Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren begrüßt Initiative „Gemeinsam gegen Gewalt an Kindern“

Gewaltfrei zu erziehen bedeutet nicht, Kinder sich selbst zu überlassen. Es bedeutet, sie klar, konsequent und respektvoll zu begleiten – ohne Schläge, Demütigungen oder Angst.

Der unabhängige Kinderschutzexperte Thomas Graf, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Österreichischer Kinderschutzzentren und Leiter des Kinderschutzzentrums Kidsnest Gmünd, hat heute im Rahmen einer Medienaktion der SPÖ und weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen Stellung zum Thema Gewalt gegen Kinder genommen:

„Wir im Kinderschutz erfahren in unserer täglichen Arbeit, wie herausfordernd es auch heute noch für Eltern ist, ohne Ohrfeigen, Klapse oder Demütigungen zu erziehen. Vor allem, wenn man das in der eigenen Kindheit selbst erlebt hat und in schwierigen Situationen vom eigenen Kind getriggert wird. Umso mehr müssen wir alternative Formen in der Erziehung lernen und üben. Gewaltfreie Erziehung ist nicht „Nicht-Erziehung“. Kinder brauchen Orientierung, Regeln und Konsequenzen – aber ohne Angst und Gewalt. Wer gewaltfrei erzieht, verzichtet nicht auf Grenzen, sondern auf Gewalt. Kinder brauchen Führung, nicht Furcht.“

Konsequenz und Gewaltfreiheit sind kein Widerspruch. Kinder können lernen, Regeln einzuhalten, ohne Angst haben zu müssen.

Der Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren betont, dass das Gewaltverbot in Bildungseinrichtungen und in der Erziehung zu den wichtigsten kinderrechtlichen und gesellschaftspolitischen Errungenschaften der vergangenen Jahrzehnte zählt. Es macht unmissverständlich klar: Kinder haben ein Recht auf Schutz, Würde und eine gewaltfreie Entwicklung. Ein Aufwachsen ohne Gewalt ist nicht nur für das Wohlbefinden und die gesunde Entwicklung jedes einzelnen Kindes wichtig, sondern auch für den gesellschaftlichen Zusammenhalt insgesamt. Kinder, die respektvoll begleitet und ohne Gewalt erzogen werden, können Vertrauen entwickeln, Konflikte konstruktiv lösen und stabile soziale Beziehungen aufbauen.
Für Kinder bedeutet körperliche Gewalt sie immer auch eine psychische Verletzung. Wer geschlagen, geohrfeigt, angeschrien oder beschimpft wird, erlebt Angst, Demütigung und den Verlust von Sicherheit – besonders bitter und schmerzhaft, wenn dies von den Menschen ausgeht, die eigentlich Liebe, Schutz und Geborgenheit geben sollten. Erziehung durch Angst mag kurzfristig Gehorsam erzeugen, sie ist jedoch weder wirksam noch gesund. Kinder lernen dadurch nicht Respekt, sondern Unterordnung, Verunsicherung und Furcht.

Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
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Website: https://www.oe-kinderschutzzentren.at

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