Gewerkschaft vida zu BWB-Ermittlungen bei Essenszulieferern: Rider:innen brauchen bessere Arbeitsbedingungen!

vida-Petritsch: Zusteller:innen sind essenzieller Teil der Plattformen, ohne die das Geschäft nicht funktioniert – Plattformarbeitsrichtline rasch umsetzen!

Angesichts der heute bekannt gewordenen Ermittlungen der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) gegen Essenszustellungsplattformen kritisiert die Gewerkschaft vida einmal mehr die schlechten Arbeitsbedingungen in der Branche. Statt fixer Anstellungen, müssten die Rider:innen mit freien Dienstverträgen arbeiten. „Die Zustellerinnen und Zusteller sind ein essenzieller Teil dieses Geschäfts, ohne die es nicht funktionieren würde. Gleichzeitig sind sie aber aufgrund ihrer prekären Arbeitsbedingungen das schwächste Glied in der Plattformkette“, kritisiert Markus Petritsch, Vorsitzender des vida-Fachbereichs Straße.

Die Gewerkschaft fordert daher von der Bundesregierung eine rasche Umsetzung der EU-Plattformarbeitsrichtlinie in nationales Recht ein, da dies Verbesserungen für die Zusteller:innen bringen würde. „Der Wettbewerb in dieser Branche darf nicht weiter ausschließlich auf den Rücken der Fahrerinnen und Fahrer ausgetragen werden“, bekräftigt Petritsch.

Mit der der Umsetzung der EU-Plattformarbeitsrichtlinie wären in Österreich Plattformarbeiter:innen wie Essenszusteller:innen und Paketbot:innen jedenfalls besser geschützt, drängt die vida auf ein schnelleres Umsetzungstempo. Österreich und andere Mitgliedsstaaten haben laut EU-Frist bis Dezember 2026 Zeit für die Umsetzung in nationales Recht. „So lange darf nicht mehr gewartet werden“, appelliert der vida-Gewerkschafter.

Ein Vorteil der Richtlinie wäre eine Beweislastumkehr: Künftig müssten nicht mehr die Beschäftigten beweisen, dass sie eigentlich in einem Angestelltenverhältnis arbeiten. Die Plattformfirmen müssten stattdessen Beweise liefern, dass jemand wirklich selbstständig arbeitet, erläutert Petritsch und betont: „Somit wäre ein besserer Schutz vor Scheinselbstständigkeit gegeben.“

Die Gewerkschaft fordert zudem die Einführung einer Grundqualifikation für Arbeitnehmer:innen im Kleintransportgewerbe (Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen) und Fahrradbot:innen zur höheren Qualifizierung des Berufs. „Eine Reglementierung des Kleintransport- und Fahrradzustellungsgewerbes würde auch für einen faireren Wettbewerb sorgen“, ist Petritsch überzeugt. „Wenn mit 1. Oktober die StVO/KFG-Novelle greift, braucht es umso mehr Maßnahmen für die Zusteller:innen und Zusteller. Ohne einer Grundqualifikation zur Aufwertung des Berufs kann die Spirale nicht durchbrochen werden, dass Menschen den Beruf vorrangig aus wirtschaftlicher Not heraus ausüben“, so der vida-Gewerkschafter abschließend.

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Telefon: 0664 / 614 57 33
E-Mail: hansjoerg.miethling@vida.at

www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender