Gewerkschaft GPA: Millionärssteuern statt Kürzungen beim Sozialstaat

Teiber: „Alle Umfragen bestätigten Zustimmung zu Millionärssteuer“

Mit klarer Absage reagiert die Gewerkschaft GPA auf die jüngste Aussendung der Industriellenvereinigung (IV). „Wenn die IV Millionärssteuern als ‚Gift‘ bezeichnet, dann verwechselt sie Ursache und Wirkung. Gift für den Standort sind Rekordpreise, Fachkräftemangel und Einschnitte beim Sozialstaat – nicht der faire Beitrag jener, die in den Krisenjahren noch reicher geworden sind“, sagt Gewerkschaft GPA-Vorsitzende Barbara Teiber. „Beschäftigte und Konsument:innen zahlen bereits jetzt rund 80 Prozent aller Steuern. Es ist höchste Zeit, dass Millionär:innen und große Erbschaften ihren fairen Anteil leisten“.

„Die IV spricht von ‚Leistung‘, aber wer mit einer Millionenerbschaft startet, trägt auch Verantwortung für das Gemeinwohl. Millionärssteuern sind kein Schicksalsschlag, sondern eine Frage von Steuergerechtigkeit, Fairness und Vernunft: Sie finanzieren jene Investitionen, die Wachstum wirklich schaffen – in Netze, Kinderbetreuung, Qualifizierung und Innovation“, so Teiber weiter.

„Die Realität ist: Dem Staat entgehen jedes Jahr Milliarden, weil große Vermögen kaum besteuert werden. Dieses Geld fehlt bei Ganztagsschulen, Ausbildungsoffensiven und der Energiewende – also genau dort, wo unser Wirtschaftsstandort morgen entscheidet, ob er vorne mitspielt“, sagt die Gewerkschafterin.

Teiber nimmt Bezug auf die jüngste Gallup-Studie, die erneut eine breite Zustimmung zu Millionärssteuern sieht: „Die Österreicherinnen und Österreicher haben ein gutes Gespür für Gerechtigkeit. Daher verwundert es auch nicht, dass eine Mehrheit dafür ist, dass analog zu unserem Modell die Steuer erst ab 1 Million Euro greift. In allen Umfragen zum Thema gibt es immer eine Mehrheit für Millionärssteuern.“

Zur Behauptung der IV, neue Abgaben gefährdeten Nachfolgen in Familienbetrieben, hält Teiber fest: „Seriöse Modelle für Millionärssteuern kennen hohe Freibeträge und klare Schonregeln für echte Betriebsübergaben. Was wir beenden wollen, sind Privilegien für sehr große Vermögen, die sich systematisch aus der Finanzierung des Gemeinwesens verabschieden – während die breite Mitte immer mehr schultern soll“.

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