ÖGB: Reformen für inklusive Bildung müssen rasch auf den Weg gebracht werden

Chancen Nutzen Büro des ÖGB fordert frühe Inklusion, echte Wahlfreiheit und bessere Unterstützung für Menschen mit Behinderungen

„Inklusion muss bereits im Kindergarten und in der Schule selbstverständlich gelebt werden. Kinder und Jugendliche sollen früh erfahren, dass Menschen verschieden sind und dennoch gemeinsam lernen und Verantwortung übernehmen können“, erklärt Patrick Berger, Leiter des Chancen Nutzen Büros des ÖGB. Damit unterstützt Berger die Forderungen des Österreichischen Behindertenrats nach einer nachhaltigen Stärkung der inklusiven Bildung und dem schrittweisen Abbau segregierender Strukturen im österreichischen Schulwesen.

VORURTEILE BEREITS IN DER SCHULE ABBAUEN

Gemeinsames Lernen kann Ängste und Vorurteile abbauen und den Grundstein für eine inklusive Gesellschaft und Arbeitswelt legen. „Die Führungskräfte von morgen sitzen heute in den Klassenzimmern. Wenn sie dort einen selbstverständlichen Umgang mit Menschen mit Behinderungen lernen, profitieren später auch Betriebe und die gesamte Gesellschaft“, so Berger.

WAHLFREIHEIT BRAUCHT AUSREICHENDE UNTERSTÜTZUNG

Wichtig sind außerdem mehr Wahlfreiheit und ausreichend unterstützte Bildungswege. „Solange bestimmte Schulen und Ausbildungswege für Menschen mit Behinderungen faktisch nicht offenstehen, kann von echter Chancengleichheit keine Rede sein“, betont Berger. Notwendig sind angemessene Vorkehrungen, qualifizierte Unterstützung und ausreichende Ressourcen.

WENIGER DRUCK AM ARBEITSMARKT

Eine inklusive Bildung kann zudem den enormen Druck verringern, dem Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ausgesetzt sind. „Nicht Menschen mit Behinderungen müssen sich ständig an unflexible Strukturen anpassen. Die Strukturen müssen sich an die Vielfalt der Menschen anpassen“, fordert Berger abschließend.

Mag. Toumaj Faragheh
ÖGB-Kommunikation
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