ÖGB ad WKO-Danninger: „Wer Fachkräfte will, muss auch Verantwortung übernehmen“

Bonus-Malus für ältere Arbeitnehmer:innen setzt dort an, wo das Problem entsteht – bei den Betrieben

„Arbeitsmarktpolitik ist keine Personalabteilung für die Wirtschaft. Natürlich muss das AMS Menschen in Beschäftigung bringen und Fachkräfte sichern. Aber wenn Betriebe über Fachkräftemangel klagen, kann die Antwort nicht immer nur lauten: Das AMS soll die passenden Arbeitskräfte liefern“, reagiert ÖGB-Arbeitsmarktexperte Lukas Stani auf WKO-Generalsekretär Danninger. Gerade bei älteren Arbeitnehmer:innen brauche es mehr Verantwortung der Betriebe. „Ungerecht ist nicht ein Bonus-Malus-System für Betriebe. Ungerecht ist, wenn Menschen mit 55 oder 60 aufgrund ihres Alters aus Jobs gedrängt werden und anschließend das AMS dafür sorgen soll, dass sie möglichst schnell wieder irgendwo unterkommen. Altersdiskriminierung kann nicht zum Problem des AMS gemacht werden.“

Auch beim Fachkräftemangel müsse die Wirtschaft selbst mehr beitragen. „Wer Fachkräfte will, muss Fachkräfte ausbilden und gute Arbeitsplätze bieten. Wer bei der aktuellen Arbeitsmarktlage rein auf den Zuzug setzt, ist hier im Nachteil gegenüber Unternehmen mit guten Arbeitsbedingungen, fairer Bezahlung und Chancen zur Weiterbildung. Und Menschen sind keine Schachfiguren, die man einfach dorthin verschiebt, wo gerade eine Stelle offen ist.“

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