
Queer sein ist keine Krankheit: Kundgebung vor ÖVP-Zentrale fordert Verbot von Konversionsmaßnahmen
#aufstehn und queere Organisationen geben ÖVP symbolische Nachhilfestunde – fast 17.000 Menschen unterstützen Petition
Gemeinsam mit mehreren queeren Organisationen forderte #aufstehn heute vor der ÖVP-Zentrale ein Verbot von Konversionsmaßnahmen in Österreich. In einer symbolischen „Nachhilfestunde“ enthüllten die Aktivist_innen eine große Schultafel mit der Botschaft „Queer sein ist keine Krankheit“ – und forderten die ÖVP auf, das im Regierungsprogramm vereinbarte Gesetz zum Schutz queerer Menschen vor “Umpolungen” endlich umzusetzen. Fast 17.000 Menschen haben bereits eine #aufstehn-Petition mit dieser Forderung unterschrieben.
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Konversionsmaßnahmen sind unwissenschaftliche Praktiken, die die sexuelle Orientierung oder die Geschlechtsidentität von Menschen verändern oder unterdrücken sollen. Internationale Fach- und Menschenrechtsorganisationen warnen seit Jahren vor den schwerwiegenden Folgen. Viele Betroffene entwickeln dadurch Depressionen, Angstzustände oder Suizidgedanken.
Während zahlreiche europäische Länder diese Praktiken bereits verboten haben, gibt es in Österreich bis heute kein umfassendes Verbot – obwohl sich die Bundesregierung im Regierungsprogramm bereits auf ein solches geeinigt hat. Aktuell blockiert die ÖVP allerdings die Umsetzung, denn sie möchte nicht, dass auch trans Personen vor den Praktiken geschützt werden.
„Dass die ÖVP den Schutz von trans Menschen ausklammern will und dadurch ein Verbot von Konversionsmaßnahmen verhindert, ist nicht nachvollziehbar. Mit unserer Nachhilfestunde fordern wir heute die Umsetzung des Regierungsversprechens: ein Verbot, das alle queeren Menschen schützt”, so Leonie Stein von #aufstehn.
VERTRETER_INNEN AUS ZIVILGESELLSCHAFT UND QUEEREN ORGANISATIONEN WARNEN VOR ZUNEHMENDER DISKRIMINIERUNG
Neben Leonie Stein von #aufstehn beteiligten sich Mariam Vedadinejad von Queeramnesty, Valerie Lenk von Trans Vielfalt, Rhonda DVine von Dyke March Vienna und Charlotte Wunn von ViMÖ an der Kundgebung. In ihren Redebeiträgen warnten sie vor zunehmenden queerfeindlichen Kampagnen von Rechtspopulist_innen sowie den Folgen von Konversionsmaßnahmen für Betroffene. In Bezug auf die Situation in Österreich kritisierten sie insbesondere die Haltung der ÖVP, trans Menschen vom geplanten Schutz auszunehmen. Ein Verbot könne nur wirksam sein, wenn es alle queeren Menschen einschließt.
„Konversionsmaßnahmen basieren auf der falschen Vorstellung, queere Menschen müssten verändert werden. Genau deshalb braucht es jetzt ein klares gesetzliches Verbot“, so Stein. „Queere Menschen sind gut, so wie sie sind.”
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