
PFG unterstützt Bosek-Vorstoß: Kritische Telekom-Infrastruktur wieder in österreichische Hand bringen
Die Parteifreien Gewerkschafter:innen Österreichs (PFG) begrüßen die Überlegungen von Erste Group CEO Peter Bosek, rund 15 Prozent der ÖBAG an die Börse zu bringen und die daraus erzielten Mittel für den Rückkauf der von América Móvil gehaltenen 61 Prozent an der A1 Telekom Austria zu verwenden. Der Vorschlag verdient eine ernsthafte Prüfung und könnte einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der österreichischen Souveränität bei kritischer Infrastruktur leisten.
Österreich verfügt derzeit über keinen großen Telekomanbieter, der sich mehrheitlich in heimischem Eigentum befindet. Gerade bei Telekommunikationsnetzen, Dateninfrastruktur und digitalen Services handelt es sich jedoch um kritische Infrastruktur, deren strategische Steuerung nicht ausschließlich von internationalen Eigentümerinteressen abhängen sollte.
TELEKOMMUNIKATION IST KEINE GEWÖHNLICHE BETEILIGUNG
Für die PFG ist die A1 Telekom Austria weit mehr als ein börsennotiertes Unternehmen. Die A1 betreibt wesentliche Teile der österreichischen Telekommunikations- und Dateninfrastruktur und spielt eine zentrale Rolle für Digitalisierung, Cybersicherheit, Wirtschaft und öffentliche Verwaltung.
Vor dem Hintergrund zunehmender Cyberbedrohungen, geopolitischer Spannungen und steigender Anforderungen an die digitale Souveränität Österreichs müsse sichergestellt werden, dass wesentliche strategische Entscheidungen weiterhin in Österreich getroffen werden und zentrale Unternehmensfunktionen dauerhaft am Standort verbleiben.
FRÜHERE WARNUNGEN WERDEN DURCH BOSEK BESTÄTIGT
Die Parteifreien Gewerkschafter:innen haben bereits in den vergangenen Monaten wiederholt vor einer schrittweisen Verlagerung von Arbeitsplätzen, Know-how und Unternehmensfunktionen der A1 Telekom Austria ins Ausland gewarnt. In einem offenen Brief an Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer wurde auf die Gefahr einer Schwächung des Standorts Österreich sowie auf den schrittweisen Verlust des österreichischen Einflusses auf einen strategisch bedeutenden Infrastrukturbetreiber hingewiesen – siehe Kronen Zeitung vom 15.5.2025: „Angst vor schrittweiser Abwanderung der Telekom“ – https://www.krone.at/3782217
„Unsere Kritik richtete sich nie ausschließlich gegen den Abbau von Arbeitsplätzen. Es ging immer auch um die Frage, wie Österreich langfristig Einfluss auf einen für Wirtschaft, Gesellschaft und öffentliche Verwaltung unverzichtbaren Infrastrukturbetreiber sichern kann. Die aktuelle Debatte zeigt, wie wichtig diese Frage tatsächlich ist“, erklärt der stellvertretende PFG-Bundesvorsitzende und Telekom-Betriebsrat Alexander Sollak.
AUFTRAG FÜR DEN NEUEN ÖBAG-VORSTAND
Mit der bevorstehenden Neubesetzung des ÖBAG-Vorstands sieht die PFG den richtigen Zeitpunkt gekommen, den von Bosek vorgeschlagenen Weg ernsthaft zu prüfen. Die ÖBAG müsse künftig stärker als strategischer Eigentümer auftreten und dürfe ihre Rolle nicht auf die Verwaltung von Beteiligungen und Dividendenerträge beschränken.
„Der neue ÖBAG-Vorstand sollte sich von Beginn an mit der Frage beschäftigen, wie der österreichische Einfluss bei der A1 Telekom Austria wieder gestärkt werden kann. Die Sicherung von Arbeitsplätzen, Wertschöpfung, Know-how und kritischer Infrastruktur muss dabei im Mittelpunkt stehen“, betont PFG-Bundesvorsitzender Toni Polivka.
Besonders hervorzuheben sei, dass Erste Group CEO Bosek eine solche Lösung ausdrücklich nur für die A1 Telekom Austria als Betreiber kritischer Infrastruktur für notwendig hält. Dies unterstreiche die besondere Bedeutung des Unternehmens für die digitale Souveränität, die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die Sicherheitsinteressen Österreichs.
Parteifreie Gewerkschafter:innen Österreichs
Toni Polivka, Bundesvorsitzender
Telefon: +43 664 4056002
E-Mail: office@pfg.at
Website: https://www.pfg.at
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