Interventionsskandal in Busan: Skrupellose Bundesregierung beschädigt Ansehen von Republik und Welterbe

Offensichtlich abgekartetes Spiel zugunsten von Privatinteressen verdient Untersuchungsausschuss

Nicht mit Kritik an den offensichtlich heftigen Interventionen der Bundesregierung die zum heutigen Beschluss des Welterbekomitees in Busan geführt hat spart die Umweltorganisation VIRUS. Sprecher Wolfgang Rehm: „Warum die österreichische Bundesregierung hier im Stil einer Bananenrepublik offensichtlich alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, nur um die Privatinteressen eines Mannes mit viel Geld an einem Bauprojektam Wiener Heumarkt zu forcieren ist aufklärungsbedürftig und wäre dringend zum Gegenstand eines Untersuchungsauschusses zu machen“.

Sachverhalt und Empfehlung des ICOMOS-Fachbeirates haben sich im vergangenen Jahr nicht geändert, deshalb sei es sehr verwunderlich, dass jetzt alles anders sein soll und warum zwei Drittel der Delegierten des Welterbekomitees nun dafür gestimmt hätten, die derzeit von den 21 Staaten Armenien, Aserbaidschan, Bangladesch, Grenada, Jamaika, Kasachstan, Kenia, Kuwait, Libanon, Mongolei, Peru, Polen, Senegal, Schweiz, Südkorea, Togo, Tschechien, Türkei, Tansania, Ukraine, Vietnam gestellt werden. „Wie sich das zugetragen haben kann, welche Gegenleistungen hier eventuell erbracht wurden, inwieweit Österreichs Sitz im Weltsicherheitsrat hier in die Waagschale geworfen worden ist und ob dieses Potenzial diesfalls verantwortungsbewusst eingesetzt worden ist, ist höchst fragwürdig,“ so Rehm der mit negativen Langzeitfolgen dieser Politik rechnet. Dass die Tagesordnung von letzten Dienstag auf heute verschoben worden sei, offensichtlich in der vergeblichen Erwartung die ICOMOS-Delegierten würden bereits abgereist sein und dass dieser Beirat in österreichischen Berichterstattung schlecht dargestellt worden sei, seien sichtbare Indizien eines undurchsichtigen Gesamtvorgangs. Glücklicherweise habe der Verwaltungsgerichtshof vor Kurzem der Wertinvest Hotelbetriebs GmbH eine doppelte Abfuhr erteilt. „Damit ist höchstgerichtlich bestätigt dass alle Heumarkt Varianten UVP-pflichtig sind und der Schutz des Welterbes in der Umweltverträglichkeitsprüfung zu berücksichtigen ist, unabhängig davon, ob Wien auf der Roten Liste der UNESCO steht oder nicht,“ so Rehm abschließend.

Umweltorganisation VIRUS
Wolfgang Rehm
Telefon: 0699/12419913
E-Mail: virus.umweltbureau@wuk.at

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