
GBH-Hitzetage (9): Bereits 16 Tage über 32,5 Grad – die nächste Hitzewelle kommt bestimmt
Die nächste Hitzewelle darf niemanden unvorbereitet treffen
Österreich hat Ende Juni eine historische Hitzewelle erlebt. Die nächste wird kommen. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) fordert deshalb, die aktuelle Verschnaufpause zu nutzen, um Baustellen und Betriebe schon jetzt auf die nächsten Hitzetage vorzubereiten. Bereits im Mai wurde die Hitzefrei-Schwelle an drei Tagen überschritten, im Juni an weiteren 13 Tagen – darunter zwei Sonntage. Insgesamt wurde die 32,5-Grad-Schwelle in nur zwei Monaten an 16 Tagen erreicht.
In Wien-Innere Stadt wurde mit 40,0 Grad Celsius ein neuer Hitzerekord gemessen – erstmals seit Beginn der Messungen im Jahr 1775 wurde in der Bundeshauptstadt die 40-Grad-Marke überschritten. Bereits am Tag zuvor hatte Bad Deutsch-Altenburg mit 39,3 Grad einen neuen österreichischen Juni-Rekord aufgestellt.
Die Zahlen zeigen das Ausmaß dieser Hitzewelle: Im Mai 2026 lagen die Temperaturen an drei Tagen über der für Hitzefrei relevanten Schwelle von 32,5 Grad Celsius. Im Juni waren es weitere 13 Tage, davon zwei Sonntage – insgesamt also 16 Tage in nur zwei Monaten. Wie oft Hitzefrei tatsächlich gewährt wurde, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen, da Betriebe ihre Anträge erst nachträglich bei der BUAK einreichen.
DIE LÖSUNG IST EINFACH: PLANEN STATT NACHARBEITEN
Wer bei Hitzewellen früher mit der Arbeit beginnt, kann die gefährlichsten Stunden des Tages vermeiden. Wird später die Schwelle von 32,5 Grad erreicht, geht es meist nur um wenige Stunden – nicht um ganze Arbeitstage und schon gar nicht um wochenlange Bauverzögerungen.
WENIGE STUNDEN HITZEFREI BEDEUTEN NICHT AUTOMATISCH LÄNGERE BAUZEITEN. Wer früh plant, verlagert Arbeit in kühlere Tageszeiten – entscheidend ist eine kluge Arbeitszeitplanung, nicht das Nacharbeiten.
Die GBH war in den vergangenen Tagen auf Österreichs Baustellen unterwegs – nicht für Pressefotos, sondern um zuzuhören. Unzählige persönliche Gespräche haben gezeigt: Die Belastung ist enorm, die Lösungen oft einfach.
Hitzeschutz funktioniert dort, wo Betriebe und Bauherrn Verantwortung übernehmen – mit frühem Arbeitsbeginn, Betriebsvereinbarungen und klaren Abläufen für Hitzefrei. Gleichzeitig zeigte sich, dass die neue Hitzeschutz-Verordnung noch nicht überall angekommen ist.
DREI MASSNAHMEN, DIE JETZT VORBEREITET WERDEN KÖNNEN
ERSTENS: Die Hitzeschutz-Verordnung muss auf jeder Baustelle ankommen. Beschäftigte müssen wissen, welche Schutzmaßnahmen ihnen zustehen.
ZWEITENS: Auch Bauherren und Auftraggeber müssen Verantwortung übernehmen. Wer einen Auftrag vergibt, muss akzeptieren, dass bei Hitzewellen früher Schluss ist – und darf daraus keinen Druck auf den Baufortschritt machen.
DRITTENS: Der Arbeitsbeginn muss bei der nächsten Hitzewelle früher angesetzt werden. Hitzewellen sind meist Tage im Voraus absehbar – diese Zeit muss genutzt werden, um den Arbeitsbeginn rechtzeitig vorzuverlegen.
„Die Zahlen zeigen, wie groß die Belastung auf den Baustellen war. Gleichzeitig zeigen sie: Wir reden nicht über monatelange Bauverzögerungen, sondern meist über wenige Stunden. Wer rechtzeitig plant, kann die heißesten Stunden des Tages vermeiden. Kein Auftraggeber kann ein Interesse daran haben, dass Menschen bei extremer Hitze einen Kreislaufkollaps erleiden oder es zu schweren Unfällen kommt. Die Gesundheit der Beschäftigten muss mehr wert sein als wenige Stunden Zeitgewinn“, so Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.
HITZE.APP: SOFORT WISSEN, WANN ES SO WEIT IST
Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob die für Hitzefrei relevante Temperatur von 32,5 Grad Celsius erreicht wurde – abgestimmt mit den Wetterdaten der GeoSphere Austria. Download: gbh-news.at/hitze-app
GBH-HITZETAGE – DIE BISHERIGEN THEMEN
TAG 1: Verantwortung übernehmen – Gesundheit schützen
GBH-Presse
Thomas Trabi, M.A.
Telefon: +43 664 614 55 17
E-Mail: thomas.trabi@gbh.at
Website: https://gbh.at
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