Parlament würdigt 55 Jahre diplomatische Beziehungen zu China

Veranstaltung blickt auf Jahrzehnte der Zusammenarbeit zurück

Vor 55 Jahren, am 28. Mai 1971, nahmen Österreich und die Volksrepublik China diplomatische Beziehungen auf. Das beidseitige Kommuniqué wurde einen Tag davor, am 27. Mai, unterschrieben. Aus diesem Anlass fand heute im Parlament eine Veranstaltung zur Würdigung dieses Jubiläums statt.

ROSENKRANZ SIEHT WEITBLICK IN ZEITEN DES UMBRUCHS

Nationalratspräsident Walter Rosenkranz blickte in seinen Begrüßungsworten auf das Jahr 1971 zurück, als die diplomatischen Beziehungen aufgenommen wurden. Es habe sich um eine Phase des Umbruchs vor dem Hintergrund des Kalten Krieges gehandelt, sagte er. Heute befinde sich die Welt in einer ähnlich turbulenten Zeit. Die damaligen Abgeordneten im Nationalrat hätten dennoch den Weitblick für diese wichtige Entscheidung gehabt, so Rosenkranz. Aus seiner Sicht hätten sie sich von klaren Prinzipien leiten lassen, die für die Partnerschaft der beiden Länder bis heute gültig seien. Neben einem klaren Bekenntnis zu einer aktiven Neutralitätspolitik sei das auch das Verständnis gewesen, dass die internationale Politik der Zukunft ohne China nicht möglich sei.

Seitdem sei eine bemerkenswert stabile und kontinuierliche Beziehung entstanden. Rosenkranz führte in diesem Zusammenhang auch an, dass seit Beginn der Erfassungen 1992 jedes Jahr mindestens ein Austausch zwischen den beiden Parlamenten stattgefunden habe – insgesamt über 60 Termine. Der Nationalratspräsident dankte insbesondere der Botschafterin der Volksrepublik China in Österreich Mei Qi, die in Kürze nach Peking zurückkehren wird, für ihre Arbeit in Wien.

ZUSAMMENARBEIT IN POLITIK, WIRTSCHAFT UND KULTUR

Botschafterin Mei Qi wollte in ihren Grußworten zum 55-jährigen Jubiläum der diplomatischen Beziehungen nicht nur auf die Vergangenheit und die damaligen Pioniere zurückblicken, sondern auch die neuen Wege der Zukunft beleuchten. China und Österreich hätten in einer sich verändernden Welt stets einen engen Dialog aufrechterhalten. Neben der Kooperation auf bi- und multilateraler Ebene sowie den wirtschaftlichen und kulturellen Verbindungen hob sie insbesondere den Austausch auf parlamentarischer Ebene hervor. Dieser sei eine treibende Kraft für die engen Beziehungen. Sie sprach sich dafür aus, gemeinsam in die Zukunft zu gehen und ein neues Kapitel der Freundschaft zwischen den beiden Ländern zu schreiben.

In einem Vortrag betonte Nationalratsabgeordneter und Mitglied der Bilateralen Parlamentarischen Gruppe Österreich-China Christian Hafenecker (FPÖ) den kontinuierlichen und verlässlichen Dialog, den die beiden Länder seit Beginn der diplomatischen Beziehungen gepflegt hätten. Hafenecker vertrat den Obmann der Bilateralen Parlamentarischen Gruppe, Gernot Darmann (FPÖ), der derzeit in China ist. Der Dialog sei stets von dem gemeinsamen Ziel getragen gewesen, gegenseitiges Verständnis zu vertiefen und Vertrauen aufzubauen. Als positiv hob er insbesondere entsprechende Initiativen der österreichischen Bundesregierung zwischen 2017 und 2019 hervor. Doch so wichtig politische Initiativen auch seien, liege die eigentliche Stärke bei den Menschen, die Beziehungen aufrechterhalten und ausbauen. Hafenecker führte zahlreiche Kontakte auf Ebene der Unternehmen, der Kultur, der Wissenschaft und auch der Zivilgesellschaft an. Vor allem zahlreiche Vereine würden einen wichtigen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis und der Vertiefung der Beziehungen leisten.

Von Bedeutung ist für Hafenecker auch Österreichs Neutralität. Sie verpflichte das Land dazu, zu den großen geopolitischen Akteuren ein ausgewogenes, offenes und auf Verständigung ausgelegtes Verhältnis zu pflegen. Die Beziehungen zu China seien für ihn daher auch Teil einer verantwortungsvollen österreichischen Außenpolitik. Für die Zukunft wünsche er sich, dass die Freundschaft zwischen Österreich und China weiter wachse und als stabile Brücke des gegenseitigen Verständnisses und Dialogs fortbesteht, so Hafenecker.

PARLAMENTARISCHER AUSTAUSCH ZWISCHEN ÖSTERREICH UND CHINA

Bereits im Vorfeld nahmen Nationalratspräsident Walter Rosenkranz und der Vorsitzende des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses der Volksrepublik China Zhao Leji das Jubiläum zum Anlass, um persönliche Glückwünsche zu übermitteln und die ausgezeichneten bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu betonen. Ende August wird Rosenkranz gemeinsam mit Mitgliedern der Bilateralen Parlamentarischen Gruppe Österreich-China in die Volksrepublik reisen. (Schluss) kar

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments. Ein Dossier zur Volksrepublik China des Dienstes EU & Internationales finden Sie ebenfalls im Webportal des Parlaments.

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