Entlastungspflege für Familien mit pflegebedürftigen Kindern dringend ausbauen

Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich fordert flächendeckende, bedarfsgerechte und nachhaltig finanzierte Unterstützung für betroffene Familien

Familien mit Kindern und Jugendlichen mit hohem Pflegebedarf leisten täglich Außergewöhnliches. Dennoch fehlen in Österreich weiterhin flächendeckende, bedarfsgerechte und verlässlich finanzierte Angebote der Entlastungspflege. Expertinnen aus Pflege, Kinderpalliativversorgung und mobiler Kinderkrankenpflege sowie eine betroffene Mutter forderten daher im Rahmen einer Pressekonferenz einen raschen Ausbau der Unterstützungsangebote.

Die Betreuung eines Kindes mit chronischer oder schwerer Erkrankung bedeutet für Familien eine Rund-um-die-Uhr-Verantwortung. Neben medizinischer Versorgung, Therapien und Pflegehandlungen müssen sie den Familienalltag organisieren und geraten dabei häufig an ihre körperlichen, psychischen und finanziellen Belastungsgrenzen. Gleichzeitig fehlen österreichweit ausreichend strukturierte Angebote zur Entlastung.

_„_Familien pflegebedürftiger Kinder leisten täglich Außergewöhnliches. Es ist eine politische und gesellschaftliche Gesamtverantwortung, diese Familien zu unterstützen und Überlastungen zu verhindern_“,_ betont Eva Mosar-Mischling, Präsidentin des Berufsverbands Kinderkrankenpflege Österreich (BKKÖ).

Derzeit bestehen in Österreich erhebliche regionale Unterschiede bei Angebot, Finanzierung und Zugang zu Entlastungspflege. Tageshospize, Kurzzeitpflegeplätze und mobile Angebote sind vielerorts nur eingeschränkt verfügbar. Zudem fehlen österreichweit einheitliche Standards und eine nachhaltige öffentliche Finanzierung.

_„_Entlastungspflege ist keine freiwillige Zusatzleistung. Sie ist eine Investition in die Stabilität von Familien und in ein funktionierendes Gesundheits- und Sozialsystem_“, _erklärt Sonja Himmelsbach, Leiterin des Pflegeteams im MOMO Kinderpalliativzentrum. Familien bräuchten verlässliche Unterstützung – unabhängig vom Wohnort oder regionalen Finanzierungsmöglichkeiten.

Auch die mobile Kinderkrankenpflege zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Finanzierungssysteme, Stundenkontingente und Selbstbehalte variieren erheblich, wodurch Familien je nach Wohnort sehr unterschiedliche Unterstützung erhalten.

_„_Der Zugang zur Entlastungspflege ist in Österreich derzeit stark vom Wohnort abhängig. Das führt zu einer strukturellen Ungleichheit, die für betroffene Familien nicht nachvollziehbar ist_“,_ sagt Doris Zoder-Spalek, geschäftsführende Landesvorsitzende von MOKI Burgenland. Sie fordert österreichweit eine Erhebung der Angebote sowie einheitliche Mindeststandards bei Finanzierung und Zugang.

Welche Auswirkungen fehlende oder unflexible Unterstützungsangebote im Alltag haben, schilderte Catherine Hofbauer, alleinerziehende Mutter eines siebenjährigen Sohnes mit schwerem Herzfehler. Aufgrund der intensiven Pflege kann sie weder einer Erwerbstätigkeit nachgehen noch ihren Alltag flexibel gestalten. Entlastungsangebote seien oft mit langen Vorlaufzeiten verbunden oder entsprächen nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Familien.

_„_Was es dringend braucht, ist kontinuierliche, verlässliche Unterstützung für Familien mit Kindern und Jugendlichen mit erhöhtem Pflegebedarf – ganz besonders für Alleinerziehende_“,_ fordert Hofbauer.

Der Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich und seine Partnerorganisationen sprechen sich deshalb für den FLÄCHENDECKENDEN AUSBAU MOBILER, TEILSTATIONÄRER UND STATIONÄRER ENTLASTUNGSANGEBOTE, MEHR KURZZEITPFLEGEPLÄTZE, NIEDERSCHWELLIGE FAMILIENENTLASTENDE ANGEBOTE SOWIE EINE ÖSTERREICHWEIT EINHEITLICHE UND NACHHALTIG GESICHERTE FINANZIERUNG aus. Ziel ist eine VERSORGUNG, DIE SICH AM TATSÄCHLICHEN BEDARF DER KINDER UND IHRER FAMILIEN ORIENTIERT – unabhängig vom Wohnort, von Zuständigkeiten und von Finanzierungsmodellen.

Die Langversion der Presseinformation mit weiteren Details finden Sie auf www.kinderkrankenpflege.at

Berufsverband Kinderkrankenpflege Österreich
Eva Mosar-Mischling, MSc
E-Mail: eva.mosar-mischling@kinderkrankenpflege.at
Website: https://www.kinderkrankenpflege.at

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