„Krähen abschießen löst keine Umweltprobleme“ – Tierschutz Austria kritisiert steirische Krähenverordnung

Mit Inkrafttreten der steirischen Krähenverordnung dürfen im Jahr 2026 wieder insgesamt 7.700 Nebel- und Rabenkrähen „entnommen“ werden. Tierschutz Austria übt scharfe Kritik an der Maßnahme und warnt vor einem falschen Umgang mit ökologischen Problemen.

„Krähen sind hochintelligente Tiere und Teil eines funktionierenden Ökosystems. Früher waren Bauern froh über Krähen auf den Feldern, weil sie Engerlinge und andere Schädlinge fraßen. Heute werden Pestizide gespritzt und Krähen abgeschossen – das nennt man dann Fortschritt“, erklärt Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria.

Die Organisation sieht die Ursachen vieler Konflikte nicht bei Wildtieren, sondern in der zunehmenden Verbauung, Bodenversiegelung und dem Verlust natürlicher Lebensräume. „Wir nehmen den Tieren Nahrung, Rückzugsorte und Wasser. Gleichzeitig wundern wir uns, dass Wildtiere in menschliche Siedlungsräume ausweichen müssen“, so Aschauer.

Besonders angesichts zunehmender Trockenheit und Wassermangels brauche es laut Tierschutz Austria eine Debatte über gesunde Ökosysteme statt weiterer Abschussverordnungen. „Wenn ernsthaft geglaubt wird, dass die hier beschönigend als ‚Entnahme‘ bezeichnete Tötung tausender Krähen die eigentlichen Probleme löst, dann ist das ein alarmierendes Signal für den Zustand unserer Umweltpolitik.“

Tierschutz Austria fordert stattdessen mehr Investitionen in Biodiversität, naturnahe Landwirtschaft und den Schutz bestehender Lebensräume.

Tierschutz Austria
Mag. Martin Aschauer
Telefon: 069916604075
E-Mail: martin.aschauer@tierschutz-austria.at
Website: https://www.tierschutz-austria.at/

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