
Wahlen der Israelitischen Kultusgemeinde bringen Kontinuität in Krisenzeiten
Elie Rosen als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten bestätigt
Die am 21. Juli 2026 ausgeschriebenen Wahlen zum Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg, Steiermark und Kärnten sind abgeschlossen. Seit 24. August 2026 ist das Wahlergebnis endgültig. In seiner konstituierenden Sitzung bestätigte der neu gewählte Vorstand am heutigen Tage Elie Rosen für eine weitere Legislaturperiode im Amt. Marco Wolf wurde zum Vizepräsidenten gewählt.
Die Wiederwahl Rosens steht für eine laute, vielen oft unbequeme Stimme zur Wahrnehmung jüdischer Interessen in der Öffentlichkeit. Sie sichert aber auch Kontinuität in einer Zeit, in der jüdische Gemeinden angesichts anhaltender antisemitischer Bedrohungen, hoher Sicherheitsanforderungen und wachsender gesellschaftlicher Spannungen in besonderem Maße gefordert sind.
Rosen wurde erstmals 2023 zum Präsidenten der seinerzeitigen Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg gewählt. Bereits seit 2016 leitet er die Jüdische Gemeinde Graz. Unter seiner Amtsführung wurde der Sprengel der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburg im Jahr 2024 um die Bundesländer Steiermark und Kärnten erweitert. Die „neue“ Kultusgemeinde verfügt mit Graz und Salzburg seither als einzige Kultusgemeinde in Österreich zwei dauerhafte Standorte.
Bereits jetzt ist die kommende Funktionsperiode von bedeutenden institutionellen Projekten geprägt. Anfang September 2026 wird am Standort Graz nach jahrelangen Planungen das erste jüdische Kulturzentrum einer jüdischen Gemeinde in Österreich eröffnet. In Salzburg wird gegenwärtig die historische Synagoge umfassend saniert und für ihre zukünftigen religiösen, kulturellen und gesellschaftlichen Aufgaben gerüstet.
„Wir wollen jüdisches Leben nicht auf die Frage seiner Sicherheit reduzieren. Die Eröffnung des Jüdischen Kulturzentrums in Graz und die Sanierung der Synagoge in Salzburg sind sichtbare Zeichen eines lebendigen, selbstbewussten und zukunftsorientierten Judentums“, betonte Rosen.
Dennoch dürfe man nicht verkennen, dass jüdische Gemeinden in aktuellen politischen Debatten zunehmend in eine Außenseiterposition geraten würden, da ihre Sicherheitsinteressen angesichts des Erstarkens extremistischer Ränder oft nicht als politisch opportun gelten. Da sie aufgrund ihrer geringen Bevölkerungszahl als Wählergruppe demographisch nicht ausschlaggebend seien, fänden ihre Sorgen aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklungen im parteipolitischen Kalkül zunehmend weniger Priorität.
Israelitische Kultusgemeinde für die Bundesländer Salzburg,
Steiermark und Kärnten
Sandra Zöhrer
Telefon: +43 316 712468
E-Mail: office@ikg-salzburg.at
Website: https://www.ikg-salzburg.at
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