträgerinnen aufmerksam, die im politischen Diskurs viel zu oft unsichtbar bleiben: Alleinerzieherinnen, die ihre Familien in der Regel finanziell allein erhalten. Denn nur etwa die Hälfte der Kinder bekommt laut Statistik Austria Kindesunterhalt vom Vater. Mehr als ein Drittel der Kinder von Alleinerzieherinnen bekommt gar keine Zahlungen, also auch keinen Unterhaltsvorschuss oder Halbwaisenpension. Alleinerzieherinnen zahlen mit ihrem Einkommen, ihren Ersparnissen und ihrem Verzicht den Preis für den fehlenden Unterhalt ihrer Kinder. FEM.A stärkt die Frauen deshalb mit Finanzwissen und Karriereentwicklung.
Alleinerzieherinnen beweisen täglich enorme finanzielle Kompetenz, wenn sie trotz Armut, fehlendem Unterhalt und steigenden Kosten ihre Kinder versorgen. Laut den neuesten Daten der Statistik Austria leben 46% der Alleinerzieherinnen und ihre Kinder in Armut oder Ausgrenzung. Dabei profitieren sie von Familienleistungen wie etwa dem Familienbonus wenig, denn viele Alleinerzieherinnen müssen aufgrund der fehlenden Kinderbetreuung in Teilzeit arbeiten. Genau diese Frauen werden die neuen Maßnahmen der Regierung besonders treffen, so sollen etwa Arbeitslosenversicherungsbeiträge unabhängig vom Einkommen von allen Beschäftigten gezahlt werden. Auch arbeitslose Alleinerzieherinnen wurden durch die Abschaffung der Zuverdienstgrenze hart getroffen: Sie können sich bei akutem Jobverlust kein Einkommen dazuverdienen, um etwa die Kinderbetreuung weiter bezahlen zu können.
Der Verein FEM.A hat deshalb bereits zu Beginn des Jahres mit der Unterstützung des L’Oréal Fund for Women einen Schwerpunkt auf Finanzbildung und Karriereentwicklung gesetzt. Zahlreiche Webinare mit Expert*innen helfen Alleinerzieherinnen, ihre Kenntnisse im Bereich persönliche Finanzen, Investments, finanzielle Beihilfen und Karriere-Entwicklung zu stärken.
_„Ich bin immer wieder beeindruckt, wie kreativ Alleinerzieherinnen ihre Familien finanziell über Wasser halten. Die finanzielle Innovationskraft der Frauen ist enorm! Diese Kreativität entsteht jedoch aus Druck: Viele Mütter müssen jeden Monat Löcher stopfen, die durch fehlenden Unterhalt oder Lücken im System entstehen.“_, berichtet die Projektleiterin Jutta Mailänder von FEM.A.
Zahlreiche Expert*innen unterstützen den Verein mit ihrem Fachwissen. _„Ich bin dankbar, dass sich so viele Spezialist*innen für Alleinerzieherinnen engagieren und ihr Wissen zur Verfügung stellen.“__,_ freut sich Andrea Czak, geschäftsführende Obfrau von FEM.A. _„Wir sehen in der Praxis, wie hoch der Bedarf an verlässlichem, unabhängigem Finanzwissen ist und setzen alles daran, unser Angebot weiterzuführen.“_
Der Verein ist derzeit aktiv auf der Suche nach einer Weiterfinanzierung des Angebots, um die Alleinerzieherinnen weiterhin zu unterstützen. Denn besonders die Orientierungsgespräche zu finanziellen Beihilfen und Existenzsicherung sind gefragt.
_„Viele Mütter bleiben in Gewaltbeziehungen, weil sie finanziell keinen Ausweg sehen. In ersten Orientierungsgesprächen kann abgeklärt werden, welche Hilfen es für die Mütter und ihre Kinder nach einer Trennung geben kann. Viele wagen den Schritt in eine Beratungsstelle erst mit dem Wissen, dass sie Ansprüche haben.“_, so die Projektleiterin Jutta Mailänder.
Hoffnung setzt der Verein FEM.A auch in den von der Regierung geplanten Unterstützungsfonds für Alleinerzieherinnen. Besonders Alleinerzieherinnen, die zu den „Working Poor“ zählen, die also trotz Arbeit arm sind, könnten davon profitieren.
_„Gerade, wenn die Kinder keinen Unterhalt oder Ersatzleistungen beziehen, leisten Alleinerzieherinnen besonders viel: Sie sind oft Vollzeit beschäftigt, um sich die Miete leisten zu können, leben dennoch in Armut und bekommen keinerlei Unterstützung vom Staat.“__,_ weiß Andrea Czak, geschäftsführende Obfrau von FEM.A. Sie bekräftigt: _„Wir möchten Alleinerzieherinnen, die jeden Tag enorme Arbeit leisten, weiterhin mit Webinaren und individuellen Orientierungsgesprächen unterstützen, damit sie ihren Weg in die finanzielle Selbstbestimmung finden.“_
Der Tag der finanziellen Selbstbestimmung der Frau wurde 2019 von Dr.in Marietta Babos, Gründerin des Vereins „Damensache“, ins Leben gerufen. Der Verein FEM.A hat diesen Tag aufgegriffen, denn für Mütter ist die finanzielle Selbstbestimmung einer der Grundpfeiler eines gewaltfreien Lebens. Anlässlich dieses Tages fordert FEM.A ein Unterhaltsgesetz, das Rechtssicherheit schafft und Kinder aus der Armut holt.
Alle aktuellen und laufend neuen Webinare sind online abrufbar unter:
https://karriere-und-finanzen.verein-fema.at/webinare/
ÜBER FEM.A
Der Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A ist in Österreich einzigartig mit seinem Beratungs- und Serviceangebot rund um die Themen Finanzwissen, Unterhalt, Obsorge und Kontaktrecht. Es reicht von kostenlosen Webinaren mit Rechtsanwält*innen und Psycholog*innen, Entlastungsgesprächen an der kostenlosen FEM.A-Helpline, Orientierungsgesprächen zu finanziellen Beihilfen bis zu Informationen auf der Website, in einem regelmäßigen Newsletter sowie auf diversen sozialen Medien, Vernetzung, Erfahrungsaustausch und Lobbying.
Verein Feministische Alleinerzieherinnen – FEM.A
Andrea Czak, MA
Geschäftsführende Obfrau
Telefon: +43 6991 9710306
E-Mail: andrea.czak@verein-fema.at
Website: https://verein-fema.at/
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender