
6 Monate Digitales Kinderschutzzentrum: Bereits rund 350 Kinder und Jugendliche anonym beraten
Forderung nach konsequentem Schutz im digitalen Raum
Das Digitale Kinderschutzzentrum zieht sechs Monate nach seiner Gründung eine erste Bilanz: Seit dem Start der anonymen Chatberatung im März 2026 wurden rund 350 KINDER UND JUGENDLICHE begleitet. Die bisherigen Erfahrungen zeigen deutlich, dass der Bedarf an niederschwelliger, digitaler Krisenintervention groß ist und mit zunehmender Bekanntheit des Beratungsangebotes stark ansteigt. Gleichzeitig spricht sich das Digitale Kinderschutzzentrum für rasche Maßnahmen zum besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen in sozialen Medien aus.
Das Digitale Kinderschutzzentrum ist ein Projekt der Österreichischen Kinderschutzzenten und wurde als Ergänzung zu deren österreichweitem Beratungsangebot als digitale Anlaufstelle entwickelt. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen in Gewalt- und Gefährdungssituationen einen anonymen und leicht erreichbaren Zugang zu Beratung zu ermöglichen – dort, wo sie sich aufhalten: im digitalen Raum.
Seit März 2026 steht die Chatberatung werktags von 17.00 bis 21.00 Uhr zur Verfügung. Besonders häufig wenden sich Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren an das Team. Beratungsanlässe sind unter anderem psychische, körperliche und sexuelle Gewalt, Vernachlässigung, Cybermobbing, Einsamkeit, soziale Ängste, Überforderung und Suizidgedanken.
„Unsere Erfahrungen zeigen, dass sich viele Kinder und Jugendliche nur aufgrund der gewährleisteten Anonymität erstmals öffnen. Aussagen wie _‚Ich habe das bisher noch niemandem erzählt‘_ verdeutlichen, wie wichtig niedrigschwellige digitale Beratungsangebote heute sind“, betont das Team des Digitalen Kinderschutzzentrums.
SOCIAL MEDIA: SCHUTZMASSNAHMEN RASCH UMSETZEN
Die Chatberatungen zeigen täglich, welche Auswirkungen soziale Medien auf das psychische Wohlbefinden junger Menschen haben können. Unrealistische Schönheitsideale, permanenter Vergleich, Cybermobbing und Ausgrenzung führen häufig zu massiven Belastungen. Kinder und Jugendliche äußern Selbstzweifel wie _„Ich bin nicht normal“_ oder _„Ich bin nicht okay.“_
Vor diesem Hintergrund begrüßt das Digitale Kinderschutzzentrum den aktuellen Gesetzesentwurf zur Social-Media-Altersbeschränkung ausdrücklich.
„Jeder Schritt, der Kinder und Jugendliche besser vor schädlichen digitalen Einflüssen schützt, ist zu begrüßen. Gleichzeitig reicht eine Altersbeschränkung allein nicht aus. Junge Menschen brauchen Orientierung, Begleitung und niederschwellige Unterstützung, um belastende Erfahrungen im digitalen Raum verarbeiten zu können.“
Viele Jugendliche erleben ihre intensive Smartphone-Nutzung selbst als belastend und wünschen sich mehr direkte Begegnungen. Gleichzeitig fällt es ihnen schwer, ihr eigenes Nutzungsverhalten nachhaltig zu verändern.
DIGITALISIERUNG BRAUCHT DIGITALEN KINDERSCHUTZ
Die Digitalisierung verändert die Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen grundlegend. Damit wächst auch die Verantwortung von Politik und Gesellschaft, wirksame Schutzmaßnahmen zu schaffen und passende Unterstützungsangebote bereitzustellen.
ÜBER DAS DIGITALE KINDERSCHUTZZENTRUM
Das Digitale Kinderschutzzentrum ist ein Angebot der Österreichischen Kinderschutzzentren und wird im Rahmen der Förderung „STÄRKUNG DER KRISENINTERVENTION IN ÖSTERREICH“ durch das Bundesministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (BMSAGPK) finanziert. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen niederschwelligen, anonymen und digitalen Zugang zu Beratung und Unterstützung in Gewalt- und Gefährdungssituationen zu ermöglichen und versteht sich als wichtige Ergänzung zum bestehenden Kinderschutzsystem in Österreich.
Website. https://digitales-kinderschutzzentrum.at/
Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
E-Mail: info@oe-kinderschutzzentren.at
Website: https://www.oe-kinderschutzzentren.at
Website: https://digitales-kinderschutzzentrum.at/
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