Hitzeschutz darf nicht an der Schultür enden

Kindergärten und Horte müssen Teil des österreichweiten Aktionsplans werden

Die heute präsentierten Ergebnisse des Hitzegipfels mit Bildungsminister Christoph Wiederkehr und der GeoSphere Austria sind ein wichtiger Schritt, um Kinder und Beschäftigte besser vor den zunehmenden Auswirkungen extremer Hitze zu schützen. Die angekündigten Maßnahmen für Schulen sowie die Erarbeitung eines Aktionsplans „Coole Schulen“ werden ausdrücklich begrüßt. Positiv hervorzuheben sind insbesondere die geplanten Investitionen in hitzeresiliente Schulgebäude, mehr Handlungsspielraum für Bildungseinrichtungen an Hitzetagen sowie die langfristige Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Klimakrise auf den Bildungsbereich.

Mit großer Sorge stellen wir jedoch fest, dass die Kindergärten und die Horte in den Überlegungen bislang nicht berücksichtigt wurden. Dies ist wahrscheinlich deshalb, weil Kindergärten und Horte Ländersache sind. Daher brauchen wir die Unterstützung des Bundes und der Stadt Wien in dieser Sache. Vielleicht können zu setzende Maßnahmen in einer neuen 15A Vereinbarung verankert werden.

Gerade Kindergärten und Horte betreuen die jüngsten Kinder, die besonders sensibel auf hohe Temperaturen reagieren. Im Unterschied zu Schulen schließen viele elementarpädagogische Einrichtungen und Horte während der Sommermonate lediglich für eine Woche und stehen den Familien auch während der heißesten Zeit des Jahres verlässlich zur Verfügung. Umso unverständlicher ist es, dass dieser Bereich im geplanten Aktionsplan bislang keine Rolle spielt.

Wir fordern daher die Bundesregierung und die verantwortlichen politischen Entscheidungsträger*innen auf Landesebene auf, den angekündigten Aktionsplan auf die gesamte elementare Bildungs- und Betreuungslandschaft auszuweiten und einen eigenen Hitzeschutzplan für Kindergärten und Horte zu entwickeln.

Dazu gehören unter anderem:

* Investitionen in Beschattung, Begrünung und Klimatisierung bzw. geeignete Kühlmaßnahmen,
* klare Handlungsempfehlungen für den Betrieb an Hitzetagen,
* Möglichkeit für Eltern, ihre Kinder zu Hause zu lassen oder auch früher abholen zu können
* ausreichende personelle und organisatorische Unterstützung sowie
* eine gesicherte Finanzierung aller notwendigen Maßnahmen.

Besonders kritisch sehen wir die Ankündigung, dass die Umsetzung der Maßnahmen im Schulbereich ohne zusätzliches Budget erfolgen soll. Für den elementarpädagogischen Bereich braucht es jedenfalls eine nachhaltige und zweckgebundene Finanzierung. Hitzeschutz darf nicht von den ohnehin knappen Budgets der Träger*innen abhängen.

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind eindeutig: Hitze ist bereits heute die tödlichste Naturgefahr in Österreich. Wenn wir unsere Kinder wirksam schützen wollen, dürfen wir keinen Bildungsbereich ausklammern.

Unser dringender Appell an die Politik lautet daher: Vergessen Sie die Kindergärten und Horte nicht. Klimaschutz und Hitzeschutz müssen dort beginnen, wo die jüngsten Kinder betreut und begleitet werden. Sie haben denselben Anspruch auf sichere und gesunde Bildungs- und Betreuungsbedingungen wie Schülerinnen und Schüler.

KIWI – Kinder in Wien
Susanne Borth, MSc
Telefon: 01/526 70 07-20
E-Mail: s.borth@kinderinwien.at
Website: https://www.kinderinwien.at

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