STELLPROBE im Belvedere 21

10. Juli bis 4. Oktober 2026: Sammlungszugänge der letzten Dekade in einem Display von Heimo Zobernig

Mehr als 150 Kunstwerke versammeln sich im Belvedere 21 zu einer Stellprobe – einer versuchsweisen, intuitiven Aufstellung, die neue Beziehungen zwischen den Werken sichtbar macht. Der Titel geht auf einen Vorschlag von Heimo Zobernig zurück und ist dem Theater entlehnt, wo er einen Zwischenschritt in der Entwicklung einer Inszenierung markiert. Die groß angelegte Schau bespielt Erdgeschoss, Obergeschoss, Blickle Kino und Skulpturengarten und ist den Erwerbungen und Schenkungen der letzten zehn Jahre gewidmet: als Bilanz, als Einblick in die Sammlungsstrategie und als temporärer Entwurf eines möglichen zukünftigen Museums. Dabei zeigt sich das Museum nicht nur als Ort des Bewahrens, sondern auch als Ort der Zeitgenoss*innenschaft, der fortlaufenden Fortschreibung von Kunstgeschichte und der künstlerischen Produktion.

Stella Rollig, Generaldirektorin des Belvedere: Das Sammeln gehört zu den zentralen Aufgaben eines Museums: Was heute Eingang in eine Sammlung findet, entscheidet mit darüber, welche Kunst, welche Personen und welche Geschichten für kommende Generationen bewahrt werden. Die Ausstellung gibt Einblick in diese Arbeit, die zugleich öffentlicher Auftrag ist, und versteht sich auch als Blick in die Zukunft einer Sammlung, die kontinuierlich weiterwächst.

Die Ausstellung zeigt die Sammlung nicht als abgeschlossenen Bestand, sondern als offenes Gefüge. Das Aufeinandertreffen von Werken unterschiedlicher Zeiten, Kontexte und Medien in der prägnanten architektonischen Setzung von Heimo Zobernig eröffnet neue Verbindungslinien und überraschende Lesarten_,_ so Luisa Ziaja, Chefkuratorin und Sammlungsleiterin des Belvedere.

Das Sammeln ist museale Kernaufgabe und identitätsbildend für jede Institution. Orientiert am Profil des Belvedere, österreichische Kunst im internationalen Kontext zu zeigen, und an der Programmatik, die u. a. eine Neuperspektivierung der Kunstgeschichte anstrebt, werden die Bestände aller Epochen ergänzt und erweitert. Die Präsentation umfasst mittelalterliche Altarflügel aus dem frühen 16. Jahrhundert und historische Werke späterer Epochen bis zur zeitgenössischen Kunst, dem am stärksten wachsenden Sammlungsbereich. Schwerpunkte wurden auf die Präsenz von Künstlerinnen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie auf andere bislang unterrepräsentierte Positionen gelegt. Zu letzteren zählen etwa Vertreterinnen der Feministischen Avantgarde und Künstler*innen, die migrantische Erfahrungen thematisieren. So vielfältig wie die Entstehungszeiten der Werke sind die gezeigten Medien: Von Gemälden über Skulpturen, Zeichnungen, Fotografie, Video- und Soundinstallationen spannt sich der Bogen einer Ausstellung, die fragmentarische Momentaufnahme einer Museumssammlung ist und zugleich ein Bekenntnis zum Wert von Kunstwerken, zu deren Erhalt über Generationen sich das Museum verpflichtet fühlt.

In den vergangenen zehn Jahren fanden rund 2.500 Werke durch Ankäufe und Schenkungen Eingang in die Sammlung des Belvedere. _STELLPROBE_ macht diese Entwicklung sichtbar und eröffnet neue Perspektiven auf historische und zeitgenössische Kunst; ergänzend sind ausgewählte Leihgaben der Artothek des Bundes und der Österreichischen Ludwig-Stiftung vertreten.

Das von Heimo Zobernig konzipierte Display setzt eine kühne Klammer zwischen die beiden Ausstellungsebenen und arbeitet aktiv mit den spezifischen Eigenschaften des von Karl Schwanzer entworfenen Atriumbaus. Für seine raumgreifende Installation verwendet Zobernig gebrauchte Kulissenelemente aus dem Fundus des Wiener Volkstheaters.

Eine kostenlose Audiotour mit 19 Stationen begleitet die Ausstellung und bietet vertiefende Einblicke in die Sammlung, ihre Geschichte sowie ausgewählte künstlerische Positionen_._

WEITERE INFORMATIONEN UND PRESSEBILDER ZUR AUSSTELLUNG STEHEN UNTER BELVEDERE.AT/PRESSE ZUM DOWNLOAD BEREIT.

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