
Kritische Infrastruktur entscheidet über Europas Zukunft
Diskussion von Austrian Standards, European Forum Alpbach und Zukunft.Frauen Alumnae Club zu resilienten Infrastrukturen in Europa
WIE KANN EUROPA SEINE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT, RESILIENZ UND GEOPOLITISCHE HANDLUNGSFÄHIGKEIT IN EINER ZUNEHMEND UNSICHEREN WELT SICHERN? DIESE FRAGE STAND IM ZENTRUM DER KOOPERATIONSVERANSTALTUNG „SECURITY, PRODUCTIVITY, INFLUENCE: WIE KRITISCHE INFRASTRUKTUREN EUROPAS ZUKUNFT ENTSCHEIDEN“. DAZU LUDEN AUSTRIAN STANDARDS, DAS EUROPEAN FORUM ALPBACH UND DER ZUKUNFT.FRAUEN ALUMNAE CLUB AM 6. MAI 2026 IN DAS HOUSE OF STANDARDS AND INNOVATION EIN.
Nach der Eröffnung durch BEATRIX CZIPETITS, Mitglied des Vorstandes des Zukunft.Frauen Alumnae Club, begrüßten VALERIE HÖLLINGER, CEO von Austrian Standards, OTHMAR KARAS, Präsident des European Forum Alpbach, und KAREN FANTO, Vorsitzende des Vorstandes des Zukunft.Frauen Alumnae Club, die Gäste. Die Keynote hielt MARIO HOLZNER, Executive Director des wiiw (Wiener Instituts für Internationale Wirtschaftsvergleiche). Anschließend diskutierten MARTIN GRAF, Vorstand der Energie Steiermark, KARL KUGLER, Co-Lead der AI Factory Austria, VALERIE HÖLLINGER, CEO von Austrian Standards, und Cyber-Security-Experte CORNELIUS GRANIG unter der Moderation von KI-Strategin ANA SIMIC.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Europa kritische Infrastruktur künftig nicht nur plant, sondern auch rascher, sicherer und wirksamer umsetzt. Denn Energieversorgung, digitale Infrastruktur, Cyber Security, künstliche Intelligenz und Standardisierung lassen sich nicht länger getrennt denken. Europas Zukunftsfähigkeit entscheidet sich daran, wie diese Bereiche systemisch zusammenspielen. „Kritische Infrastrukturen benötigen mehr als Technologie oder Investitionen – sie funktionieren nur auf Basis gemeinsamer Schnittstellen, klarer Anforderungen, überprüfbarer Verfahren und Vertrauen“, betonte VALERIE HÖLLINGER, CEO VON AUSTRIAN STANDARDS. „Genau hier setzt Standardisierung als verbindendes Element an: Aktuell ist der Dissens so laut, dass der Konsens in den Hintergrund rückt. Standardisierung setzt beim Dissens an und führt zu konsensfähigen Lösungen. Sie macht Innovation skalierbar, stärkt Resilienz und ermöglicht Europas Mitgestaltung globaler Märkte und Technologien. Europa verliert nicht durch hohe Standards, sondern durch zu späte Abstimmung von Standards, Regulierung und Umsetzung.“
OTHMAR KARAS, PRÄSIDENT DES EUROPEAN FORUM ALPBACH, betonte die nötigen nächsten Schritte: „Europas Schlüssel zum Erfolg liegt in der Kooperation über Grenzen und Fachbereiche hinweg. Immer wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen wir. Immer wenn wir getrennt arbeiten, bezahlen wir einen hohen Preis. Wenn wir im globalen Wettbewerb bestehen wollen, müssen wir Infrastruktur, Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit gemeinsam denken. Europa muss eigenständig handlungsfähig sein und darf nicht abhängig werden. Nur wenn wir gemeinsam handeln, können wir Freiheit verteidigen, Souveränität stärken und Wohlstand für die Menschen sichern.“
KAREN FANTO, VORSITZENDE DES VORSTANDES DES ZUKUNFT.FRAUEN ALUMNAE CLUB, unterstrich die Bedeutung von Führung und Umsetzungskraft: „Transformation braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Perspektiven zusammenführen und Entscheidungen möglich machen. Gerade bei kritischen Infrastrukturen brauchen wir nicht nur eine Strategie, sondern auch eine schnelle Umsetzung – mit klaren Rollen, Bekenntnis zur Zusammenarbeit und den Mut, Zukunft aktiv zu gestalten.“
In seiner Keynote ordnete MARIO HOLZNER, EXECUTIVE DIRECTOR DES WIENER INSTITUTS FÜR INTERNATIONALE WIRTSCHAFTSVERGLEICHE (WIIW), Infrastruktur als eine zentrale Standortfrage Europas ein: „Wer über Europas Wettbewerbsfähigkeit spricht, muss über Infrastruktur sprechen. Energie, Daten, Netze und Transportwege sind keine Nebenthemen, sondern die Grundlage wirtschaftlicher Produktivität und politischer Handlungsfähigkeit. Europa braucht Investitionen, die über nationale Einzelinteressen hinausgehen und den Kontinent als gemeinsamen Wirtschafts- und Zukunftsraum stärken.“
EUROPA IM UMBRUCH: NUR GEMEINSAM ZU MEHR TEMPO, SICHERHEIT UND STÄRKE
Die Podiumsdiskussion hat gezeigt: Europas Wettbewerbsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und geopolitische Handlungsfähigkeit lassen sich nur durch einen ganzheitlichen Ansatz und enge Zusammenarbeit über Sektoren und Ländergrenzen hinweg sichern. Europa sollte dabei selbstbewusster auftreten, seine Identität stärken und seine Innovationskraft konsequent nutzen.
Ein zentrales Thema des Abends war der Spannungsbogen zwischen Tempo und Sorgfalt. Die Diskussion machte deutlich: Europa muss schneller werden, ohne dabei die Grundlage für verlässliches Handeln zu verlieren.
MARTIN GRAF, VORSTAND DER ENERGIE STEIERMARK, sagte dazu: „Infrastruktur ist in der Steiermark der zentrale Hebel der Energiewende: Während die Photovoltaik-Leistung auf mehr als 1.000 Megawatt gestiegen ist, mehr als das 250-Fache, und sich der Wert unserer Infrastruktur innerhalb von zehn Jahren verdoppelt hat, zeigt sich zugleich: Ohne leistungsfähige Netze, Speicher und Systemstabilität bleibt der politische Anspruch hinter der Realität zurück. Gleichzeitig entsteht genau daraus die Chance, das Energiesystem mit dem weiteren Ausbau dieser Infrastruktur stabiler, flexibler und zukunftsfähig zu gestalten.“
KARL KUGLER, HEAD OF AI FACTORY AUSTRIA, brachte die Perspektive europäischer KI-Infrastruktur in die Diskussion ein. „Europa hat exzellente Forschung und viele Talente, aber wir schaffen es noch zu selten, daraus Wertschöpfung zu machen. Mit Initiativen wie den europäischen ‚AI Factories‘ und leistungsfähiger Supercomputer-Infrastruktur müssen wir die Lücke zwischen Wissenschaft und Industrie schließen, damit aus Ideen tragfähige, skalierbare Lösungen werden. Das gelingt nur gemeinsam statt isoliert.“
VALERIE HÖLLINGER, CEO VON AUSTRIAN STANDARDS, betonte: „Europa muss bei kritischer Infrastruktur und Digitalisierung schneller in die Umsetzung kommen. Entscheidend ist dabei nicht nur Tempo, sondern das gemeinsame Erarbeiten tragfähiger Lösungen – Standards sind dafür ein zentraler Hebel. Ihr Wert liegt in nachhaltigen, praxisbewährten Lösungen, die unter Einbindung aller betroffenen Stakeholder entstehen. Standardisierung ist dabei ihrer Zeit stets voraus, da sie Lösungen ermöglicht, die morgen bereits den Maßstab setzen.“
CORNELIUS GRANIG, CYBER-SECURITY-UNTERNEHMER UND SICHERHEITSEXPERTE, warnte: „Alles, was am Internet oder an Netzwerken hängt, ist potenziell angreifbar. Wenn wir Digitalisierung ernstnehmen, müssen wir Cyber Security als zentralen Bestandteil kritischer Infrastruktur verstehen. Die EU ist bei der Cyber-Abwehr uneinheitlich aufgestellt und dadurch verwundbar. Entscheidend ist daher ein gemeinsames europäisches Vorgehen mit einheitlichen Standards, enger Koordination und stärkeren Investitionen in Cyber-Security-Kapazitäten.“
KEY TAKEAWAYS
* KRITISCHE INFRASTRUKTUR IST EUROPAS STRATEGISCHER HEBEL für Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und Souveränität.
* EUROPA MUSS SCHNELLER IN DIE UMSETZUNG KOMMEN, ohne Sicherheit, Vertrauen und Resilienz zu vernachlässigen.
* STANDARDS SCHAFFEN DIE GRUNDLAGE für sichere, skalierbare und langfristig tragfähige Lösungen über Branchen und Grenzen hinweg.
* EUROPAS ZUKUNFTSFÄHIGKEIT GELINGT NUR GEMEINSAM: mit dem klaren Anspruch, eigene Stärken, Standards und Innovationskraft gezielt in globale Wettbewerbsfähigkeit zu übersetzen.
Eine AUFZEICHNUNG DER VERANSTALTUNG finden Sie in Kürze unter diesem Link:
Austrian Standards
Mirjana Verena Mully
Telefon: +43 676 897124301
E-Mail: mirjana-verena.mully@austrian-standards.at
Website: https://www.austrian-standards.at/de
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