Wehrdienstreform: Transparenz über Risiken und Folgen gefordert

Farda: Entscheidungen zur Wehrdienstreform müssen auf Fakten statt auf politischen Kompromissen beruhen

Die aktuelle Diskussion über die künftige Ausgestaltung des Wehrdienstes zeigt, wie dringend Österreich eine sachliche und faktenbasierte Entscheidung zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit benötigt. Angesichts jüngster Berichte über mögliche politische Kompromissmodelle erinnert Josef Farda, Bundesgeschäftsführer des Österreichischen Zivilschutzverbandes und stimmberechtigtes Mitglied der Wehrdienstkommission, an die klare Empfehlung der eingesetzten Expertenkommission.

„Über mehrere Monate wurden in der Wehrdienstkommission insgesamt fünf unterschiedliche Modelle intensiv geprüft, bewertet und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Verteidigungsfähigkeit Österreichs analysiert. Die Empfehlung für das Modell ‚Österreich PLUS‘ ist das Ergebnis dieser fachlichen Arbeit und keine politische Verhandlungsposition“, betont Farda.

Die Kommission habe ihre Schlussfolgerungen auf Basis sicherheitspolitischer Anforderungen, personeller Notwendigkeiten und nachvollziehbarer Fakten getroffen. Sämtliche Überlegungen und Bewertungen seien im Abschlussbericht transparent dokumentiert worden.

„Wenn nun von dieser Empfehlung abgewichen wird, dann muss offen dargelegt werden, warum dies geschieht. Die Politik hat selbstverständlich das Recht und die Verantwortung, eine Entscheidung zu treffen. Mit dieser Entscheidung geht aber auch die Verpflichtung einher, die daraus resultierenden Kompromisse und Restrisiken klar zu benennen“, so Farda.

Aus Sicht des Wehrdienstkommissionsmitglieds müsse die öffentliche Debatte ehrlich geführt werden: „Jedes Modell hat konkrete Auswirkungen auf Personalaufbringung, Einsatzbereitschaft und Durchhaltefähigkeit des Bundesheeres. Wer sich für eine reduzierte Variante entscheidet, muss auch transparent erklären, welche Fähigkeiten damit eingeschränkt werden und welche Risiken daraus entstehen.“

Farda unterstreicht, dass es bei der Reform des Wehrdienstes nicht um parteipolitische Positionen, sondern um die langfristige Sicherheit Österreichs gehe.

„Als Mitglied der Wehrdienstkommission, als Milizoffizier, als Bundesgeschäftsführer des Zivilschutzverbandes und vor allem als Staatsbürger erwarte ich mir eine nachvollziehbare und transparente Entscheidung. Sicherheitspolitische Weichenstellungen müssen auf Tatsachen beruhen – nicht auf Ideologie oder Verhandlungstaktik.“

Österreichischer Zivilschutzverband
Magdalena Götz, MA
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