Run auf Forschungsförderung hält an

Der Wissenschaftsfonds FWF hat im vergangenen Jahr rund 340 Millionen Euro in 749 neue Forschungsprojekte an Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten investiert.

DER ÖSTERREICHISCHE WISSENSCHAFTSFONDS FWF HAT IM VERGANGENEN JAHR RUND 340 MILLIONEN EURO IN 749 NEUE FORSCHUNGSPROJEKTE AN UNIVERSITÄTEN UND AUSSERUNIVERSITÄREN FORSCHUNGSSTÄTTEN INVESTIERT. INSGESAMT FÖRDERT DER FWF AKTUELL RUND 5.300 FORSCHENDE – SO VIELE WIE NOCH NIE ZUVOR. AUFGRUND STEIGENDER NACHFRAGE SPEZIELL IM NACHWUCHSBEREICH BLEIBT DER DRUCK AUF DIE BEWILLIGUNGSQUOTE HOCH, EXZELLENTE ANTRÄGE MÜSSEN WEITERHIN ABGELEHNT WERDEN.

Österreichs Grundlagenforschung wächst, und mit ihr die Nachfrage nach Förderungen. Diese Trends zeigen sich in der Förderbilanz des Wissenschaftsfonds FWF. Mit neuen Forschungsprojekten im Umfang von rund 340 Millionen Euro ist die Gesamtfördersumme aufgrund der excellent=austria-Bewilligungen des Vorjahres zwar zurückgegangen, jedoch stiegen die Bewilligungssummen in allen anderen Programmen im Schnitt um 9 Prozent an. Mit 749 neu bewilligten Projekten konnten mehr Projekte denn je in Österreichs Spitzenforschung starten.

Insgesamt finanziert der FWF aktuell über 5.300 Wissenschaftler:innen an Österreichs Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten – auch das ein neuer Höchststand, der das herausragende wissenschaftliche Potenzial und die Bedeutung der FWF-Förderungen für die Erfolge von Österreichs Spitzenforschung unterstreicht. Die hochkompetitiven Förderungen spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung exzellenter akademischer Leistungen, der Ankurbelung des Wirtschaftswachstums, der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit und der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Rund 136,4 Millionen Euro fließen in den Ausbau des Bereichs Naturwissenschaften und Technik, 125,3 Millionen Euro in Biologie und Medizin und 77,4 Millionen Euro in die Geistes- und Sozialwissenschaften.

„Forschungspolitik ist Zukunftspolitik. Gerade jetzt kommt es darauf an, Perspektiven zu schaffen und die Grundlagen für eine starke, freie und zukunftsorientierte Wissenschaft in Österreich zu sichern. Dass es gelungen ist, mit dem FTI-Pakt Investitionen in Rekordhöhe von rund 5,5 Milliarden Euro abzusichern, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein klares politisches Bekenntnis. Wer in Wissenschaft investiert, investiert in Innovation, in sozialen Fortschritt, in gute Arbeit – und in eine wehrhafte Demokratie. Denn eine offene Gesellschaft braucht verlässliches Wissen, kritisches Denken und den Mut, neue Wege zu gehen“, betont WISSENSCHAFTSMINISTERIN EVA-MARIA HOLZLEITNER.

„Aktuell arbeiten mehr FWF-geförderte Forschende denn je daran, neues Wissen zu schaffen, um medizinische Durchbrüche, technologische Innovationen und Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu ermöglichen. Angesichts globaler Krisen und Unsicherheiten ist es entscheidend, weiterhin in die besten Ideen zu investieren: Nur so sichern wir Innovationskraft, wirtschaftliche Stärke und die Fähigkeit, auf künftige Herausforderungen wirksam reagieren zu können. Was heute noch wie reine Neugier erscheint, kann morgen für uns alle relevant werden“, so CHRISTOF GATTRINGER, PRÄSIDENT DES FWF, anlässlich der Präsentation der Förderbilanz.

MEHR FÖRDERANTRÄGE DENN JE EINGEREICHT – BEWILLIGUNGSQUOTE WEITER UNTER DRUCK

Seitens der Forschenden an Österreichs Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten bleibt die Nachfrage nach Drittmitteln ungebrochen hoch. Die Einreichungen erreichten mit rund 3.100 Förderanträgen und einem Volumen von über 1,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr einen Höchststand. Speziell im Nachwuchsbereich und von internationalen Forschenden erhält der FWF deutlich mehr Anträge. Die Bewilligungsquote über alle Förderprogramme ging auf 24 Prozent (2024: 24,4 Prozent) zurück. Betrachtet man den Durchschnitt der letzten Jahre, so kann der FWF jährlich Projekte im Volumen von rund 60 Millionen Euro trotz exzellenter wissenschaftlicher Qualität nicht fördern. Diese exzellenten „Approved but not funded“-Forschungsideen können daher in Österreich nicht umgesetzt werden.

ERFOLGREICHEN WEG DES WISSENSCHAFTSSTANDORTS FORTFÜHREN

Die Förderbilanz des FWF veranschaulicht den Beitrag der exzellenzorientierten, themenoffenen Grundlagenforschung zur erfolgreichen Entwicklung des Wissenschaftsstandorts. Zahlreiche Stärke- und Schlüsselfelder des Innovationssektors – von Quantentechnologien über Advanced Materials bis zu den Life-Sciences – bauen auf hunderten FWF-geförderten Projekten auf. Die Förderprogramme zielen darauf ab, Spitzenforschung entlang der im FTI-Pakt von der Bundesregierung definierten Ziele auch in der Finanzierungsperiode 2027–2029 auszubauen. Dazu zählen insbesondere die Stärkung der Karriereförderung für den Nachwuchs sowie die Fortführung der Exzellenzcluster. Der künftige Umfang der Investitionen in diese Zukunftsbereiche, die tausende Arbeitsplätze – zum Großteil für den wissenschaftlichen Nachwuchs – schaffen und die internationale Attraktivität des Standorts gewährleisten, wird zwischen dem FWF und dem BMFWF in einer Finanzierungsvereinbarung festgelegt. Die Verhandlungen dazu laufen und werden in den nächsten Wochen abgeschlossen.

AKTUELLE EMPFEHLUNGEN DES FORWIT

Die aktuellen Empfehlungen des FORWIT, des Beratungsgremiums der Bundesregierung zum Forschungsstandort, greifen auch die wettbewerbsorientierten Investitionen über den FWF auf. Nach wie vor kennzeichnen laut FORWIT niedrige Bewilligungsquoten und eine steigende Nachfrage die Forschungsförderung speziell bei Nachwuchsforschenden. Um das wissenschaftliche Potenzial langfristig voll auszuschöpfen, empfehlen die Expert:innen des FORWIT eine deutliche Ausweitung der FWF-Mittel für eine leistungsstarke Grundlagenforschung.

EXZELLENZINITIATIVE LÄUFT AUF HOCHTOUREN

In der Exzellenzinitiative excellent=austria zum Ausbau der Spitzenforschung an den Universitäten und außeruniversitären Forschungsstätten konnten im März 2026 weitere fünf Emerging Fields mit rund 35 Millionen Euro bewilligt werden. Insgesamt sind in den neun Exzellenzclustern und elf Emerging Fields mehr als 1000 Forschende beteiligt. Eine Übersicht über alle Exzellenzcluster und Emerging Fields finden Sie hier.

FÖRDERUNGEN FÜR ALLE BEREICHE MODERNER SPITZENFORSCHUNG

Neben den Forschungsnetzwerken der Exzellenzinitiative finanziert der FWF weiterhin die gesamte Vielfalt der Wissenschaftsdisziplinen auf allen Karrierestufen – von den flexiblen Projektförderungen auf nationaler und internationaler Ebene (218 Millionen Euro) über die Nachwuchs- und Karriereförderungen (80 Millionen Euro) bis hin zu den explizit kooperativen Forschungsvorhaben (41 Millionen Euro) und Kommunikations- und Partizipationsförderungen (1 Million Euro). Spezielle Angebote wie beispielsweise Arts-based Research, Klinische Forschung oder die über den Fonds Zukunft Österreich finanzierten Spezialforschungsgruppen sowie doc.funds-Förderungen stärken eine vielfältig und breit aufgestellte Forschungslandschaft.

ÜBER 5.300 PERSONEN ARBEITEN IN FWF-PROJEKTEN

Gemeinsam mit den neu bewilligten Projekten liefen mit Jahresende 2025 insgesamt 2.599 FWF-finanzierte Forschungsprojekte. Daran sind 5.311 Forschende an Universitäten und weiteren Institutionen beteiligt, 48 Prozent davon Frauen. Besonders erfreulich ist, dass 70 Prozent aller geförderten Personen Nachwuchswissenschaftler:innen (35 Jahre oder jünger) sind. Das unterstreicht den Stellenwert des FWF bei der Ausbildung der nächsten Generation von Topforschenden.

ANSTIEG AN ANTRÄGEN IM NACHWUCHSBEREICH UND VON INTERNATIONALEN FORSCHENDEN

Die Förderangebote des FWF sind darauf ausgelegt, die besten Forschenden national und international anzuziehen. Im Karriereprogramm ESPRIT ist der Anteil von Forschenden mit internationaler Biografie besonders hoch – für knapp die Hälfte aller ESPRIT-geförderten Forschenden ist die FWF-Förderung der entscheidende Grund, nach Österreich zu kommen und hier ihre wissenschaftliche Karriere weiterzuentwickeln. In diesem Bereich verzeichnet der FWF einen besonders hohen Anstieg an Anträgen. Dank zusätzlicher Mittel des Fonds Zukunft Österreich konnte der FWF dem gesteigerten Interesse bisher nachkommen, wenngleich sich in diesem Bereich ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf abzeichnet.

WEITERE PROJEKTE DES FONDS ZUKUNFT ÖSTERREICH AUF SCHIENE

Drei Spezialforschungsbereiche (12 Millionen Euro), drei Forschungsgruppen (4,5 Millionen Euro) und sieben doc.funds-Konsortien (16,5 Millionen Euro) mit 65 neuen Doktoratsstellen sowie mehrere Matching-Funds-Förderungen mit den Bundesländern konnte der FWF auf Basis der Mittel des Fonds Zukunft Österreich umsetzen. Diese Finanzierungsquelle ist für den FWF von zentraler Bedeutung, daher hat er sich auch 2026 um Fördermittel aus dem Fonds Zukunft Österreich beworben.

INTERNATIONALE ZUSAMMENARBEIT

Investitionen über den FWF tragen wesentlich dazu bei, den vergleichsweise kleinen Forschungsstandort Österreich als international relevanten Akteur zu positionieren. Rund 75 Prozent aller laufenden FWF-Projekte entstehen in Kooperation mit internationalen Partner:innen und unterstreichen die starke globale Vernetzung der heimischen Grundlagenforschung. Zahlreiche bi- und trilaterale Fördermöglichkeiten erleichtern es Forschenden, gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen zusammenzuarbeiten. Mit der neuen Initiative „LUKE – Linking Ukraine to the European Research Area“, die über Horizon Europe finanziert wird, setzen FWF und FFG zudem einen gezielten Impuls für die Zusammenarbeit mit ukrainischen Forschenden und stärken damit die Integration in den europäischen Forschungsraum.

MEHR FÖRDERMITTEL FÜR WISSENSCHAFTSKOMMUNIKATION

Um das Vertrauen in die Wissenschaft weiter zu stärken, erhöht der FWF ab 2026 die Mittel der Förderprogramme Wissenschaftskommunikation und Top Citizen Science. Statt 10 bis 12 Projekten können künftig 15 bis 17 Projekte gefördert werden. Insgesamt stehen Forschenden dadurch mehr Ressourcen für innovative Wissenschaftskommunikation zur Verfügung.

INTERNATIONALES PEER-REVIEW MIT WELTWEIT FÜHRENDEN FORSCHENDEN

Internationale Qualitätsmaßstäbe bestimmen die Fördervergabe des FWF – einziges Entscheidungskriterium für eine Förderung ist die wissenschaftliche Exzellenz. Im Jahr 2025 wurden rund 5.500 internationale Gutachten aus über 60 Ländern eingeholt, zum Großteil von Forschenden aus den USA, Deutschland und Großbritannien.

IMPACT AUF ALLEN EBENEN: INCOMINGS, GRÜNDUNGEN, ENTDECKUNGEN

Die Wirkung der FWF-Förderungen ist vielfältig und entfaltet sich sowohl kurzfristig als auch über längere Zeiträume. Bei der Präsentation der aktuellen Förderbilanz gemeinsam mit Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner und FWF-Präsident Christof Gattringer veranschaulichten mehrere Forschende die Bandbreite dieser Effekte: Die FWF-Wittgenstein-Preisträgerin Elly Tanaka sowie Postdoc-Incoming Tal Scully (IMBA – Institut für Molekulare Biotechnologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften) gaben Einblicke in neue Ansätze der Regenerationsforschung. Ein Beispiel für erfolgreichen Wissenstransfer in die Wirtschaft lieferte die Informatikerin Ruth Breu (Universität Innsbruck): Aus ihren FWF-Projekten ging das Spin-off Txture hervor, das sich zu einem führenden Unternehmen im Bereich Cloud-Technologien entwickelt hat. Zudem präsentierte die Kommunikationswissenschaftlerin Claudia Wilhelm, die 2025 mit dem Österreichischen Frauenpreis ausgezeichnet wurde, aktuelle Forschungsergebnisse zur Nutzung und Wirkung digitaler Medien bei Jugendlichen.

ALLE FÖRDERSTATISTIKEN IM ÜBERBLICK

Einen Jahresrückblick sowie die gesamten Leistungszahlen finden Sie im aktuellen FWF-Jahresbericht. Darüber hinaus bietet das neue FWF-Dashboard die Möglichkeit, sämtliche Förderkennzahlen und -statistiken aus allen Programmen abzurufen.
– FWF-Jahresbericht 2025 (barrierefreies PDF)

Österreichischer Wissenschaftsfonds FWF
Marc Seumenicht
Stv. Leiter Kommunikation, Pressesprecher
marc.seumenicht@fwf.ac.at
+43 676 83487 8111
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