
Birke Gorm – the evening and the morning and the night: Österreich-Pavillon auf der 16. Gwangju Biennale 2026 eröffnet in Südkorea
„the evening and the morning and the night“ – kuratiert von Attilia Fattori Franchini – ist von 5. September bis 15. November 2026 im Eunam Museum of Art auf der Biennale zu sehen.
DIE KÜNSTLERIN BIRKE GORM VERTRITT ÖSTERREICH BEI DER 16. GWANGJU BIENNALE 2026. UNTER DEM TITEL _THE EVENING AND THE MORNING AND THE NIGHT _VERWANDELT SIE DAS OBERGESCHOSS DES EUNAM MUSEUM OF ART SOWOHL PHYSISCH ALS AUCH KONZEPTUELL IN EINEN DACHBODEN – EINEN AUFBEWAHRUNGSORT VOLLER LATENTER ENERGIEN, DER WEITGEHEND UNBERÜHRT BLEIBT. DIE AUSSTELLUNG WIRD VON ATTILIA FATTORI FRANCHINI KURATIERT UND IST DIE ZWEITE NATIONALE PRÄSENTATION ÖSTERREICHS BEI DER GWANGJU BIENNALE.
Birke Gorm erforscht in ihrer künstlerischen Praxis den Lebenszyklus alltäglicher Objekte. Durch das Sammeln, Wiederverwenden und Umdeuten von Materialien untersucht sie, wie Gegenstände Bedeutung tragen, verlieren oder neu erlangen. Dabei hinterfragt sie die ideologischen Rahmenbedingungen von Geschichtsschreibung und richtet den Blick auf sich wandelnde Vorstellungen von Geschlecht, Gesellschaft, Industrialisierung und Wert.
DER DACHBODEN FUNGIERT ALS ZENTRALES MOTIV DES DIESJÄHRIGEN ÖSTERREICH-PAVILLONS: Eine zeltartige Konstruktion aus mehreren Stofflagen schafft eine Landschaft aus unregelmäßigen Räumen, niedrigen Decken und verborgenen Winkeln. Das aus wiederverwendeten Textilien gefertigte Zelt lässt die Besucher:innen in eine eindrucksvolle Umgebung eintauchen, die an einen Ort erinnert, an dem alte, vergessene oder verborgene Gegenstände aufbewahrt werden; an dem die Dinge statisch oder schlafend wirken – und doch, wenn unbeobachtet, ein Eigenleben entfalten. Betrachtet als Gedächtnis des Hauses, spiegelt der Dachboden die emotionalen Zustände der Bewohner:innen eines Hauses wider und steht symbolisch für die Speicherung und Wiederentdeckung von Erinnerungen, unverarbeiteten Emotionen und gesellschaftlichen Einflüssen, die unter der Oberfläche wirken und Identität formen. In diesem Raum des Verborgenen treten häufig übersehene, unbeachtete Geschichten – insbesondere jene von Frauen, die häufig marginalisiert oder nur fragmentarisch überliefert werden – in den Vordergrund und werden als Quellen von Widerstand und Resilienz sichtbar.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen figurative Skulpturen aus Birke Gorms fortlaufenden Werkserien _loaf of meat_ (2020–), _huswif_ (2021–), _sit-up_ (2022–) und _you, you, you, you, you, you, you,…_ (2025–). Diese vieldeutigen Körper – erschöpft, entschlossen, träge, stur, entspannt, schützend, abwehrend, in einer Pause oder im Streik – bestehen vorrangig aus weggeworfenen und wiederverwerteten Materialien, die in Wien und Gwangju gesammelt wurden. Sie werden platziert, gestapelt oder zueinander arrangiert und koexistieren zufällig, aus eigenem Willen oder unter Zwang. So entsteht eine komplexe Topografie, die dazu einlädt, zu beobachten, zu verweilen und zu entdecken. Die Einbindung vertrauter Materialien wie Pappe, Altmetall, Nägel und Werkzeuge ermöglicht Besucher:innen Gegenstände aus ihrer unmittelbaren Umgebung wiederzuerkennen und darüber zu reflektieren, wie Geschichten von Fürsorge, Arbeit, Konsum und Entsorgung selbst in den alltäglichsten Dingen verankert sind.
Eine sich stetig wandelnde Lichtchoreografie und eine subtile Klanglandschaft aus synthetischen und alltäglichen Klängen des Musikers Christian Ingemann lassen den Raum zwischen Tag und Nacht oszillieren. In dieser Dynamik erscheint der Dachboden nicht länger als statischer Aufbewahrungsort, sondern als lebendige, sich kontinuierlich transformierende Umgebung. Statt eine eindeutige Antwort vorzugeben, eröffnet die Ausstellung Raum, um neu darüber nachzudenken, wie wir arbeiten, ruhen und leben.
Begleitend zum Österreich-Pavillon der 16. Gwangju Biennale 2026 erscheint die PUBLIKATION_ tales from the attic. _Konzipiert als Objekt, das man auf dem Dachboden finden könnte, führt die Publikation die grundlegenden Konzepte der Ausstellung im Spannungsfeld zwischen kritischer Reflexion und Fiktion weiter. _tales from the attic _wurde gestaltet von FONDAZIONE, Wien, und herausgegeben von DISTANZ, Berlin.
Der österreichische Beitrag wird von Phileas – The Austrian Office for Contemporary Art in Auftrag gegeben und mit einer Förderung des Bundesministeriums für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport kofinanziert. Zusätzliche Unterstützung gewährt das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten.
Aktuelles PRESSE- UND BILDMATERIAL steht Ihnen im Pressebereich unter folgendem Link zum Download zur Verfügung: https://austrianpaviliongwangju.com/en/press/
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