
Neue Studie belegt strukturelle Benachteiligung beim Einkommen
ÖGB pocht auf rasche und umfassende Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie
Eine aktuelle internationale Studie zeigt, dass Arbeitnehmer:innen aus weniger privilegierten sozialen Verhältnissen seltener über ihr Gehalt verhandeln und dafür sogar bestraft werden können. Wer mehr Geld fordert, wird häufiger als „unkooperativ“ wahrgenommen und hat schlechtere Chancen auf Einstellung und Karriereaufstieg. Für den Österreichischen Gewerkschaftsbund ist das ein weiteres starkes Argument für die rasche Umsetzung der EU-Lohntransparenzrichtlinie.
FAIRE BEZAHLUNG BRAUCHT TRANSPARENTE REGELN
„Die Studie zeigt einmal mehr, dass Gehälter nicht hinter verschlossenen Türen ausgehandelt werden sollten. Faire Bezahlung braucht nachvollziehbare und transparente Kriterien“, betont ÖGB-Bundesfrauensekretärin Dorottya Kickinger. “Wenn Beschäftigte befürchten müssen, für berechtigte Gehaltsforderungen schlechter bewertet zu werden, läuft etwas grundlegend falsch”, so die Gewerkschafterin.
LOHNTRANSPARENZ SCHAFFT GLEICHE CHANCEN
Die Ergebnisse der im Fachmagazin „PNAS“ erschienenen Untersuchung zeigen, dass mehr Transparenz bei Einstiegsgehältern, objektive Kriterien für Entlohnung und ein Recht auf Informationen über Gehaltsstrukturen dazu beitragen können, dass Einkommen nicht länger von sozialer Herkunft, Verhandlungsmacht oder persönlichen Beziehungen abhängen.
STRUKTURELLE BENACHTEILIGUNG ÜBERWINDEN
„Die Lohntransparenzrichtlinie stärkt die Position aller Beschäftigten. Sie sorgt dafür, dass faire Bezahlung nicht davon abhängt, wer am lautesten verhandelt oder aus dem privilegiertesten Umfeld stammt. Genau deshalb braucht es eine rasche und konsequente Umsetzung in Österreich“, unterstreicht die ÖGB-Bundesfrauensekretärin.
TRANSPARENZ STÄRKT VERTRAUEN UND FAIRNESS
Transparenz ist die Voraussetzung für Fairness, betont Kickinger: „Nur wenn Beschäftigte wissen, wie Löhne und Gehälter zustande kommen, können ungerechtfertigte Unterschiede beseitigt werden. Die neue Studie zeigt einmal mehr, wie dringend notwendig dieser Schritt ist.“
DER ÖGB FORDERT:
* DIE RASCHE UND VOLLSTÄNDIGE UMSETZUNG DER EU-LOHNTRANSPARENZRICHTLINIE in österreichisches Recht – ohne Abschwächungen oder Verzögerungen.
* TRANSPARENTE UND OBJEKTIVE GEHALTSSTRUKTUREN sowie nachvollziehbare Kriterien für Entlohnung, Boni und Beförderungen, damit nicht Verhandlungsgeschick oder soziale Herkunft über das Einkommen entscheiden.
* FAIRE CHANCEN FÜR ALLE BESCHÄFTIGTEN durch wirksame Maßnahmen gegen strukturelle Benachteiligungen und die konsequente Durchsetzung des Rechts auf gleiche und gerechte Bezahlung.
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