
Armutskonferenz am 8.Mai. Niemals vergessen: Mechanismen der Entwürdigung immer dieselben
Wunsch nach Aufarbeitung der Ermordung als „asozial“ gebrandmarkter Menschen /„lebendiges Gedenken“ an Opfer des Nationalsozialismus
Rund 70.000 Menschen wurden vom NS-Regime als “Asoziale” gebrandmarkt und in Konzentrationslagern inhaftiert. Auch ins KZ Mauthausen wurden Frauen und Männer verschleppt und der “Vernichtung durch Arbeit” ausgeliefert. Sie mussten als Erkennungszeichen auf der linken Brustseite einen schwarzen Winkel (“Asoziale”) tragen.
WEGEN ARMUT VERFOLGT
Am heutigen Gedenktag des 8.Mai erinnert die Armutskonferenz „an die notwendige Aufarbeitung und das Sichtbarmachen der Menschen, die aufgrund ihrer Armut in die behördlichen Fänge der sozialdarwinistischen Ideologen geraten sind“. Der Großteil der als „asozial“ Verfolgten stammte aus der unteren Einkommensschicht. Unter „asozial“ fielen etwa Arbeitslose, Nichtsesshafte, Sozialleistungsbezieher, Suchtkranke oder Personen, die ihren Haushalt nicht richtig führen konnten.. Als „asozial“ wurden auch Menschen verfolgt, die bettelten oder wohnungslos waren. Die Mechanismen der Entwürdigungen sind immer dieselben. Vom völkischen Denken wurden sie als „Minderleister“ denunziert und als „unwertes“ Leben zu Tode gebracht.
„ASOZIALENKOMMISSIONEN“
Die Gaue Wien, Niederdonau und Oberdonau taten sich in der Verfolgung von als „asozial“ gebrandmarkten Menschen besonders hervor. Arbeitsamt, Fürsorge, Kriminalpolizei und öffentliche Verwaltung arbeiteten in „Asozialenkommissionen“ eng zusammen. Jugendliche, Frauen und Männer wurden in geschlossene Arbeitsanstalten (z.B. Am Steinhof oder Znaim für Frauen) oder Arbeitserziehungslager (z.B. Oberlanzendorf für Männer) eingewiesen oder auch in Konzentrationslager deportiert.
Vor zwei Jahren wurden im österreichischen Nationalrat Menschen, die als „asozial“ gebrandmarkt wurden, als Verfolgtengruppe anerkannt.
Die Armutskonferenz.
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01/4026944 oder 0664/5445554
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