
Moosbrugger zur Renaturierung: Finanzierung weiterhin völlig ungeklärt
Vorreiterrolle der heimischen Landwirtschaft bei Nachhaltigkeit anerkennen
„In Europa und weit darüber hinaus gilt Österreich mit seiner Landwirtschaft als Nachhaltigkeitsvorbild. Bäuerliche Familienbetriebe erbringen schon heute im Rahmen des Österreichischen Agrarumweltprogramms ÖPUL Umwelt-, Biodiversitäts-, Boden- und Klimaschutzleistungen, die in Europa ihresgleichen suchen. Trotz oder gerade wegen unserer Vorreiterrolle im Nachhaltigkeitsbereich sehen wir die EU-Renaturierungs-Verordnung, die uns die ehemalige Umweltministerin Leonore Gewessler eingebrockt hat, überaus kritisch. Die Finanzierung war damals wie heute völlig ungeklärt“, betont LK Österreich-Präsident JOSEF MOOSBRUGGER.
Bäuerliche Sorgen nicht ernst genommen
„Bis heute ist die EU-Kommission ihren Finanzierungsplan, den sie für Sommer 2025 angekündigt hatte, schuldig geblieben und wälzt die Verantwortung nun verstärkt auf die Mitgliedsstaaten ab. Genau das haben wir befürchtet, während die damalige Umweltministerin Gewessler die bäuerlichen Sorgen in keiner Weise ernst genommen hat. Beschlüsse zu tätigen, ohne jedoch die Finanzierung geklärt zu haben, zeugt nicht von verantwortungsvollem und nachhaltigem Handeln. Landwirtschafts- und Umweltminister Norbert Totschnig darf nun nach dem Motto ‚Rette, was zu retten ist‘ die ungenießbare Suppe, die Gewessler Österreich eingebrockt hat, auslöffeln“, kritisiert Moosbrugger.
Nachhaltigkeit ureigenstes bäuerliches Interesse
„Wir Bäuerinnen und Bauern, Forstwirtinnen und Forstwirte denken in Generationen und sehen es als unser ureigenstes Interesse, ressourcenschonend zu wirtschaften und unsere Flächen in einem guten oder sogar besseren Zustand an unsere Nachkommen zu übergeben. Gleichzeitig kämpfen wir gegen immer höhere Anforderungen und Belastungen, die uns von Theoretikern und Realitätsfremden auf europäischer oder nationaler Ebene ohne zusätzliche Abgeltungen aufgehalst werden“, berichtet der LKÖ-Präsident und kritisiert, dass die Landwirtschaft nicht im Alleingang und auf eigene Kosten alle ökologischen Probleme der Gegenwart lösen kann.
Mehr Importe statt heimischer Produktion sicher nicht nachhaltig
„Wir müssen aufpassen, dass die Gewessler-Verordnung nicht weitere Betriebe aus ihrer ohnehin nachhaltigen Produktion drängt. Unsere Bauernfamilien sind an der Belastungsgrenze. Wenn die Schrauben immer noch stärker angezogen werden, könnten insbesondere kleinere Betriebe aus der Lebensmittel-, Energie- und Rohstoff-Produktion ausscheiden. Das wäre mit Sicherheit nicht nachhaltig, sondern fatal“, warnt der LKÖ-Präsident, der auch darauf hinweist, dass seit den 60er-Jahren in Österreich eine Waldfläche in der Größe des Burgenlands dazugekommen ist.
Nicht mit falschen Daten hantieren
„Damit der österreichische Plan nicht auf falschen Daten aufbaut, haben wir uns bei der Ausarbeitung der Grundlagen stark eingebracht, um die ohnehin vorbildhaften Leistungen der heimischen Landwirtschaft im Naturschutzbereich darzulegen. Es darf weder in Brüssel noch in Wien mit unrealistischen Wunschträumen, sondern muss vielmehr mit der Realität gearbeitet werden“, betont Moosbrugger.
„Tatsache ist, dass wir derzeit ernste Sorgen haben, die bisherigen Agrarumweltleistungen nicht mehr umsetzen zu können, weil die EU-Kommission zwar das EU-Budget erhöhen, aber die Agrarmittel massiv kürzen will. In Österreich gehen zwei Drittel der Agrarmittel in die so genannte zweite Säule, die Ländliche Entwicklung, in der das Agrarumweltprogramm, Bergbauernförderung, Bio etc. stecken. Wenn es so kommt, wie von der EU-Kommission vorgeschlagen, werden wir das erreichte Leistungsniveau nicht halten können. Immer mehr Leistungen für immer weniger Geld gehen sich auf Dauer nicht aus“, so der LKÖ-Präsident, der sich für mehr statt weniger Mittel im Rahmen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik ausspricht.
Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ)
Mag. Claudia Jung-Leithner,
Pressesprecherin & Leitung Kommunikation,
Telefon: +43 676 83441 8770,
E-Mail: c.jung-leithner@lk-oe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender