
Österreichs Energieversorgung aktuell gesichert: Gasreserve verlängert, Speicher über 50% gefüllt, Kerosinlager + 56 %, Diesellager + 36%
Gasreserve von 20 TWh im Doppelbudget 2027/28 abgesichert und Speicher zur über 50 Prozent gefüllt; Kommerzielle Kerosin- und Diesellager sehr gut gefüllt
„Österreich ist über alle Energieträger hinweg gesichert versorgt: Bei Öl, Diesel und Kerosin sorgen die Raffinerie Schwechat, stabile Importwege und unsere strategische Reserve über rund 90 Tage für eine verlässliche Versorgung. Mit der Verlängerung der strategischen Gasreserve bis 2029 und ihrer Absicherung im Doppelbudget geben wir Haushalten und Betrieben auch beim Gas Sicherheit – gerade in geopolitisch unsicheren Zeiten. Wer Versorgungssicherheit ernst nimmt, trifft heute die Entscheidungen für morgen“, so Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer.
„Die Gas-Versorgungsunternehmen nehmen ihre Verantwortung ernst. Um ihre Kunden zu beliefern, sorgen sie jetzt vor und speichern Gas ein. Dass wir nun Mitte Juni 50 Prozent Füllstand erreichen, ist ein wichtiges Etappenziel. Zusammen mit der hohen Verfügbarkeit der Gasnetze und -speicher sorgen auch die Gasnetz- und Speicherbetreiber für notwendige Flexibilitäten für den Herbst und Winter, um jederzeit gut versorgt zu sein“ so die beiden Vorstände der AGGM Bernhard Painz und Michael Woltran.
Besonders im Zusammenhang mit den kommerziellen Lagerständen der Kerosinlager (+56% = Mai Höchstwert im gesamten Betrachtungszeitraum) und Diesellager (+ 36%) und dem guten Füllstand der strategischen Gasreserve hält BUNDESMINISTER HATTMANNSDORFER fest:_ „Die Entwicklung der kommerziellen Lagerbestände bei Kerosin und Diesel ist sehr erfreulich, und auch die Gasspeicher sind mit über 50 Prozent bereits gut gefüllt. Oberstes Ziel bleibt eine Beruhigung der Lage rund um die Straße von Hormus. Für uns als Republik hat aber vor allem die Versorgungssicherheit Priorität – gerade angesichts der Iran-Krise. Die Lagerstände zeigen: Wir sind hier erfolgreich.“_
VERSORGUNGSSITUATION ROHÖL
* Versorgungslage Österreich: Derzeit keine für Österreich wesentlichen Infrastrukturschäden, die Tankschiffsituation in Triest ist unverändert, und die Raffinerie Schwechat meldet keine Versorgungsprobleme – die Adria-Wien-Pipeline läuft mit üblicher Auslastung.
* Strategische Pflichtnotstandsreserve: deckt rund 90 Tage ab, verwaltet von der Erdöl-Lagergesellschaft.
* Internationale Lage: Durch die Straße von Hormus laufen aktuell nur rund 2 statt der üblichen rund 20 Millionen Barrel pro Tag; alternative Routen über Yanbu und Fujairah sowie steigende Lieferungen aus dem Atlantikbecken (USA und Südamerika) federn das ab. Für 2026 wird ein Rückgang des globalen Ölangebots erwartet; die Endkundennachfrage soll gleichermaßen sinken.
* Trotz des deutlichen Nachfragerückgangs bei Rohöl und Raffinerieprodukten schwinden die globalen Reserven weiterhin in Rekordgeschwindigkeit, nicht jedoch in Österreich.
* Selbst bei einem Ende der Blockade der Straße von Hormus wird eine vollständige Erholung jedoch nicht sofort erfolgen, da Minen aus den Hauptschifffahrtsrouten entfernt werden müssen und die Normalisierung der Lieferketten Zeit benötigt.
* Die EU erkennt für Juni und Juli dennoch keinen Mangel an Rohöl oder Erdölprodukten. Erste IEA-Analysen der Ölbilanzen für 2027 zeigen im Falle einer offenen Straße von Hormus einen deutlichen Überschuss im kommenden Jahr.
VERSORGUNGSSITUATION DIESEL
* Versorgung Österreich: Österreich importiert rund 69 Prozent seines Dieselbedarfs, davon rund 71 Prozent aus Deutschland, dessen Raffinerien ohne Einschränkung produzieren.
* EU-Bezug: Aus dem Persischen Golf stammen rund 5 Prozent des EU-Dieselverbrauchs
* Die ausgefallenen Diesel-Importe konnten kompensiert werden, wodurch kein Mangel zu erwarten ist.
* Die kommerziellen Lagerstände von Diesel (+36%) in Österreich stiegen im April 2026 ggü. März 2026 wieder deutlich an.
* Der kommerzielle Diesel-Lagerstand in Österreich lag im April 2026 30,33% über dem mehrjährigen April-Durchschnitt.
VERSORGUNGSSITUATION KEROSIN
* Versorgung Österreich: Mit einer Inlandsproduktionsquote von rund 95 Prozent produziert Österreich fast so viel Kerosin im Inland, wie es verbraucht; der Flughafen Wien wird primär über die Raffinerie Schwechat versorgt. Somit ist in Österreich von keinem Kerosinengpass auszugehen.
* Der österreichische Verbrauch von Flugturbinenkraftstoff (Kerosin) liegt im Mai 2026 deutlich unter dem Mai 2025 (-12,21 %) sowie unter dem mehrjährigen Durchschnitt (-2,28 %).
* Der kommerzielle Lagerstand von Kerosin (+56,56%) stieg im Mai 2026 ggü. April 2026 wieder deutlich an, und erreichte einen neuen Mai-Höchstwert (im Betrachtungszeitraum 21-26). Dies hat deutlich positive Entwicklungen auf die Lagerreichweiter bei Ausfällen.
* Lage Europa: Rund 15 bis 20 Prozent des EU-Verbrauchs stammten aus dem Persischen Golf; Ersatzlieferungen aus den USA und Nigeria kompensierten bisher rund die Hälfte der ausgefallenen Mengen.
* Im Best Case einer Öffnung ab Juli bleibt ein Engpass aus, erfordert aber den Einsatz von europäischen Kerosin-Notreserven.
* Im Worst Case ohne Öffnung bis Jahresende sinken die kommerziellen Lagerbestände bis Sommerende stark, die europäischen Kerosin-Notreserven wären rechnerisch bis Jahresende erschöpft.
VERSORGUNGSSITUATION GAS / STRATEGISCHE GASRESERVE
* Strategische Gasreserve: 20 TWh, staatlich kontrolliert und für den Krisenfall reserviert – das entspricht rund einem Viertel des jährlichen Inlandsverbrauchs.
* Verlängerung: um zwei Jahre bis April 2029 (bisherige gesetzliche Befristung: 1. April 2027).
* Budgetmittel im Doppelbudget 2027/28: rund 115 Millionen Euro (2027) und rund 120 Millionen Euro (2028); die tatsächlichen Kosten werden voraussichtlich deutlich darunter liegen.
* Speicherfüllstand: Mitte Juni 2026 über 50 Prozent (51,64 Prozent bzw. 51,78 TWh am 20. Juni) – nach rund 36 Prozent (rund 35 TWh) Ende März 2026.
* Europäischer Vergleich: Beim Verhältnis von Speicherfüllstand und Speicherkapazität zum Jahresverbrauch zählt Österreich in beiden Fällen zur europäischen Spitzengruppe.
* Prognose: Bei gleichbleibender Einspeicherrate ist zum Jahresende ein Speicherstand von rund 80 Prozent erreichbar, was in etwa einem Ganzjahresverbrauch entspricht.
* Abstand zum Vorjahr: Der Füllstand liegt rund 10 Prozentpunkte unter dem Niveau von Juni 2025. Gründe sind der kältere vergangene Winter, die Trockenheit mit vermehrtem Gaseinsatz in der Stromerzeugung und die infolge des Iran-Konflikts stark gestiegenen Gaspreise, die die Einspeicherung wirtschaftlich weniger attraktiv machten.
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