Thomas Bulant: Ohne Weichenstellung für eine praxisrelevante Pädagoginnenberufsausbildung verschläft Österreich die Zukunft seiner Kinder.

SLÖ erwartet am 1. Juli in Graz ein mutiges Bekenntnis zu einer Ausbildung, die Lehrerinnen und Lehrer für ein gelingendes Lehren und Lernen befähigt.

Im Vorfeld der Stakeholderveranstaltung zur „School of Education“ mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner am 1. Juli in Graz fordert der Vorsitzende des SLÖ, MMag. Dr. Thomas Bulant, einen grundlegenden Paradigmenwechsel in der Lehrer:innenbildung.

„Die Lehrer:innenbildung muss sich endlich zu einer echten Pädagoginnen- und Pädagogenberufsausbildung entwickeln. Im Zentrum müssen gelingendes Lehren und erfolgreiches Lernen stehen, nicht institutionelle Zuständigkeiten oder traditionelle Ausbildungslogiken“, betont Bulant.

Universitäten und Pädagogische Hochschulen seien wichtige Partner dieses Prozesses. Ihre Beteiligung müsse sich jedoch konsequent am Bestleistungsprinzip orientieren! „Nicht die Institution an sich ist entscheidend, sondern die Qualität ihres Beitrags. Jede Einrichtung muss entsprechend ihrer jeweiligen DNA jene Kompetenzen vermitteln, die sie nachweislich am besten leisten kann.“

Aus Sicht des SLÖ gehören zentrale pädagogische Handlungskompetenzen verpflichtend in jede Lehramtsausbildung. Dazu zählen unter anderem:

* Classroom-Management
* Krisenmanagement
* professionelle Elternarbeit
* Analyse von Lernproblemen
* sonderpädagogische Basiskompetenzen

„Diese Fähigkeiten sind keine Zusatzqualifikationen mehr, sondern unverzichtbare Grundlagen für den Lehrberuf im 21. Jahrhundert“, so Bulant.

Besonders dringlich sei eine Reform angesichts des bevorstehenden Generationenwechsels. „Jene Lehrerinnengeneration, die unser Bildungssystem derzeit trägt, wird in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren weitgehend in Pension gehen. Umso verantwortungsloser ist es, wenn Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger seit Jahren entweder in ein- bis zweiwöchigen „Schwimmflügerlkursen“ notdürftig auf den Unterricht vorbereitet werden oder erstmals mit den tatsächlichen Herausforderungen von Unterricht und Erziehungsarbeit konfrontiert werden, wenn sie bereits vor einer Klasse stehen.“

Der SLÖ fordert daher eine konsequente Neuausrichtung der Lehrer:innenbildung mit einem klaren Fokus auf berufliche Handlungskompetenz und Praxistauglichkeit. „Wir schulden es den Kindern und Jugendlichen, dass ihre Lehrerinnen und Lehrer vom ersten Arbeitstag an professionell auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet sind“, so Bulant abschließend. „Denn wir unterrichten keine Fächer, sondern Kinder!“

SLÖ-Bundesvorsitzender
MMag. Dr. Thomas Bulant
Telefon: +4369919413999
E-Mail: thomas.bulant@apsfsg.at

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